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Begegnung mit Fuchs, Dachs und Co.

Begegnung mit Fuchs, Dachs und Co.

Besseringen. Hase, Kitz, Eichhörnchen und Wildschwein wollen alle einmal berühren. Nur mit Mühe lassen sich die knuffigen Kleinen zwischen drei und sechs Jahren bremsen, zu viele Waldbewohner wollen sie an diesem klirrend kalten Wintertag im Besseringer Wald entdecken. Das bisschen Frost macht den 18 Mädchen und Jungen des Waldkindergartens nichts aus - im Gegenteil

Besseringen. Hase, Kitz, Eichhörnchen und Wildschwein wollen alle einmal berühren. Nur mit Mühe lassen sich die knuffigen Kleinen zwischen drei und sechs Jahren bremsen, zu viele Waldbewohner wollen sie an diesem klirrend kalten Wintertag im Besseringer Wald entdecken. Das bisschen Frost macht den 18 Mädchen und Jungen des Waldkindergartens nichts aus - im Gegenteil. Zum einen ist das Gewohnheit, zum anderen haben sie an andere Dinge zu denken als an das bisschen kalte Nasen oder eisige Hände. Bussard, Wiesel, Fuchs, Dachs und all die anderen Waldbewohner, die Umweltpädagoge Wolfgang Lehnen zum Anschauungsunterricht in freier Natur mitgebracht hat, ziehen die Jungen und Mädchen in ihren Bann. "Mit Wolli den Wald erleben" hat der Regionalleiter Nord des DWV und Referent mit Zertifikat für Natur- und Umweltpädagogik sein Konzept überschrieben, mit dem er seit Juni vergangenen Jahres durch die Grundschulen zieht. Das Ziel des kostenlosen Projektes: Kinder und Jugendliche sollen neue Einblicke in den Artenreichtum und die Vielfalt der Natur gewinnen. "Zusehends geht das Wissen über unsere heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt bei mehr und mehr Kindern verloren" - ebenso bei vielen Erwachsenen. "Es kann passieren, dass Lehrer felsenfest behaupten, dass der Mann von einer Rehgeiß ein Hirsch ist. " Grund für diese "Fehleinschätzungen": Es mangele, auch im ländlichen Raum, an einem unmittelbaren Umwelt-Erlebnis, dem direkten Kontakt mit der Natur. Statt eines Spaziergangs durch Wald und Flur stünde die indirekte Wissensvermittlung und -aufnahme über unterschiedlichste Medien im Mittelpunkt. "Kein Wunder, dass die Fäden zur lebendigen Natur zerreißen. Wir vom Wildschutz Verband sind aber überzeugt, dass dieses Naturgespür verschüttet, aber nicht gänzlich verloren geht." Gerade bei Kindern und Jugendlichen sei es ein Leichtes, dies wieder zu aktivieren. "Wenn die Kinder nach der Projekt-Woche dann mit dem Zertifikat 'Umweltranger' nach Hause kommen, müssen die Eltern in der Regel mit nach draußen", sagt Lehnen aus nunmehr einem halben Jahr Erfahrung mit Schülern. Mit dem Projekt im Kindergarten betritt er Neuland und ist über das Wissen der Kids bass erstaunt. "Dadurch, dass sich die Jungen und Mädchen immer in der Natur aufhalten, haben sie schon Erfahrungen gesammelt, die manch einem Erwachsenen aus der Stadt abgehen." So ist es für viele der Kinder kein Problem, das Gros der rund 30 ausgestopften Tiere auf Lehnens Parcours entlang des Waldweges zu erkennen. Dass Spechte Nüsse mögen, weiß jeder Waldzwerg. Neu erscheint jedoch die Erkenntnis, dass die gefiederten Waldbewohner auf Ameisen stehen - Tiere, mit denen die sonst so gewitzte Ana noch wenig Erfahrung gemacht haben muss. "Gibt es auch B- und C-Meisen?", will der süße Fratz prompt wissen - eine Frage, die selbst den Umweltpädagogen schmunzeln lässt. "Kohlmeisen gibt es, Blau- oder Waldmeisen", wird Ana aufgeklärt. "Aber das sind keine Insekten wie die Ameisen" - "sondern Vögel", rufen die Kinder. Während sich Ana, Nele, Joshua und all die anderen Waldzwerge auf den Weg zurück zum Tipi machen, sammelt Lehnen schmunzelnd seine Menagerie wieder ein. Als weitere Teile seines Anschauungs-Unterrichtes hat er die "Nahrungskette" und "Natur mit allen Sinnen erleben" auf den Stundenplan gesetzt - zumindest Letzteres dürfte der munteren Rasselbande absolut vertraut sein.Infos gibt Wolfgang Lehnen, Telefon 0163 569 3721, Mail: wolfganglehnen@d-w-v.de. "Zusehends geht das Wissen über unsere heimische Natur, die Tier- und Pflanzenwelt, mehr und mehr Kindern verloren."Wolfgang Lehnen

stichwortDer Deutsche Wildschutz-Verband (DWV) versteht sich als bundesweit tätige Interessenvertretung für Jäger, Jagdaufseher, Revierinhaber sowie alle Freunde der Jagd, der Wildtiere und des Naturschutzes.Gegründet wurde der DWV am 6. April 2002 von Jagdaufsehern. Neben Naturschutzpädagogik bietet der Wildschutz- Verband auch Aus- und Weiterbildungen von Jägern und Jagdaufsehern an. red