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Gänsetourismus von Ende Juli bis Anfang Oktober im Hochwald

Gäste zwischen Thailen und Nunkirchen : Kanadagänse rasten an den Schwarzrinder Seen

Von Ende Juli bis Anfang Oktober legen die Tiere, die in Skandinavien leben, einen Zwischenstopp bei Thailen ein.

Von Ende Juli bis Anfang Oktober herrscht an den Schwarzrinder Seen zwischen Nunkirchen und Thailen ein lebhaftes Treiben. Rund 150 Kanadagänse, die in den skandinavischen Ländern gebrütet haben, legen hier eine mehrwöchige Rast ein, bevor sie im Herbst weiter in den Süden ziehen. Tagsüber weiden sie auf den umliegenden Grasflächen. Wenn es dunkel wird, zurzeit etwa gegen 21 Uhr, kommen sie mit viel Geschrei zum See geflogen, wo sie, geschützt vor Fressfeinden wie dem Fuchs, die Nacht verbringen.

Manch ein Naturfreund steht dann auf der Terrasse seines Häuschens, um dieses Schauspiel zu genießen. Sie kommen in Pulks von zehn bis 30 Tieren, kreisen über dem See, bis sie sich in ihrer Einflugschneise befinden, und landen dann auf dem Wasser, das vor ihren bremsend vorgestreckten Schwimmfüßen wild aufschäumt.

Deutlich hört man zwischen dem Geschnatter der erwachsenen Tiere das helle „Wiwiwi“ der Jungen, die zwar schon fast genauso aussehen wie ihre Eltern, aber offenbar noch auf den Stimmbruch warten.

Die Kanadagans ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wurde aber bereits im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht, um hier mit ihrem hübschen Aussehen die Parks der Schlösser und Städte zu verschönern. Mittlerweile ist sie zu einem vertrauten Anblick geworden und es gibt in Deutschland einige hundert Brutpaare.

Auch am Schwarzrinder See sind 20 bis 30 Tiere standorttreu und zwei oder drei Paare brüten hier und watscheln dann im April zur Freude der Anwohner mit ihren Küken durch die Gegend. Ursprünglich ist ihr Verbreitungsgebiet Nordamerika. Sie gelten dort als Charaktervögel des Tieflandes und brüten an Binnenseen der Prärie- und Ackerbaugebiete, in Europa wurden sie teilweise gezielt angesiedelt.