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Fußball: Brotdorf bietet dem Spitzenreiter die Stirn

Fußball : Brotdorf bietet dem Spitzenreiter die Stirn

Die Verbandsliga-Fußballer des FC Brotdorf und des FC Noswendel Wadern sorgten am Wochenende gegen hoch gehandelte Teams für Furore. Wahlen-Niederlosheim schlug im Derby Reimsbach.

Der FC Brotdorf hat geschafft, was bisher noch keinem Team der Fußball-Verbandsliga gelungen ist: Die Seffersbacher trotzten Spitzenreiter SF Rehlingen-Fremersdorf im Heimspiel vor rund 300 Zuschauern ein 1:1 ab und sorgten für den ersten Punktverlust der zuvor neun Mal siegreichen Gäste.

Dabei hätte die Partie am Sonntag für die Gastgeber kaum schlechter beginnen können, denn schon nach drei Minuten lag die Elf von Trainer Thorsten Sünnen zurück. Rehlingens Angreifer Daniel Lo Porto brauchte nach einem bösen Abwehrbock der Brotdorfer nur noch Danke zu sagen – das 0:1 (3. Spielminute). „Das frühe Gegentor war für uns die eiskalte Dusche. Unsere Taktik wurde so komplett über den Haufen geworfen. Aber wir haben uns wieder aufgerichtet und bis zur Pause viel Druck entwickelt“, sagte FCB-Trainer Sünnen.

Die Bemühungen wurden kurz vor dem Wechsel nach einem klasse Spielzug auch belohnt: Marco Tiator setzte mit seinem Pass aus der eigenen Hälfte Julian Brandt in Szene. Der 19-Jährige legte von rechts mit viel Übersicht in den Rückraum, wo Tom Schreiner nach einem Doppelpass mit Max Schommer frei vor Gäste-Torwart Marc Fischer auftauchte und diesen zum 1:1 überwand (45.).

Nach der Pause blieb Brotdorf am Drücker, ließ Ball und Gegner laufen, ohne aber große Chancen zu kreieren. In der Endphase wurde schließlich Rehlingen-Fremersdorf wieder stärker und vergab durch den eingewechselten Salvatore Frenda auch noch eine gute Chance, ehe auch Brotdorf in der Nachspielzeit nochmal am Sieg schnupperte. Jonas Neusius scheiterte aus spitzem Winkel an Fischer. Vielleicht hätte er den besser postierten Christian Brandt bedienen sollen (94.). So  blieb es beim laut Sünnen gerechten 1:1: „Es war ein sehr intensives Spiel mit viel Tempo. Trotz unserer leichten Vorteile über 60 Minuten geht das Remis in Ordnung.“ Mit 18 Zählern bleibt Brotdorf zehn Punkte hinter Rehlingen Vierter.

In der unteren Tabellenhälfte stellte der FC Noswendel Wadern durch den zweiten Sieg in Folge den Anschluss ans Mittelfeld her: In Abwesenheit des im Urlaub weilenden Spielertrainers Thorsten Schütte brachte der Aufsteiger dem zuletzt formstarken FV Siersburg die erste Niederlage seit dem dritten Spieltag bei. Der FC bezwang den Saarlandliga-Absteiger mit 2:1 (2:1) – und feierte im fünften Anlauf den ersten Heimsieg. Nach einem Konter über Benjamin Sauer und Marcel Lorig traf Torjäger Sven Schwindling schon nach wenigen Sekunden zum 1:0. Der formstarke Lorig war auch Vorbereiter des 2:0 durch den 19-jährigen Tobias Bittes (29.). Siersburg verkürzte kurz vor der Pause durch Torjäger Kevin Feiersinger (43.) und entfachte in Hälfte zwei enormen Druck. Dank Torwart Kilian Biesel, mit Glück und Geschick brachte Noswendel Wadern den Vorsprung aber nach Hause. Nach zum Teil tumultartigen Szenen im FC-Strafraum und einem Freistoß Feiersingers an den Pfosten (87.) war der dritte Saisonsieg eingetütet.

Mit elf Zählern liegt der FC auf Rang 13, einen Zähler hinter dem SV Wahlen-Niederlosheim, der am Samstag mit einem 2:0 (0:0)-Heimsieg im Derby gegen den 1. FC Reimsbach am nun punktgleichen und personell gebeutelten Kreisrivalen vorbeizog. Vor rund 400 Zuschauern brachte Spielertrainer Alexander Schmitt Wahlen-Niederlosheim nach der Pause in Führung (52.). Kurz darauf feierte Trainerkollege Nico Portz sein Saisondebüt nach Handbruch – und zeigte nach der Einwechslung gleich, wie wertvoll er ist. Die Ecke des Spielertrainers wuchtete der ebenfalls eingewechselte Jannick Schmitt per Kopf zum 2:0-Endstand ein (80.). „Wir waren gegen einen stark geschwächten Gegner massiv überlegen. Unser Torwart musste fast keinen Ball halten“, sagte Schmitt.

Derweil scheint die SG Perl-Besch nach gutem Saisonstart neben der Spur zu sein: Die Moselaner kassierten beim SC Reisbach mit 1:3 die dritte Pleite in Folge und konnten sich sogar glücklich schätzen, nur drei Gegentore kassiert zu haben.