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Bundeswehr hilft im Kreis Merzig-Wadern bei Corona-Kontaktnachverfolgung

Bundeswehr hilft bei Nachverfolgung : Corona-Fälle halten den Kreis Merzig-Wadern in Atem

Während die Kliniken verschärfte Besucherregeln einführen, gibt es beim Gesundheitsamt Hilfe von der Bundeswehr.

Die Zahl der Corona-Erkrankten im Landkreis Merzig-Wadern steigt weiter. Nachdem am Donnerstag 22 neue Fälle dazugekommen sind, waren es am Freitag nach Angaben des Landkreises weitere zwölf. Die Fälle von Donnerstag verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: sieben in Merzig, vier in Losheim sowie jeweils drei in Wadern, Beckingen, Mettlach und Perl. Am Freitag sind in Beckingen vier Infektionen hinzugekommen, in Merzig drei, in Mettlach und Losheim jeweils zwei und in Wadern eine.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 491 Menschen mit Corona infiziert, 366 gelten als genesen und drei sind verstorben. Aktiv erkrankt sind derzeit 122 Menschen – 40 aus Merzig, 24 aus Mettlach, 14 aus Perl, 13 aus Beckingen, zwölf aus Losheim und einer aus Weiskirchen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Kreis nun bei 83,25.

Mehrere Krankenhäuser im Grünen Kreis haben bereits auf die Zunahme der Fälle reagiert. In der DRK-Klinik in Mettlach sowie in der SHG-Klinik in Merzig gelten wieder stärkere Schutzmaßnahmen. So ist dort jeweils nur ein Besucher für eine Stunde pro Patient erlaubt, wie Sprecher beider Einrichtungen bestätigen. Die Marienhaus-Klinik in Losheim hat nach Angaben eines Sprechers am Freitag ein komplettes Besuchsverbot verhängt; mögliche Ausnahmen seien beispielsweise Besuche bei Palliativ- oder Intensivpatienten. Bereits zuvor hatten die Hochwald-Kliniken in Weiskirchen sowie die Johannesbad-Fachklinik Saarschleife in Orscholz ein Besuchsverbot ausgerufen. In letzterer sind am Mittwoch und Donnerstag mehrere Corona-Fälle bekannt geworden (die SZ berichtete). Am Freitag sei die Situation unverändert, wie eine Sprecherin mitteilte.

Nicht nur in Krankenhäusern sorgt das Virus für Veränderungen. Auch eine Arztpraxis aus Brotdorf teilte auf Facebook mit, dass mehrere Mitglieder des Praxisteams erkrankt seien. Die Praxis sei umgehend geschlossen worden, von einer Gefährdung der Patienten sei nicht auszugehen.

Um die Infektionsketten weiter nachverfolgen zu können, hat der Landkreis Merzig-Wadern nun Unterstützung von der Bundeswehr bekommen. Zurzeit seien hierfür sechs Soldaten der Luftlandebrigade 1 „Saarland“ im Gesundheitsamt des Landkreises eingesetzt. „Wir sind der Bundeswehr sehr dankbar für ihre Unterstützung“, betonte Merzig-Waderns Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. „Die Arbeitsbelastung im Gesundheitsamt ist zurzeit enorm, die Kontaktnachverfolgung bindet viele Ressourcen“, berichtete sie. Durch die Unterstützung bleibe das Gesundheitsamt trotz steigender Corona-Fallzahlen handlungsfähig und könne die Infektionsketten im Landkreis schnellstmöglich ermitteln.

Aktuell unterstützt die Bundeswehr im Rahmen von neun Amtshilfeanträgen jeweils mit Personal und Material im Saarland: Das sind nach Angaben des Landkreises neben den Soldaten der Saarlandbrigade aus den Standorten Saarlouis, Merzig und Lebach in den sechs saarländischen Gesundheitsämtern auch noch Soldaten vom Sanitätsregiment 3 in Dornstadt, die im zentralen Corona-Testzentrum in Saarbrücken sowie mobil eingesetzt werden.

Oberst Matthias Reibold, Kommandeur des Landeskommando Saarland, hob die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Merzig-Wadern hervor: „Die Soldatinnen und Soldaten arbeiten hier hervorragend und auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes zusammen.“