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vdk: Ein unverzichtbarer Verband

vdk : Ein unverzichtbarer Verband

VdK-Kreisverband Merzig-Wadern feierte 70-jähriges Bestehen im Ellerhof in Merzig.

(red) Der VdK-Kreisverband Merzig-Wadern hat am Freitag sein 70-jähriges Bestehen im Restaurant Ellerhof gefeiert (die SZ berichtete kurz). Als besonderer Gast wurde Maria Latz aus Wadrill geehrt, die dem VdK im Gründungsjahr 1947 beigetreten ist und mit 105 Jahren zu den ältesten Mitgliedern des Sozialverbandes zählt. Unter den Gästen waren neben Vertretern von Kreis, Städten und Gemeinden auch Vertreter der 33 VdK-Ortsverbände sowie des Kreis- und des Landesverbands sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Lutwin Scheuer, erinnerte an die Stärke des Sozialverbandes, der im Kreis über 6400 und im Saarland mehr als 44 000 Mitglieder hat. Als Lobby für Rentner, behinderte Menschen, Pflegebedürftige, Langzeitarbeitslose und sozial Schwache setze sich der VdK für soziale Gerechtigkeit und gegen Sozialabbau ein und finanziere sich fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Allein im Jahr 2016 habe der Verband 5,7 Millionen Euro an Nachzahlungen und Rentenansprüchen erstritten.

„Die Stärke des Verbandes ist die Sozialpolitik, sein Herzstück ist die Rechtsberatung. Die erfahrenen Juristen vertreten die Mitglieder gegenüber Behörden, Krankenkassen und Versicherungsträgern“, sagte Scheuer. Die Zahl an Ratsuchenden nehme immer mehr zu, so dass auch in Merzig der Umzug des Sozialberatungszentrums in größere Räume notwendig geworden sei, um dem gestiegenen Beratungsbedarf gerecht zu werden.

„Das Sozialrecht wird immer komplexer. Die qualifizierten Juristen des VdK helfen den Mitgliedern, zu ihrem Recht zu kommen. Ansprüche werden bis vors Sozialgericht durchgefochten“, erklärte die stellvertretende VdK-Landesvorsitzende und CDU-Landtagsabgeordnete Dagmar Heib. Sie betonte, dass der VdK durch seine Sozialberatungszentren genau wisse, wo es Schwierigkeiten gebe und wo Veränderungen nötig seien, damit Deutschland sozial bleibe. „Wer ein soziales Deutschland will, kommt an unseren Positionen nicht vorbei“, sagte Heib mit Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen. Der Sozialverband verstehe sich als politischer Verband und Lobbyist und habe bereits einige seiner Ziele erreicht, beispielsweise in der Pflegereform.

Das Engagement des Verbandes und seiner Ehrenamtlichen sei „unverzichtbar“ und von „unschätzbarem Wert“, lobte die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die selbst VdK-Mitglied ist. Der VdK sei ein wichtiger Ansprechpartner in sozialrechtlichen Fragen, der verantwortungsvoll berate. Viele Menschen würden ihre Ansprüche gar nicht einfordern, wenn es den VdK nicht gäbe, sagte Rehlinger. Einen Sozialverband mit bundesweit 1,8 Millionen Mitgliedern und starken Argumenten könne die Politik nicht überhören. Die Barrierefreiheit, für die der VdK in einer Kampagne wirbt, sei der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, sagte die Ministerin.

Das Besondere am VdK sei seine Überparteilichkeit, unterstrich Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. „Der Sozialverband hilft vielen Menschen, ihre Rechte durchzusetzen. Viele würden es ohne seine Unterstützung nicht schaffen.“ Schlegel-Friedrich lobte die gute Partnerschaft mit dem VdK und das hohe Engagement im Verband mit mehr als 2000 Ehrenamtlichen im Saarland. Weiteres Lob kam von Bürgermeister Marcus Hoffeld, der versprach, dass sich die Stadt Merzig dem Thema des sozialen Wohnungsbaus annehmen werde.

Anschließend wurde Gründungsmitglied Maria Latz geehrt. Latz, deren Mann im Zweiten Weltkrieg gefallen war, trat dem VdK, der damals noch VKS (Vereinigung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Saarlandes) hieß, im Jahr 1947 bei. Dass sie noch so fit ist, erklärt die 105-Jährige dadurch, dass sie lange in der Landwirtschaft und später im Garten gearbeitet hat und immer an der frischen Luft war. Auch gehe sie jede Woche zum Frisör. „Es ist doch wichtig, auf sein Äußeres zu achten.“