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Ein neuer Beruf in der Tourismusbranche

Ein neuer Beruf in der Tourismusbranche

Merzig. Darauf ist Peter Klein, Geschäftsführer der Dreiländereck-Touristik GmbH in Merzig, sichtlich stolz: Bei ihm arbeitet die beste "Kauffrau für Tourismus und Freizeit" des letzten Ausbildungs-Jahrgangs

Merzig. Darauf ist Peter Klein, Geschäftsführer der Dreiländereck-Touristik GmbH in Merzig, sichtlich stolz: Bei ihm arbeitet die beste "Kauffrau für Tourismus und Freizeit" des letzten Ausbildungs-Jahrgangs. Kristina Weber ist 22 Jahre alt, kommt aus Noswendel und hat ihre Ausbildung in der gemeinsamen Touristinfo der Kreisstadt Merzig und der Dreiländereck-Touristik (vorher Kreis-Tourismusverband) in der Merziger Poststraße absolviert. Sie war nicht nur die allererste Auszubildende des Kreis-Tourismusverbandes, sondern hat auch ihre Sache so gut gemacht, dass sie als Jahrgangsbeste die Ausbildung abschloss und übernommen wurde.Für Peter Klein ist dieses gute Abschneiden von Kristina Weber noch aus einem anderen Grund erfreulich. Denn sie gehört dem ersten Jahrgang an, der in dem vor drei Jahren neu geschaffenen Berufsbild "Kaufmann für Tourismus und Freizeit" ausgebildet wurde. "Vorher kannte man in der dualen Berufsausbildung lediglich die Reiseverkehrs-Kaufleute mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Ausbildung war stark auf den so genannten Outgoing-Sektor ausgerichtet, also das klassische Reiseveranstalter-Geschäft für Kunden, die ein Reiseziel in der Fremde ansteuern. Dagegen stand der Incoming-Sektor, also die Qualifizierung für die Vor-Ort-Betreuung von Kunden, die von außerhalb kommen, zurück", erläutert Klein. Dies sei für die regionalen Touristiker eine unbefriedigende Situation gewesen, die sich aber mit der Neukonzipierung des Berufsbildes geändert habe."Nachdem dieses neue Berufsbild der Kaufleute für Tourismus und Freizeit geschaffen wurde, konnten wir als damaliger Tourismusverband sagen, wir bilden aus." Allerdings gibt es auch noch einige Anlaufschwierigkeiten mit dem neuen Ausbildungsberuf, räumt Klein ein: "Zum einen stellen wir noch Akzeptanzprobleme bei potenziellen Bewerbern fest." Zum anderen gebe es gerade im Saarland Probleme, da die duale Ausbildung auch in Schulen erfolgt, die weit entfernt liegen. "Bislang war für Azubis aus unserer Gegend das BBZ Hochwald in Nunkirchen Schulstandort. Wegen der geringen Zahl an Auszubildenden in dem neuen Beruf werden diese nun zentral am KBBZ Halberg in Saarbrücken unterrichtet." Außerdem gebe es deutschlandweit noch zu wenige Ausbildungsplätze, obwohl, wie Klein unterstreicht, jeder Betrieb ausbilden kann, der eine Ausbildungsbefähigung habe "und in irgendeiner Weise mit Tourismus zu tun hat". Das könnten neben Tourist-Informationsstellen und -verbänden auch Hotelbetriebe, Freizeitparks, Kur- und Bäderbetriebe, Campingplätze oder Veranstaltungsagenturen sein. Für Kristina Weber, die am Waderner Hochwaldgymnasium das Fachabitur gemacht hatte, lag ein Schwerpunkt ihrer Ausbildung neben dem klassischen Beratungsservice in der Entwicklung eigener touristischer Produkte, zum Beispiel spezielle Pauschalangebote oder Informationsmaterialien für Gäste, die in den Landkreis kommen. Dabei gehe diese Produktentwicklung, wie sie erläutert, bis ins kleinste Detail. Sie fühlt sich wohl in ihrem neuen Beruf: "Ich wollte in die Tourismusbranche, für mich war der regionale Bezug interessant." Und sie kann ihre Erfahrungen an eine neue Auszubildende weitergeben: Tamara Bohr aus Tünsdorf lässt sich nach der Mittleren Reife an der Erweiterten Realschule Perl ebenfalls in Merzig zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit ausbilden. Für die 17-Jährige sieht Peter Klein gute Berufsperspektiven: "Die Professionalisierung schreitet auch im touristischen 'Mittelbau' voran, in Zukunft werden hier eher noch Stellen geschaffen." "Die Betreuung vor Ort stand zurück." Peter Klein, Geschäftsführer der Dreiländereck Touristik GmbH"Der regionale Bezug ist interessant." Kristina Weber, Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Auf einen blickWie Peter Klein erläutert, läuft die Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit regulär über drei Jahre, für Fachabiturienten kann sie auf zweieinhalb, für Abiturienten auf zwei Jahre verkürzt werden.Der Unterschied zu den Reiseverkehrs-Kaufleuten liege bei diesem Berufsbild auf der starken Ausrichtung an Kenntnissen, die zur Betreuung von anreisenden Kunden an heimischen Zielen erforderlich sind (Incoming-Geschäft). "Es werden spezielle Kenntnisse für die Arbeit in touristischen Infozentren sowie im Organisations- und Konzeptionsbereich vermittelt." Auch das Veranstaltungsmanagement spiele eine Rolle. Weitere Informationen gebe es bei allen Ausbildungsbetrieben und -einrichtungen, bei der Tourismuszentrale Saar, bei der Arbeitsagentur sowie bei der Industrie- und Handelskammer. cbe