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Zur Eröffnung erklang der „Schneewalzer“

Das Sängerquartett der Mundartgruppe besang die Heimatliebe. FOTO: Norbert Becker
Das Sängerquartett der Mundartgruppe besang die Heimatliebe. FOTO: Norbert Becker
Honzrath. Alte Bauernregeln zum Winterwetter, Geschichten und Anekdoten rings um den Winter gab es beim Mundartnachmittag zu hören. Ein Quiz und Lieder rundeten den stimmungsvollen Nachmittag ab. Norbert Becker

Mit dem Thema "Wender" (Winter) beschäftigte sich der Mundartnachmittag des Heimatvereins (HV) Honzrath am Sonntagnachmittag in der Mehrzweckhalle. Der erste Vorsitzende Werner Reinert und Herbert Engstler als Leiter der Mundartgruppe begrüßten die interessierten Zuhörer aus Honzrath und Umgebung.

Winterkirmes früher und heute


Nach Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl, führten Gudrun Reinert und Herbert Engstler durch das ansprechende Programm mit mundartlichen Texten und Gesang. Werner Schäfer ließ zur Eröffnung den umgetexteten "Schneewalzer" erklingen. Bauernweisheiten und Wetterregeln vaam "Wender", wie "Ränt et an St. Nikolaus, wird der Wender streng on graus"n brachte Winfried Lauer. Er erzählte auch davon, was früher an der Winterkirmes (Kathreinentag) so alles geboten wurde und was sich gewandelt hat. Um eine Episode aus seiner Zeit als Ortsvorsteher, bei der eine Familie nicht wusste, was mit der gewonnen lebenden Martinsgans geschehen sollte und er eine Lösung fand, ging es in einer Schilderung von Werner Reinert.

Manfred Thiel brachte eine Erinnerung an den Niggläsjesomend (Nikolausabend) 1943, als ein toller Nikolaus mit Holzschuhen und feiner Sprache kam, der ihn sehr beeindruckte. Werner Schäfer blickte bei seinem Vortrag "Mei Wender enn Honzert" auf Jugenderlebnisse zurück, als er mit dem von seinem Vater selbst gebauten Schlieden, der wie eine Keschd (Kiste) aussah, auf Schlittenbahnen im Dorf unterwegs war.

Herbert Engstler schilderte mit seinen Ausführungen "Wender bei uus dehemm" Zeiten, als es in der Heck, wo er seit jeher wohnt, bis 1946 weder Strom- noch Wasseranschluss gab. "Eisch han de Freck - on die geht net weg", besang Werner Schäfer gesundheitliche Probleme im Winter. Kindheitserinnerungen zu Weihnachten ließ Helga Scholtes in ihrem Beitrag "Et Kreschkenjen kemmt" erwachen. In "Em Bäämchen sei Rach" schilderte Hans-Peter Spelz, wie ein Weihnachtsbaum seine Nadeln abwarf. Ferner ging es bei seinem "Drei-Keenischs-Dach" anstatt Gold, Weihrauch und Myhrre um Windeln für das Jesuskind und beim "Valentinsdach" offenbarte er sich als Anti-Anhänger der an diesem Tag üblichen Geschenke. Vom "Spillen em Wender" erzählte Mia Klassen. Dazu gehörte auch das Schleimern auf Willi Seiwerts zugefrorenen Weiher oder Schliedenfahren auf der langen Bahn vom Mierzischer Pädchen bis zur Kapelle.

Neues Heimatblatt vorgestellt

Das Sängerquartett Helga Scholtes, Mia Klassen, Manfred Thiel und Winfried Lauer besang "Die Heimatliebe", wo man sich geborgen fühlt, ehe dann alle gemeinsam das Honzer Lied erklingen ließen. Auch diesmal gab es wieder ein Quiz mit mundartlichen Begriffen. Die Preise gingen an Roswitha Haag, Annemie Schäfer, Martha Ludwig, Marga Seger und Inge Becker. HV-Vorsitzender Reinert stellte dann das neue Honzer Heimatblatt Nr. 12 vor, das Geschichten und Gedichte zum Thema "Summer em Dorf - Wie et fri.er wor" beinhaltet.