Freude und Frust am Tag danach

Freude und Frust am Tag danach

Merzig-Wadern. Der CDU-Kreisvorsitzende Jürgen Schreier nannte den Wechsel zu Schwarz-Gelb ein "freudiges Ergebnis". Er hob hervor: "Zum ersten Mal überhaupt ist es uns gelungen, alle vier Direktmandate im Land zu holen und dabei auch Ottmar Schreiner das Mandat abzunehmen

Merzig-Wadern. Der CDU-Kreisvorsitzende Jürgen Schreier nannte den Wechsel zu Schwarz-Gelb ein "freudiges Ergebnis". Er hob hervor: "Zum ersten Mal überhaupt ist es uns gelungen, alle vier Direktmandate im Land zu holen und dabei auch Ottmar Schreiner das Mandat abzunehmen." Aus Sicht von Schreier habe sich das bereits bei der letzten Wahl angedeutet, der Abstand zwischen Schreiner und dem CDU-Kandidaten Peter Altmaier sei immer kleiner geworden. Erfreulich war für den CDU-Kreisvorsitzenden auch, dass das Zweitstimmen-Ergebnis seiner Partei im Kreis mit 34,3 Prozent leicht über dem Bundesergebnis und klar über dem Landesresultat (30,7 Prozent) gelegen hat. "Dieses Ergebnis macht uns sehr zufrieden, glücklich wären wir, wenn es jetzt mit der Regierungsbildung im Saarland unter CDU-Führung noch klappt." Ebenfalls in bester Laune zeigte sich die FDP-Kreisvorsitzende Marion Etringer: "Wir sind die großen Gewinner dieser Wahl." Das gelte insbesondere für den Kreisverband Merzig-Wadern: "Wir haben hier im Kreis mit die besten Ergebnisse im ganzen Land erzielt." Die FDP erhoffe sich von ihrem guten Abschneiden auch Rückenwind für die Politik im Land und im Kreis. "Die CDU wird uns noch ein wenig mehr ernst nehmen, weil sie an uns nicht mehr vorbeikommt."Ganz anders war die Stimmung der SPD-Kreisvorsitzenden Anke Rehlinger: "Wir können mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Besonders schmerzlich ist, dass wir die Direktmandate nicht wieder gewinnen konnten." Dass Ottmar Schreiner im direkten Duell mit Peter Altmaier den Kürzeren gezogen hat, lag nach Rehlingers Einschätzung an der Konkurrenz aus dem linken Lager: "Es hat offensichtlich bei den Wählern derLinkspartei kein Stimmen-Splitting gegeben. Und wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - in dem Fall der CDU-Kandidat." Die SPD müsse nun die ihr vom Wähler zugeteilte Rolle als Opposition in Berlin annehmen "und die Chancen, die sich daraus ergeben, nutzen, um sich neu aufzustellen".Elmar Seiwert, Kreisvorsitzender der Linken, hob hervor, dass seine Partei im Vergleich zur Landtagswahl in allen Gemeinden des Landkreises absolut an Stimmen zugelegt habe, prozentual ebenfalls mit Ausnahme von Mettlach. "Mit diesem Ergebnis brauchen wir uns nicht zu schämen." Wobei Seiwert gesteht: "Ich habe schon damit gerechnet, dass wir das Landtagswahl-Ergebnis zumindest ansatzweise erreichen können. Die Stimmung war nicht schlecht für uns." Der Linke-Kreisvorsitzende sah in dem Ergebnis auch eine langfristiges Signal: "Wir stabilisieren uns langsam, sind nicht mehr nur die reine Protestpartei, sondern werden von immer mehr Menschen anerkannt."Etwas zwiespältige Emotionen löste der Wahlausgang beim Kreischef der Grünen, Stefan Müller aus: "Ich finde es gut, dass wir Grünen noch mal zulegen konnten. Allerdings bin ich nicht richtig froh, weil es doch nicht gereicht hat, um Schwarz-Gelb zu verhindern." Er sei geradezu "schockiert" gewesen vom Abschneiden der SPD, sagte Müller. Zu möglichen landespolitischen Konsequenzen der Wahl meinte er: "Unser Kreisverband ist da noch nicht eindeutig festgelegt, allerdings sehe ich derzeit tendenziell eher ein Befürworten einer rot-rot-grünen Regierung im Land." Allerdings seien andere Kreisverbände auf Grund ihrer Mitgliederstärke bedeutsamer, was die anstehende Entscheidung auf dem Landesparteitag Anfang Oktober zwischen einer Jamaika-Koalition oder einem rot-rot-grünen Bündnis im Saarland betrifft.> Seiten C3 und C4: alle Ergebnisse aus den Gemeinden "Wir sind die großen Gewinner dieser Wahl."Marion Etringer, FDP-Kreisvorsitzende"Wir können nicht zufrieden sein."Anke Rehlinger, SPD-Kreisvorsitzende

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