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Was sich die Leute in den Orten des Kreises einfallen lassen, um Nikolausabend zu feiern

Alternative Nikolausaktionen im Kreis Merzig-Wadern : Nikolaus im Feuerwehrauto und Weckmänner von den Musikern

In mehreren Orten des Landkreises Merzig-Wadern kümmern sich Menschen darum, auch in Zeiten von Corona Kindern eine kleine Freude zu bereiten.

An diesem Sonntag ist Nikolaustag. Landauf, landab ist es Tradition, dass der Heilige Mann am Vorabend seines Namenstages in Begleitung seines etwas grimmigen Assistenten Knecht Rupprecht die Kinder besucht. Das kann, wegen der Einschränkungen und Kontaktverbote durch die Corona-Pandemie, in diesem Jahr nicht so stattfinden wie gewohnt. Aber dennoch haben sich vielerorts Menschen darüber Gedanken gemacht, wie sie auch in Corona-Zeiten die Werte des Nikolausfestes im Bewusstsein halten können. Der Heilige, einst Bischof von Myra, steht für Güte, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit. Und diese zutiefst humanistischen Werte sollen auch die Nikolausaktionen in Erinnerung rufen, die an vielen Orten im Kreis an diesem Wochenende stattfinden sollen.

So wie in Oppen: Dort freut sich Ortsvorsteher Ralf Selzer, dass die Gruppe aus Oppener Mitbürgern, die alljährlich den Nikolaus organisieren, sich auch unter diesen besonderen Umständen bereit erklärt hat, die Tradition zu pflegen. Insgesamt vier Pärchen (Nikolaus und Rupprecht) werden sich am Samstag gegen 17.15 Uhr in Marsch setzen, um die Kinder in verschiedenen Straßen des Ortes aufzusuchen. Das geht in diesem Jahr natürlich nur aus der Ferne und auf Distanz, aber immerhin: „Die Nikoläuse gehen durch die Straßen und machen an den entsprechenden Häusern halt und werden sich durch ihre Rentier-Klingel bemerkbar machen“, erläutert Selzer den Ablauf der Aktion. Von der Haustür oder einem Fenster aus können die Kinder den Heiligen Mann und seinen Begleiter willkommen heißen, vielleicht mit einem Gedicht oder Lied. „Und natürlich kommen die beiden nicht mit leeren Händen“, sagt Selzer: „Alle Kinder erhalten eine kleine Nikolaus-Tüte, die Knecht Rupprecht in entsprechender Entfernung abstellen wird.“ Wer für sein Kind noch kurzfristig einen Besuch des Nikolaus wünscht, kann sich auch am Samstag noch dafür melden, unter Telefon (0 68 32) 10 23.

Aber Selzer bittet alle Mitbürger des Ortes um Unterstützung: „Machen Sie den Weg für den Nikolaus hell, eine entsprechende Lichtquelle im Fenster oder eine Kerze an der Tür sorgen sicher für eine entsprechende Atmosphäre an diesem Nikolausabend“, appelliert er an die Anwohner. Und natürlich freut sich das Nikolausteam über eine Spende, die wie gewohnt für einen wohltätigen Zweck eingesetzt wird.

Ganz ähnlich laufen die Nikolaus-Aktionen in Hargarten, wo nach Mitteilung von Ortsvorsteher Christian Marx der Nikolaus ab 17 Uhr mit kleinen Geschenken zu den Kindern kommt, sowie in Saarfels, wo Nikolaus und Knecht Rupprecht ab 16.30 Uhr Geschenke verteilen werden. In Honzrath kümmern sich Feuerwehr und Tennisverein da­rum, dass die Kinder auch unter Corona-Bedingungen ihren Nikolausabend feiern können. Hier kommt der Heilige Mann ab 17 Uhr mit einem Feuerwehrauto zu den Kleinen.

Eine süße Überraschung haben die Mitglieder des Musikvereins Harmonie Nohn 1920 für die Kinder des Ortes am Sonntagmorgen, 6. Dezember, im Gepäck. Alle Kinder bis 14 Jahre – insgesamt rund 111 Mädchen und Jungen – erhalten vom Musikverein einen Weckmann, kündigt der Vorsitzende Christoph Leinen an. Der Musikverein organisiere unter anderem auch den Umzug zu St. Martin, mache den Kinder damit eine Freude und vermittle gelebte Tradition. Der Verein sei schon seit Jahren darum bemüht, die Jugend für die Kultur zu begeistern und habe durch verschiedene Angebote – zum Beispiel durch musikalische Früherziehung – versucht, die Jugend zu erreichen. „Der Musikverein hätte in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum mit einem Festwochenende gefeiert und hätte in dessen Rahmen ein Kinderprogramm angeboten.“ Doch Corona habe den Musikern einen Strich durch die Rechnung gemacht, ebenso sei ihnen durch die Pandemie die Gelegenheit genommen worden, sich einem breiten Publikum zu präsentieren und Festivitäten oder Veranstaltungen musikalisch zu umrahmen. „Es ist dem Musikverein ein Anliegen durch diese Aktion ein ‚Stück Normalität’, insbesondere für die Kinder, vorzuleben“, sagt Leinen.