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Wenn in Honzrath die Heide wackelt

Wenn in Honzrath die Heide wackelt

Der 32. internationale Galopprenntag in Honzrath wird an diesem Sonntag ab 14 Uhr wieder Tausende Fans des Pferdesports auf die Heiderennbahn locken. Höhepunkt ist der „Große Hindernispreis des Saarlandes“, das einzige verbliebene Jagdrennen im Land.

Mit trommelnden Hufen stürmen an diesem Sonntag wieder die Vollblüter über die Heiderennbahn in Honzrath , liefern sich die Jockeys packende Finishs und begeistern Tausende Zuschauer. Sechs Flachrennen hat der Reit- und Rennverein Honzrath bei der 32. Auflage seines Renntags auf der Karte. Lokale Trainergrößen wie Matthias oder Uwe Schwinn und heimische Rennreiter wie Marc Gier oder Michelle Blumenauer messen sich beim Kampf um Plätze und Prämien mit nationaler und internationaler Konkurrenz. Für Spannung ist gesorgt: Beim Turf-Championat Südwest etwa führt Gier die Gesamtwertung gemeinsam mit Stefanie Hofer (beide je elf Punkte) nur hauchdünn vor Rebecca Danz und Michelle Blumenauer (beide zehn Punkte) an. Blumenauer hatte 2014 den Vize-Weltmeistertitel der Amateur-Rennreiterinnen nach Beckingen geholt.

Familienduell im Jagdrennen

Höhepunkt des Renntages ist aber unbestritten der "Große Hindernispreis des Saarlandes" über 3400 Meter ab 17 Uhr. Das mit 6600 Euro dotierte und zwölf Natursprüngen gespickte einzige Jagdrennen des Saarlandes werde das Publikum in Atem halten, verspricht Marion Bast. "Hindernisse und Bahn sind top präpariert, das Teilnehmer-Feld ist hochklassig", berichtet die Geschäftsführerin des ausrichtenden Vereins. Lokalmatador Oliver Schnakenberg, der im Honzrather Reitstall von Matthias Schwinn mehrere Pferde trainiert, hat mit "Jupiter" und "Fair Lucky" gleich zwei Kandidaten im sandigen Geläuf. Zu den Favoriten zählt auch "Sekundant", der Wallach des früheren Star-Jockeys Peter Gehm. Aber wer gewinnt diesmal das "Familienduell Schnakenberg"? Sohn Oliver gewann den Großen Hindernispreis als Reiter fünf Mal, zuletzt 2014 auf "Stromberg". 2015 jubelte die Mama. "Nuevo Leon" sicherte Trainerin Elfi Schnakenberg den siebten Sieg - das ist Rekord in Honzrath .

So turbulent wie im Vorjahr müsse das Jagdrennen aber nicht mehr ablaufen, bemerkt Bast. Drei Abwürfe und reiterlose Pferde auf der Bahn sorgten damals für Herzrasen. "Zum Glück ging alles gut. Ich hoffe, dass diesmal nichts passiert", sagt die 54-Jährige.

Bast ist "das Mädchen für alles"

Seit der Kindheit liebt die frühere Amateurrennreiterin Pferde . 1979 übernahm Bast die Geschäftsführung ihres Vereins - mit 18 Jahren. Seit 1984 galoppieren die Vollblüter über die Honzrather Heide. Bast organisiert den Renntag von Anfang an. "Ich kümmere mich um die Ausschreibung, das Sponsoring, die Toto-Genehmigung und teile die 130 Helfer ein", zählt das "Mädchen für alles" nur einige ihrer Aufgaben auf. Am Renntag wird Bast an der Jockey-Waage im Einsatz sein und überprüfen, ob beispielsweise Hans-Jürgen Palz sein Gewicht gehalten hat.

Der Beckinger Besitzertrainer reitet im Ehemaligen-Rennen über 1800 Meter mit. Auf "Heraclius", dem Gewinner des 64. "Grünen Bandes der Saar", will der saarländische Jockey-Veteran noch mal Rennluft schnuppern - so wie früher. "Hansi hat mir gesagt, er reite ihn ja jeden Tag im Training, also warum solle er das nicht mal wieder in einem Rennen tun", erzählt Bast grinsend und drückt dem Vereinskollegen die Daumen. Nach dem sechsten Pferderennen gibt es dann übrigens noch einen ganz besonderen Höhepunkt zum Abschluss: ein Mähdrescher-Rennen.