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Die Schildkröte "Klaus" ist eigentlich Nordamerikaner

Die Schildkröte "Klaus" ist eigentlich Nordamerikaner

Merzig. "Auch bei ,Klaus' handelt es sich um eine Rotwangen-Schmuckschildkröte, die in Nordamerika beheimatet ist und die die beliebteste Schildkröte für die Terrarienhaltung ist." Darauf weist Klaus Borger, Umweltberater im Landratsamt Merzig im Nachklapp zum Bericht in der SZ von Freitag hin

Merzig. "Auch bei ,Klaus' handelt es sich um eine Rotwangen-Schmuckschildkröte, die in Nordamerika beheimatet ist und die die beliebteste Schildkröte für die Terrarienhaltung ist." Darauf weist Klaus Borger, Umweltberater im Landratsamt Merzig im Nachklapp zum Bericht in der SZ von Freitag hin. Bei der Mettlacher Polizei war eine Schildkröte abgegeben worden, die im Laufe der Ermittlungen auf den Namen des saarländischen Innenministers getauft worden war. "In jeder Zoohandlung werden diese Tiere als kleine niedliche Schildkrötenbabys angeboten, und es wird oft, wie bei anderen Tieraten auch vergessen, dass diese nicht nur wachsen, sondern auch einen erhöhten Haltungsaufwand produzieren", merkt er kritisch an.Da sie natürlich nicht so klein bleiben wie beim Kauf und bei guter Pflege eine stattliche Statur annehmen, fühlt sich so mancher Schildkrötenhalter irgendwann überfordert und entlässt diese Tiere in die freie Wildbahn. So ist es zu erklären, dass entlang der Saar und in vielen anderen saarländischen Gewässern diese Tiere regelmäßig zu beobachten sind. Auch im Merziger Blättelbornweiher wurden diese Tiere beim Sonnenbad beobachtet. Die immer wärmer werdenden Winter sind die Ursache dafür, dass diese Tiere auch diese Jahreszeit überleben. Neben vielen anderen Tier- und Pflanzenarten wird auch diese Art vom laufenden Klimawandel profitieren.Nachweise über eine erfolgreiche Vermehrung in der Saar oder auch einem der umliegenden Gewässer konnten bislang jedoch nicht erbracht werden. So handelt es sich auch bei diesen Tieren eindeutig um ausgesetzte Tiere.Borger: "Schön ist es jedoch festzustellen, dass es wie im Falle des Autofahrers, der das Tier entdeckt hatte, Menschen gibt, die bei Fundtieren Verantwortung übernehmen und diese nicht einfach ihrem Schicksal auf der Straße überlassen."Die auch bei uns sehr wahrscheinlich früher beheimatete Europäische Sumpfschildkröte ist laut Borger bei uns leider ausgestorben. red

HintergrundDas Areal der europäischen Sumpfschildkröte reicht von Nordafrika (Marokko, Tunesien) über die iberische Halbinsel, Südfrankreich, Korsika, Italien mit Sardinien und Sizilien, Polen, Ungarn, Rumänien, die Länder der Balkanhalbinsel und ganz Anatolien bis zum Aralsee und in den nördlichen Iran. In der Schweiz, den Benelux-Ländern, in Tschechien und dem größten Teil von Österreich gibt es im besten Fall noch äußerst spärliche autochthone Bestände. Die wenigen Populationen, die es in Deutschland noch gibt, finden sich überwiegend in Ostdeutschland.Die Rotwangen-Schmuckschildkröte stammt eigentlich aus Nordamerika. Beheimatet ist sie von den mittleren USA bis nach Nord-Mexiko, genauer gesagt lebt sie im Mississippi-Tal von Illinois bis zum Golf von Mexiko. Als begehrte Schildkröte für Terrarien wurde sie weltweit gehandelt und auch ausgesetzt. Sie ist sehr robust und kommt mit unserem Klima sehr gut zurecht. red