Bioerdgas-Projekt wird heute in Fitten vorgestellt

Fitten. Um 18 Uhr beginnt die Veranstaltung im Feuerwehr-Gerätehaus von Fitten. Vertreter des potenziellen Betreibers der Anlage, der Bioerdgas-Sparte des Energiekonzerns Eon, werden vor Ort sein, um über das Projekt zu informieren und sich den Fragen der Öffentlichkeit zu stellen

Fitten. Um 18 Uhr beginnt die Veranstaltung im Feuerwehr-Gerätehaus von Fitten. Vertreter des potenziellen Betreibers der Anlage, der Bioerdgas-Sparte des Energiekonzerns Eon, werden vor Ort sein, um über das Projekt zu informieren und sich den Fragen der Öffentlichkeit zu stellen.Was bisher bekannt ist: Auf einer rund zehn Hektar großen Fläche direkt im Anschluss an die städtische Kompostieranlage soll eine Anlage zur Vergärung von Biomasse zu Biogas entstehen. Das dort produzierte Biogas wird noch an Ort und Stelle in Bioerdgas umgewandelt, indem die im Biogas enthaltenen Anteile von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff entzogen werden und das Gas verdichtet wird. Anschließend soll das so gewonnene Bioerdgas in die in unmittelbarere Nähe verlaufende Erdgas-Versorgungsleitung eingespeist werden. Die Betreiber der Anlage erhalten für das von ihnen eingespeiste Gas eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). In der Anlage in Merzig sollen pro Stunde etwa 1000 Kubikmeter Biogas erzeugt werden, was etwa 500 Kubikmetern aufbereitetem Bioerdgas entspricht. Mit der dort erzeugten Erdgasmenge ließen sich rund 2200 Durchschnittshaushalte mit Wärmeenergie versorgen. Als Betreiber der Anlage treten neben dem Mehrheitsgesellschafter, der Bioerdgas-Sparte von Eon, die Saar-Ferngas AG sowie die Stadtwerke Merzig auf, die einen Anteil von zehn Prozent an der in Gründung befindlichen Betreibergesellschaft "Biogasenergie Merzig GmbH" halten. Die Investoren würden mit dem Bau der rund zehn Millionen Euro teuren Anlage gerne noch dieses Jahr beginnen und die Anlage bis Herbst 2010 in Betrieb nehmen. Bislang sind die notwendigen planungsrechtlichen Schritte von den zuständigen Gremien der Stadt Merzig in großer Einmütigkeit gebilligt worden.Aber gegen das Projekt regt sich Widerstand in der Bevölkerung, insbesondere bei Bürgern aus Fitten. Dort hat sich vor wenigen Tagen eine Bürgerinitiative gegründet, die deutliche Kritik an dem Vorhaben übt. Die BI-Vertreter erinnern an die massiven Geruchsprobleme, die es in Fitten in den 80er und 90er Jahren wegen der EVS-Deponie oberhalb des Ortes gab. Die Biogas-Anlage liegt in gleicher Richtung wie die Deponie, wenn auch etwas weiter (1100 Meter) von der Fitter Ortslage entfernt. Die Kritiker des Projektes sehen erneut Geruchsbelästigungen auf Fitten zukommen, insbesondere wenn die Anlage mit der Biomasse, im Wesentlichen Mais- und Grassilage, bestückt wird. Auch sehen die BI-Vertreter wegen der großen Menge an benötigter Biomasse (etwa 44 000 Tonnen im Jahr) eine massive Verkehrsbelastung auf die Ortschaften in der Umgebung der Anlage, und hier insbesondere auf Hilbringen, zukommen. Sie fordern ein Ausweichen auf einen anderen Standort, der 600 Meter weiter vom Ort entfernt ist.Die Betreiber verweisen darauf, dass die Anlage und die Biomasse-Silos so abgedichtet würden, dass Geruchsemissionen so weit wie möglich reduziert werden. Nach ihrer Darstellung würden schon in wenigen 100 Metern Entfernung von der Anlage keine Gerüche mehr wahrnehmbar sein. Zur Verkehrsbelastung erklären die Betreiber, dass die Anlieferung der benötigten Biomasse aus verschiedenen Richtungen erfolge, so dass sich der Verkehr auch auf unterschiedliche Zufahrtsstrecken verteilen werde.