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Erklärung der Grün-Alternativen Listen aus Losheim und Weiskirchen

GAL Weiskirchen und Losheim zur Nordsaarlandstraße : GAL: Pendlerverkehr soll auf die Schiene verlagert werden

Henry Selzer aus Weiskirchen und Joachim Selzer aus Losheim sprechen sich für eine Reaktivierung der Bahnstrecke statt einer Nordumfahrung aus.

„Fakten gehen verloren im Beschwören von Konzepten der Vergangenheit“, schreiben die Verantwortlichen der Grün-Alternativen Liste (GAL) aus Losheim und Weiskirchen zur Diskussion um die Nordsaarlandstraße. Sie kritisieren, dass Befunde des Verkehrsgutachtens ignoriert würden und betonen: Vonnöten seien zukunftsfähige Leitinvestitionen. Als mögliche Projekte nennen sie eine Kleinbahn von Merzig nach Nunkirchen und ein umfassendes Nahverkehrskonzept für Merzig.

Nachdem die Regierung nach den Worten von Henry Selzer von der GAL Weiskirchen eine Verkehrsstudie in Auftrag gegeben hat, beauftragt der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) die PTV Transport Consult aus Karlsruhe. Das Unternehmen habe nach Ansicht von Selzer für sich den Auftrag so formuliert: „Die Querspange Mettlach zwischen der B 51 und der L 158 stellt einen Lückenschluss im Zuge der Nordsaarlandstraße dar. Im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung sollen die verkehrliche Wirkung der Querspange sowie deren Leistungsfähigkeit aufgezeigt werden.“

Die Consultingfirma zähle und messe den Verkehr und „rechnet diese Zahlen in drei Modellen hoch auf das zu erwartende Verkehrsaufkommen im Jahr 2030 und die durch den Bau einer Querspange möglichen Verlagerungs- und Entlastungswirkungen“, schreibt Selzer weiter. Im Ergebnis komme man zu folgenden Schlüssen: Bei dem als „Planfall 1“ bezeichneten Szenario heißt es: „Eine signifikante Abnahme des Verkehrsaufkommens der L 157, insbesondere im Zuge der Ortsdurchfahrt von Merzig, wird nicht erreicht.“ Zum „Planfall 3a“ schreibe der Gutachter: „Die Entlastungswirkung auf der L 157 ist insgesamt als eher gering einzustufen.“ Und der „Planfall 5“, die dritte berechnete Variante, werde wie folgt resümiert: „Analog zu Planfall 3a sind auch die Entlastungswirkungen auf der L 157 zwischen Losheim am See und Merzig (Plan 12).“ Diese würden ebenfalls zwischen 300 und 2300 Kraftfahrzeugen binnen 24 Stunden liegen, beziehungsweise maximal bei 15 Prozent.

„Die Verkehrsuntersuchung ergab, dass nur ein geringes Verlagerungspotenzial auf die Querspange Mettlach beziehungsweise Varianten der Nordumfahrung Merzig besteht“, fasse das Verkehrsministerium laut Joachim Selzer von der GAL Losheim die Studie zusammen. Und weiter: „Auch ein wie vielfach vermutet erhöhter Pendlerverkehr zwischen dem nördlichen Saarland und Luxemburg kann durch die Ergebnisse der aktuellen Verkehrsuntersuchung nicht belegt werden. Dies bedeutet, dass eine Weiterplanung und ein potenzieller Bau der Straße aus rein verkehrlichen Gesichtspunkten nicht begründbar wäre.“

Henry Selzer hakt ein: Es habe „heftige gegenteilige Meinungsäußerungen aller möglichen Vertreter der Regierungsparteien aller Ebenen“ gegeben. Selbst Verkehrsministerin Anke Rehlinger habe letztlich dem Gutachten widersprochen, das von ihr selbst in Auftrag gegeben worden war.

Nach Ansicht von Selzer würden die Ergebnisse der Studie nicht zur Kenntnis genommen. Laut gesprochen werde nur noch über die eigenen Wunschvorstellungen. Diese, das habe das Gutachten ja gerade belegt, werden sich nach seiner Ansicht wohl nicht bewahrheiten. „Gegenvorschläge werden saftig diffamiert.“ Die Studie jedoch legt nach Ansicht von Selzer eindeutig nahe: „Der Bau einer Querspange, gleich welcher Variante, wäre sinnlos und es würde weiter Natur geopfert für die Wachstumsillusionen der Vergangenheit. Die von allen behaupteten Entwicklungsimpulse, die eh Ausdruck reiner Hoffnung sind, wird es so nicht geben.“

Nach den Worten von Joachim Selzer haben die Gegner Vorschläge eingebracht, „denen gemein ist, dass deren Wirkungen belegbar sind und gerade an vielen Orten unserer Republik positive Früchte für die Mobilität und die Lebensqualität der Menschen bringen“. Allen vo­ran nennt er „die Reaktivierung der Kleinbahnstrecke Merzig-Niederlosheim oder gar wieder bis Nunkirchen zur Verlagerung eines großen Teils des Pendlerverkehrs aus dem Hochwald auf die Schiene“.

Joachim Selzer Foto: Werner Krewer

Die Studie habe erneut gezeigt, „dass ein Großteil des Merzig so belastenden Verkehrs Quellverkehr, also Verkehr, der in Merzig selbst entsteht, ist“. Auch da helfe nur ein konsequentes Konzept für den ÖPNV, den Rad- und Fußverkehr. „Beide Maßnahmen zusammen würden die Mobilität erhalten, für weniger Autoverkehr sorgen und die Umwelt und die Menschen nicht weiter belasten, sowohl in Merzig als auch beim Verkehr aus dem Hochwald nach dort.“ An den Konzepten der Vergangenheit festzuhalten, verschwende Geld, ohne die erwünschte Wirkung zu erzielen, opfere Natur und bringe Stau­stress. Das Geld für sinnvollere Projekte fehle dann. Der Bau der Kleinbahn – oder gar einer Nordsaarlandklinik – wären nach seiner Ansicht die besseren Leitinvestitionen.