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Haus mit Geschichte
Wie aus der alten Schule ein Schwesternhaus wurde

Das umgebaute ehemalige Andreas-Haus. Foto: Norbert Becker
Das umgebaute ehemalige Andreas-Haus. Foto: Norbert Becker FOTO: Norbert Becker
Reimsbach. Ein Einblick in die Geschichte des Gebäudes in Reimbach, das im Laufe der vielen Jahre so manchen kommen und gehen sah.

( Wegen steigender Schülerzahlen errichteten die zur Pfarrei Reimsbach gehörenden selbstständigen Gemeinden Reimsbach, Oppen, Hargarten und Erbringen schon im 19. Jahrhundert in der heutigen Reimsbacher Straße ein Schulhaus (Ostteil des späteren Schwesternhauses) mit zwei Klassen. Die Gemeinde Hargarten trat 1851 aus dem Schulverband aus und Erbringen 1878. Trotzdem wuchsen die Schülerzahlen.



Für die verbliebenen Gemeinden Reimsbach und Oppen ergab sich daher die Notwendigkeit eines Schulneubaues. Dieser erfolgte im Jahre 1887 als vierklassiges Gebäude und wurde neben der bisherigen Schule, die zu Lehrerdienstwohnungen umgebaut wurde, errichtet. 1911 schied dann auch Oppen aus dem Schulverband aus. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude zeitweilig als Reservelazarett genutzt, danach wieder als Volksschule bis zur Einweihung eines neuen Volksschulgebäudes in der heutigen Straße zur Plätsch im Jahre 1955.

Das bisherige Gebäude in der Reimsbacher Straße wurde dann zu einem Schwesternhaus für die bereits 1950 aufgrund von Bemühungen von Pastor Hubert Zimmer nach Reimsbach gekommenen Schwestern vom Orden der Salvatorianerinnen mit Kindergarten, ambulanter Pflegestation, Nähschule und Jugendtreff umgebaut.

Der Einzug der Schwestern und die Eröffnung der Einrichtung, die nach dem Kirchenpatron „Andreashaus“ benannt wurde und unter der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde Reimsbach stand, erfolgte am 6. Oktober 1957. In den folgenden Jahren wurde ein Altenwohnheim angebaut, das 1960 seiner Bestimmung übergeben wurde. Nach dem Übergang der ambulanten Krankenpflege, Nähschule und Jugendarbeit an andere Träger, nahmen sich die Schwestern neben dem Kindergarten verstärkt der Betreuung älterer Menschen  an.

Das Altenheim wurde daher im Jahre 1966 durch Aufstockung vergrößert und modernisiert, um es den Bedürfnissen der älteren Menschen anzupassen. Der Kindergarten wurde im Jahr 1995 in das nicht weit entfernte ehemalige Grundschulgebäude umgesiedelt. Wegen gestiegener gesetzlicher Auflagen für solche Einrichtungen wie das Altenheim und der angeschlagenen Gesundheit von Schwester Raymundis entschloss man sich bereits 1996 zur Schließung des Andreas-Hauses.

Die Schwestern Gerharda und Raymundis verließen als letzte von insgesamt 41 in 59 Jahren in Reimsbach tätig gewesenen Ordenschwestern das Dorf und zogen in eine andere Einrichtung des Ordens nach Warburg (Ostwestfalen). Schwester Raymundis ist vor einigen Jahren verstorben.

Das Andreas-Haus wurde zwischenzeitlich teils als Getränkehandlung genutzt, ehe es schließlich bis zum nun erfolgten Umbau leer stand.

1)	Bei einem Ortstermin (von links) wurde das fast fertige Gebäude in Augenschein genommen. Mit dabei waren  Tobias Welsch, Peter Becker, Dietmar Schmitz, Peter Morbe, Andrea Reinert-Clemens (alle LBS), Architekt Ralf Lorscheider, Bauherr und Investor Arno Schorn, Bürgermeister Thomas Collmann, Ortsvorsteher Jürgen Dörholt und  Gemeindekämmerer Michael Buchheit. Foto: Norbert Becker
1) Bei einem Ortstermin (von links) wurde das fast fertige Gebäude in Augenschein genommen. Mit dabei waren Tobias Welsch, Peter Becker, Dietmar Schmitz, Peter Morbe, Andrea Reinert-Clemens (alle LBS), Architekt Ralf Lorscheider, Bauherr und Investor Arno Schorn, Bürgermeister Thomas Collmann, Ortsvorsteher Jürgen Dörholt und Gemeindekämmerer Michael Buchheit. Foto: Norbert Becker FOTO: Norbert Becker