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Holzerntesaison
Förster erwarten eine gute Holzernte

Verkauftes Holz wartet auf den Abtransport.
Verkauftes Holz wartet auf den Abtransport. FOTO: Dieter Ackermann
Merzig-Wadern. Wer am Wegesrand gefälltes Holz findet, sollte es nicht in den eigenen Kofferraum packen. „Es ist verkauft“, warnt der SaarForst.

Die Saarländer kennen natürlich die ganze Attraktivität ihres Hochwaldes, der vielfach so gar nicht den landschaftlichen Erwartungen an eine eher triste Industriekulisse entspricht, mit denen auswärtige Besucher oft die Landesgrenzen passieren. Doch die malerischen Forstflächen auf den Höhen des Mittelgebirges begeistern nicht nur das touristische Interesse ihrer Betrachter, sie erfüllen vielmehr darüber hinaus ebenfalls eine wirtschaftlich nicht zu unterschätzende Funktion. Die öffentlichen Kassen von Land und Kommunen profitieren neben den Konten der Privatwaldbesitzer auch von der dort betriebenen Holzwirtschaft. Die SZ erkundigte sich bei einigen Förstern im Raum Merzig-Wadern, wie die aktuelle Holzerntesaison ausfällt.



Unter dem Strich fällt in diesem Jahr die Bilanz von Horst Staub durchaus zufriedenstellend aus, der für den Saarforst das Forstrevier Wadern betreut. Der Förster konkretisiert: „Wir ernten im Jahr durchschnittlich 10 000 Festmeter Holz, von denen wir uns einen Erlös von etwa 500 000 Euro versprechen.“ Der Borkenkäfer habe ihm im auslaufenden Jahr 2017 zum Glück nicht den Schlaf geraubt, und auch ein kleinerer Sturm im Sommer habe die Holzernte nicht wesentlich beeinträchtigt.

Aber die richtige Holzernte beginne ja eigentlich erst jetzt. Bei dieser Gelegenheit wendet sich Staub gleich noch an die SZ-Leser: „Ich bitte unsere Waldbesucher um Verständnis dafür, dass in den kommenden Monaten einige Waldwege als Holzabfuhrwege genutzt werden müssen. Dadurch wird die Begehbarkeit dieser Strecken zwangsläufig eingeschränkt. Aber nach Abschluss der Arbeiten wird von uns alles wieder so aufgeräumt, dass sich dann erneut schöne Wanderungen durch unseren attraktiven Wald für alle Naturfreunde lohnen.“ Ähnlich sehen das auch die anderen Förster, mit denen wir uns unterhalten haben.

Dass leider nicht alle Waldbesucher für die aus solchen Holzerntearbeiten resultierenden kurzfristigen Behinderungen Verständnis zeigen, berichtet Revierförster Jörg Thielmann. Er betreut den Landesforst Losheim, der sich zu zwei Dritteln auf Landesflächen und einem Drittel auf Genossenschaftswald (Gehöferschaft) erstreckt. Bei der jährlichen Holzernte hat er eine Zielvorgabe von etwa 6 000 Festmeter (Landesforst) und 3 500 Festmeter (Gehöferschaft): „Für das laufende Jahr haben wir praktisch eine Punktlandung geschafft. Wir haben unsere fortwirtschaftlichen Ziele im Großen und Ganzen realisieren können.“

Thielmann berichtet ebenfalls von guten Holzerlösen insbesondere beim Stammholz, während es beim billigeren Industrieholz nicht ganz so gut ausgesehen habe. Und er ergänzt: „Auch der Verkauf von Nadelholz läuft übrigens seit Jahren durchaus besser, als viele immer wieder behaupten.“ Kummer bereite ihm eigentlich nur ein einzelner uneinsichtiger Waldbesucher, der nicht mal davor zurückschrecke, anfallende Erntearbeiten im Forst auf den Waldwegen zu behindern.

