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Reimsbach
Ehrendes Gedenken an die Kriegstoten

Am Sonntagmorgen fand die traditionelle Gedenkfeier zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegungen auf dem Reimsbacher Ehrenfriedhof erstmals zentral für die Gemeinde Beckingen statt.
Am Sonntagmorgen fand die traditionelle Gedenkfeier zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegungen auf dem Reimsbacher Ehrenfriedhof erstmals zentral für die Gemeinde Beckingen statt. FOTO: Norbert Becker
REIMSBACH. Mahnung für den Frieden in der Welt: Auch dieses Jahr hatten sich am Volkstrauertag Bürger am Ehrenfriedhof in Reimsbach versammelt, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Von Norbert Becker

Seit vielen Jahren findet am Volkstrauertag eine Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof in Reimsbach statt – doch nun erstmals als zentrale Gedenkfeier für die Gemeinde Beckingen. Nach einer Messe, die Pastor Wolfgang Goebel in der Pfarrkirche St. Andreas und Maria Himmelfahrt zelebriert hatte, ging es zu der am Waldrand gelegenen Ruhestätte mit insgesamt 314 Kriegsgräbern.


Zur musikalischen Umrahmung der Veranstaltung trug der Musikverein Reimsbach-Oppen unter Stabführung von Sabine Petit bei. Bundeswehrsoldaten aus Merzig standen Ehrenwache. Mit dabei waren auch Landtagsabgeordnete Dagmar Ensch-Engel, Bürgermeister Thomas Collmann, der Reimsbacher Ortsvorsteher Jürgen Dörholt und dessen Kollegen aus anderen Gemeindebezirken sowie  Vertreter aus der Kommunalpolitik.

Feuerwehrleute aus Reimsbach, Oppen und Erbringen säumten mit Fackeln den Weg zwischen den Gräberfeldern. Das Deutsche-Rote-Kreuz (DRK) Reimsbach-Oppen, der Schützenverein Tell Reimsbach, der Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach-Oppen, Vertreter des VdK sowie anderer Vereine waren ebenfalls anwesend.



Reimsbachs Ortsvorsteher Jürgen Dörholt meinte in seiner Ansprache: „Ich danke Ihnen, dass Sie heute hierher gekommen sind, um der vielen Frauen, Männer und Kinder aus unserem Land und vielen anderen Ländern zu gedenken, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind. Uns führt heute die Trauer zusammen, verbunden mit dem Bestreben, die Opfer vor dem Vergessen zu bewahren. Denn wenn niemand mehr an sie denkt, dann sind sie endgültig tot, dann kann ihr Schicksal keinem mehr etwas sagen.“

Jürgen Dörholt erinnerte an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, in dem rund 20 Millionen Menschen ihr Leben verloren haben, und an den Zweiten Weltkrieg, der nur 21 Jahre später begann und bei mehr als 60 Millionen Kriegstoten zu beklagen waren. Den Gedenktagen wie der Volkstrauertag kommt nach seiner Auffassung nach wie vor ein hoher Stellenwert zu. Ein Gedenken, das sich der Geschichte stelle und daraus Rückschlüsse zieht, sensibilisiere dafür, bedrohliche Entwicklungen oder die Verharmlosung von Gewalt rechtzeitig zu erkennen, Menschen zu achten und Frieden und Freiheit hoch zu schätzen.

Bürgermeister Thomas Collmann sagte: „Der Volkstrauertag ist ein Tag der Erinnerung und Mahnung. Er bietet die Chance, Geschichte aufzuarbeiten. Zeitzeugen werden immer weniger. Der Volkstrauertag und die Erinnerungskultur sind wichtig, damit wir nicht vergessen, was passiert ist und den Anfängen wehren. Ich danke Ihnen, dass Sie heute hier sind und damit ein großartiges Zeichen setzen: „Nie wieder.“ Wir wollen diese gute Tradition hier in Reimsbach auch künftig fortsetzen und haben daher gemeinsam mit den Ortsvorstehern entschieden, die Veranstaltung hier zentral für die Gesamtgemeinde zu begehen. Damit wollen wir dem Volkstrauertag wieder mehr Gewicht verleihen und deutlich machen, dass Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.“

Verwaltungschef Thomas Collmann legte Kränze am Ehrenmal nieder. Anschließend waren alle Teilnehmer ins Vereinsheim des FC Reimsbach zu einem Umtrunk mit Imbiss eingeladen.