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Kleine Raupe birgt Gefahr
Der Grüne Kreis zieht gegen Schmetterlings-Raupen ins Feld

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang.
Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Merzig-Wadern. In Wäldern und Grünanlagen wurden zuletzt verstärkt Eichenprozessionsspinner gesichtet. Von Teresa Bauer

Es sind winzige, unscheinbare Raupen, von denen aber eine große Gefahr ausgeht: die Eichenprozessionsspinner. In den letzten Wochen sind sie wieder verstärkt in Wäldern und Grünflächen im Kreis zu finden. Die dünnen Härchen der Raupen können leicht brechen, der Wind verteilt sie über weite Strecken. Diese etwa ein Zentimeter langen Brennhaare verursachen starke Hautirritationen wie Juckreiz, Pusteln und Quaddeln, Augenreizungen, Atembeschwerden und bei Allergikern sogar schwere Atemnot.


In Saarfels war fast die gesamte Hauptstraße betroffen. Auch Reimsbach wurde von den Insekten heimgesucht. „Eine Fachfirma hat sie aber alle beseitigt“, gibt Beckingens Gemeindeoberamtsrat Volkmar Schommer Entwarnung. In der Gemeinde Wadern haben sich die Eichenprozessionsspinner in „normalen Mengen“ ausgebreitet, sagt Förster Horst Staub. Es gebe keine Massenvermehrung und keinen großflächigen Befall wie in der Gemeinde Beckingen. Verschont blieb bisher auch Perl. Michael Leuk vom Bauhof: „In den letzten Jahren gab es immer mal wieder einen einzelnen Befall. Zur Zeit ist uns aber von großflächig betroffenen Gebieten, Gott sei Dank, nichts bekannt.“

Im Losheimer Ortsteil Bachem ist ein kleiner Bereich an der Grundschule betroffen, wie Werner Ludwig von der Gemeindeveraltung mitteilt. Man habe sich mit der Schule in Verbindung gesetzt, sodass die Schüler das Gebiet meiden. „Diese Woche werden wir überprüfen, um wie viele Raupen es sich handelt und sie beseitigen“, sagt Ludwig.



„Dieses Jahr war es schon heftig, aber die Lage hat sich wieder entspannt“, sagt Armin Wagner, Förster der Gemeinde Weiskirchen. Es handele sich um einen Zeitraum von rund 14 Tagen, „dann verpuppen sich die Raupen und sind auch wieder weg“. Dass wie in Saarfels größere Gebiete betroffen waren, sei aber nicht der Fall gewesen, so Wagner.

Wie Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer auf Nachfrage mitteilt, waren elf Eichen an der Cloef in Orscholz betroffen. Anfang vergangener Woche konnten die Nester und die Insekten entfernt werden. „Glücklicherweise können alle Bäume stehenbleiben“, sagt Kiefer. Im Bereich „Siedlung“ in Mettlach befänden sich ebenfalls Eichenprozessionsspinner an Eichen. Allerdings auf dem Grundstück von Alexander von Boch. Die Gemeinde habe die Stellen abgesperrt und das Landesamt für Umweltschutz eingebunden. Weitere Maßnahmen seien nun „Sache des Eigentümers“, sagt Kiefer. Dass sich die Insekten nicht weiter ausgebreitet haben, sei dem Regen in den vergangenen Tagen geschuldet. „Das Wasser hat viele weggespült“, so der Verwaltungschef.

Merzig ist „wie alle Kommunen im Saarland, die über einen durchmischten Baumbestand verfügen, vom Eichenprozessionsspinner betroffen“, sagt Stephan Fandel von der Merziger Stadtverwaltung. „Im Rahmen der durchgeführten Kontrollen wurde der Schädlingsbefall in allen betroffenen Bereichen durch eine Fachfirma beseitigt.“ Dennoch gebe es weiterhin Kontrollen.

Wer Eichenprozessionsspinner entdeckt, sollte die Insekten und deren Nester auf keinen Fall berühren. Auch von an Boden liegenden Haaren unterhalb von Bäumen kann eine Gefahr ausgehen. Kommt man dennoch mit den Härchen in Berührung, sollte die Haut abgespült und die Kleidung bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Durch Kratzen werden die Giftstoffe hingegen nur tiefer in die Haut gerieben. Eigentümer eines mit den Insekten befallenen Baumes müssen dafür sorgen, dass keine Gefahr für Dritte ausgeht. Die Beseitigung der Raupen und der betroffenen Pflanzen sollte durch Fachpersonal erfolgen.