Sein Bruder, Frank Thielmann, betreut das Landesforstrevier Merzig-Mettlach, das jährlich die Landeskasse um einen Holzerlös von etwa 10 000 Festmetern bereichern soll. „Das haben wir im laufenden Jahr mit rund 9 700 Festmetern fast erreicht“, freut sich der Förster, der sein berufliches Augenmerk bereits auf den Holzeinschlag für 2018 gerichtet hat. Weil sein Revier die malerische Saarschleife mit ihrer großen touristischen Bedeutung einschließt, achtet er wie seine Kollegen besonders darauf, dass die von den erforderlichen Holzerntearbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Waldwege nach Abzug der Motorsägen schnellstens wieder hergerichtet werden: „Unsere Waldbesucher sollen ihren Aufenthalt in der Natur nach der Holzerntesaison wirklich wieder genießen können.“

Tino Hans, der Geschäftsführer der Saar-Hochwald w.V. (Saarländische Forstbetriebsgemeinschaften), kümmert sich von Wadern-Reidelbach aus um die Forstflächen eines Zusammenschlusses von Kleinstprivatwaldbesitzern und kommunalen Waldeigentümern. Insgesamt ließen sich etwa 350 Eigentümer von Privat- oder Gemeindewald im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz von seinem Verein betreuen. Hans: „Die kleinste Fläche umfasst dabei gerade mal hundert Quadratmeter.“

Sein Verein leiste praktisch Hilfe zur Selbsthilfe – „wir beraten und helfen forstlich sowie waldbaulich nur bei entsprechenden Aufträgen“. Letztlich solle dadurch über eine nachhaltige Holzwirtschaft hinaus sichergestellt werden, dass sich Privatwaldbesitzer nicht von gewerblichen Holzaufkäufern übers Ohr hauen lassen. Abschließend fügt der Förster noch hinzu: „Auch wir können im laufenden Jahr unter dem Strich von einer zufriedenstellenden Holzernte berichten.“

Der SaarForst Landesbetrieb weist immer wieder darauf hin, dass aus Naturschutz- und Bodenschutzgründen alles Laubholz mit einem Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern im Wald verbleibt. Das sei gut für viele Tier- und Pflanzenarten, die in sich zersetzendem Holz leben oder sich davon ernähren. Der Zersetzungsprozess führe zudem dem Boden wichtige Nährstoffe zu, die die verbleibenden Bäume und die Naturverjüngung zum Wachsen benötigen. Von dem jährlichen Zuwachs an Holz, würden nur etwa 60 Prozent genutzt. Auf seiner Homepage versichert der Landesbetrieb: „Wir schlagen Holz – trotzdem wird der Holzvorrat im Saarland auf Dauer steigen. Zehn Prozent der gesamten Staatswaldfläche sind mit rund 3 800 Hektar von der Holznutzung ausgenommen.“

Der SaarForst versuche ferner, die Holzernte auf den Spätherbst und die Winterzeit zu beschränken. Dennoch könne es vorkommen, dass auch während der Vegetationszeit bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden müssen. Hierunter falle zum Beispiel die Fertigstellung von im laubfreien Zustand begonnenen Hiebmaßnahmen, die Ernte von Nadelbäumen, Sondersituationen, in denen Gefahr in Verzug ist (Borkenkäfer), oder wenn im Rahmen der Verkehrssicherung zum Schutz der Waldbesucher gehandelt werden muss.

Wer übrigens bei einem Waldspaziergang am Wegesrand gefälltes Holz findet, sollte sich hüten, dieses in den eigenen Kofferraum zu packen. Der SaarForst: „Dieses Holz ist schon verkauft. Es darf daher nicht einfach entfernt oder weiterverkauft werden, selbst wenn es bereits mehrere Jahre am Wegesrand liegt.“

Der Kamin braucht Nachschub. Foto: Dieter Ackermann
Der Kamin braucht Nachschub. Foto: Dieter Ackermann FOTO: Dieter Ackermann
Der Kamin braucht Nachschub. Foto: Dieter Ackermann
Der Kamin braucht Nachschub. Foto: Dieter Ackermann FOTO: Dieter Ackermann
Der Kamin braucht Nachschub an Holz.
Der Kamin braucht Nachschub an Holz. FOTO: Dieter Ackermann