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Wie der Ordnungsdienst in Beckingen die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert

Kostenpflichtiger Inhalt: Kontrollen in Beckingen : Ordnungsdienst hat Corona-Regeln im Blick

Für die beiden Beckinger Gemeinde-Bediensteten Jürgen Schmal und Monika Dussing sind einige neue Aufgaben hinzugekommen.

Eisige Windböen zerren an dem weiß-roten Band, das Schiff und Leuchtturm absperrt. Steppt sonst im Beckinger Saargarten an sonnigen Tagen der Bär, ist er seit der Ausgangsbeschränkung verwaist. Das Absperrband riegelt den Spielplatz am Saargarten ab, seit Jahren beliebter Treffpunkt für Kindern. Fast menschenleer sind auch die Wege, die sonst so gerne von Spaziergängern genutzt werden.

„Die Leute halten sich an die Regeln“, sagt Jürgen Schmal von der Beckinger Ortspolizeibehörde – nicht nur im Saargarten, sondern überall in den Anlagen und Spielplätzen der Gemeinde, wie der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ergänzt. Seit gut zwei Wochen halten der Coronavirus und seine Folgen den Mann aus Oppen und seine Kollegin Monika Dussing  auf Trab – Aufgaben, die neben ihrem Kerngeschäft als Mitarbeiter des Ordnungsdienstes erledigt werden.

Als ersten Versuch, die Pandemie einzudämmen, mussten Restaurants und Imbissbuden ihre Öffnungszeiten begrenzen – ein Erlass, den die beiden nicht nur durchsetzen, sondern auch kontrollieren mussten, die Abstandsregelung für Tische beispielsweise oder die Öffnungszeiten bis 18 Uhr. Doch diese Verordnung ist seit Samstag, 20 März, wegen noch rigiderer Regelungen überholt. Keine Gäste mehr in Restaurants und Imbissständen, lautete eine Maßgabe, eine weitere, dass nur noch Abhol- und Lieferservice erlaubt sind. „Wir sind direkt rund gefahren und haben den Leuten mitgeteilt, dass sie keinen mehr reinlassen dürfen“, berichten Schmal und Dussing – eine Sache, auf die sie regelmäßig ihr Augenmerk richten. „Ein Besitzer hat einen Tisch vor seine Imbissbude gestellt, an dem er die Bestellungen entgegen nimmt und ausgibt.“

Bisher seien sie auf viel Verständnis gestoßen – ebenso wie bei ihren Patrouillen in Park oder auf Spazierwegen. Ihre Aufgabe hier: kontrollieren, dass die Leute nur alleine, zu zweit oder mit Haushaltsangehörigen joggen oder wandern und den Mindestabstand von zwei Metern, zu Haushaltsfremden einhalten. „Als mich ein paar Wanderer bei meiner Tour entlang der Saar gesehen haben, haben sie angehalten und den Daumen nach oben gehalten – für mich ein Zeichen, dass sie diese Kontrollen gut finden“, sagt Schmal. „Wir fahren regelmäßig unsere Tour, um zu sehen, dass die Verordnungen auch eingehalten werden“, verraten beide. Dazu machen sie auch an den Spielplätzen Station, um zu überwachen, dass deren Sperrung beachtet wird. „Wenn es regnet, ist es ja kein großes Problem, zu Hause zu bleiben. Allerdings lockt das schöne Wetter nach draußen“, sagt der Mann vom Ordnungsamt. „Doch die Leute sind vernünftig, halten Abstand und lassen auch ihre Kinder nicht auf die Spielplätze.“ Bis zum Wochenende seien keine Beschwerden über Corona-Partys im öffentlichen Raum eingegangen – weder bei der Polizei noch bei der Ortspolizei. „Sich auf Grill- und Spielplätzen zu treffen oder trotz aller Verbote zuhause in größeren Gruppen zu feiern, scheint in Zeiten steigender Zahlen von Patienten, die positiv getestet werden, verpönt“, sagen beide.

Und noch eine Sache gehört zu ihrem Job: Menschen, bei denen die Krankheit festgestellt wurde, und die Personen, mit denen sie Kontakt hatten, in Hausquarantäne zu schicken. „Die Menschen kriegen dieses Schreiben nicht mit der Post, sondern wir von der Ortspolizeibehörde stellen ihnen das zu und werfen es in den Briefkasten.“ Neben all diesen Zusatzaufgaben in Zeiten der Pandemie darf ihr Job als kommunaler Ordnungsdienst auch nicht vernachlässigt werden – vom Anleinen von Hunden bis zu Wohnort-Ermittlungen für das Einwohnermeldeamt, von der Überprüfung von Bürgerbeschwerden vor Ort bis zu Verkehrszählungen und vielem mehr. „Wir hatten ein gutes Händchen, dass wir vor rund halben Jahr die beiden Mitarbeiter mit Aufgaben des Ordnungsdienstes betraut haben“, sagt Bürgermeister Thomas Collmann. Mitte November hatte er die beiden vorgestellt.