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Arbeitsmarkt
„Chancen auf dem heimischen Markt sind gut“

Merzig-Wadern. Die Arbeitslosen-Zahlen sind im Landkreis Merzig-Wadern im Juni weiter gesunken. 304 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt. red

Gut aufgestellt präsentiert sich zurzeit der Arbeitsmarkt im Landkreis Merzig-Wadern: Im Juni hat sich die Zahl der Arbeitslosen weiter verringert. Es waren 2260 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 39 weniger als im Mai und 200 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um fünf auf 4363 gesunken.


„Dass die Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt gut sind, zeigen die stabilen Stellenmeldungen der Betriebe und die bereits seit zwei Jahren rückläufigen Juni-Arbeitslosenzahlen“, betont Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Einbezogen sind nicht nur die Kundinnen und Kunden der Agentur für Arbeit, die meist nur kurzzeitig arbeitslos, damit nah am Arbeitsmarkt und schnell wieder zu vermitteln sind. Auch langzeitarbeitslose Menschen können von der positiven Entwicklung profitieren.“

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 30 auf 905 gestiegen, das waren 0,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.



Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren bewegte sich die Arbeitslosigkeit mit 106 um fast ein Drittel über dem Vormonats- und 8,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 426. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um drei verringert und gegenüber dem Vorjahr um neun erhöht.

Beim Jobcenter im Landkreis Merzig-Wadern ist die Arbeitslosigkeit im Juni gesunken (minus 69 auf 1355). Damit lag sie um 192 unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Juni bei 106. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel gesunken. 439 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 25 verringert. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 589 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 43,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein deutlicher Rückgang (minus 16,2 Prozent).

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Merzig-Wadern im Juni mit 3366 Personen um 11,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 67,1 Prozent, was bedeutet, dass der Arbeitsmarkt durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um rund ein Drittel entlastet wurde.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juni etwas abgeschwächt. So haben die Unternehmen der Region 210 Stellen zur Besetzung gemeldet, 7,1 Prozent weniger als im Mai. Seit Jahresbeginn wurden über 1300 Stellen gemeldet, 11,3 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Stellenbestand blieb mit 847 Jobangeboten sehr hoch (plus 9,4 Prozent zum Vorjahr) und zeugt davon, dass viele Betriebe Probleme haben, ihren Bedarf an Fachkräften zeitnah zu decken. Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich.

Im Landkreis Merzig-Wadern wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 523 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 149 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 315 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 20 mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch 304 Stellen unbesetzt und 115 Jugendliche unversorgt. Am häufigsten werden im Landkreis Merzig-Wadern noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht: Verkäufer/in (23), Handelsfachwirt/in (19), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (19), Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik (15), Maschinen- und Anlagenführer/in (10), Kaufmann/-frau Groß-/Außenhandel - Großhandel (10), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (10), Metallbauer/in - Konstruktionstechnik (9), Restaurantfachmann/frau (9) oder Industriekaufmann/-frau (8).

„Der Ausbildungsmarkt bietet noch viele ungenutzte Potenziale. Oft entsprechen die jungen Leute jedoch nicht dem Idealbild, das Unternehmen von ihren künftigen Nachwuchskräften haben – sei es, dass sie nur einen mäßigen Schulabschluss vorweisen können, Lücken in ihrem Lebenslauf haben oder sie die Sprache unzureichend beherrschen, weil sie noch nicht lange in Deutschland leben. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, mit Unterstützungsleistungen und gezielter Förderung durch die Arbeitsagentur auch auf den ersten Blick schwächeren Ausbildungssuchenden eine Chance zu eröffnen“, sagt Haßdenteufel. Neben der reinen Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Berufsberatung Informationen zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Und wenn die schulischen Leistungen nicht stimmen, kann sie die Bewerberinnen und Bewerber mit zahlreichen Hilfestellungen unterstützen. „In den Sommermonaten finden viele junge Leute noch den ersehnten Ausbildungsplatz – nicht zuletzt mit Unterstützung der Arbeitsagentur“, so Haßdenteufel abschließend.

Ein Termin bei der Berufsberatung kann über die kostenfreie Hotline (0800) 4 5555 00 oder vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden. Unternehmen, die Ausbildungsstellen melden möchten oder ihre gemeldeten Ausbildungsstellen bislang noch nicht besetzen konnten, empfiehlt Haßdenteufel, sich unter der kostenfreien Servicerufnummer (0800) 4 5555 20 an den Arbeitgeberservice zu wenden.

Gut aufgestellt präsentiert sich zurzeit der Arbeitsmarkt im Landkreis Merzig-Wadern: Im Juni hat sich die Zahl der Arbeitslosen weiter verringert.   a
Gut aufgestellt präsentiert sich zurzeit der Arbeitsmarkt im Landkreis Merzig-Wadern: Im Juni hat sich die Zahl der Arbeitslosen weiter verringert. a FOTO: dpa / Carsten Rehder