Wandern und Saar-Blicke genießen

Mit einer Wanderung bei schönstem Wetter wurde am Donnerstag der Wanderweg „Beckinger SaarBlicke“ als zweiter Premiumweg der Gemeinde neben dem schon länger bestehenden Litermontsagenweg offiziell eröffnet. Er ist als eine der letzten von insgesamt 111 Traumschleifen des Saar-Hunsrücksteiges angelegt und wurde vom Deutschen Wanderinstitut in Marburg mit 63 Punkten zertifiziert.

Rund 50 wanderfreudige Frauen und Männer fanden sich am Donnerstag zur Eröffnung des Wanderweges "Beckinger SaarBlicke" beim Alten Bahnhof ein, wo sie von Bürgermeister Erhard Seger begrüßt wurden. "Ich freue mich, dass trotz eines normalen Wochentages erstaunlich viele Leute gekommen sind und ein Wandererlebnis haben werden." Es sei selten, dass ein Wanderweg einen Gleisanschluss habe, meinte er.

Am Anfang geht's bergauf

Und genau von dort aus ging es unter Führung von Armin Buchheit auf den Weg, der mit einer ziemlichen Steigung beginnt: Auf der Strecke zum Fischerberghaus mit einem Höhenunterschied von 200 Meter mussten immerhin 276 angelegte Stufen bewältigt werden. Vom Weg konnte man einen Blick zurück ins weite Saartal werfen, das aber an diesem Morgen noch dunstig war.

Experte Winfried Minninger informierte an einem ehemaligen Kalkofen über das Kalkbrennen und die einstige Bedeutung des Kalkes. Beim Fischerberghaus mit seiner tollen Fernsicht wurde eine erste Rast mit kühlen Getränken eingelegt. Von dort führt der Weg durch das Naturschutzgebiet Wolferskopf zu seinem höchsten Punkt, von wo aus ebenfalls eine weite Sicht bestand. Wanderführer Buchheit erläuterte das Orchideenvorkommen, die zum Tränken des Viehs eingerichteten Widder und alten Grenzsteine. Nächster Halt war am restaurierten Westwallbunker in Haustadt, den Peter Detzen vorstellte. Weiter ging es zum Beckinger Bildchen. Dort war eine Mittagsrast mit Verpflegung. Dann führt der Weg kurz vor dem Reiterhof hinab ins Kondlerbachtal. Unterwegs gibt es Laufgräben zu sehen und die Gelegenheit zum Blick auf die Siersburg. Beim Hotel "Felsmühle" wurden wieder Getränke gereicht, ehe es am Altarm der Saar vorbei Richtung SaarGarten ging. Von da aus führte kurz vor dem Ziel ein wildromantischer Weg - wie bereits vorher im Kondlerbachtal - über eine neue Holzbrücke durch das Gelände des ehemaligen Sägewerks Speiser mit dem noch einzigen Horizontalgatter im südwestdeutschen Raum. Dann war der Ausgangspunkt Alter Bahnhof wieder erreicht, wo es Würstchen vom Grill und Getränke für die Wanderer gab, die mit den Rastpausen sechs Stunden unterwegs waren.

Landschaft, Kultur, Industrie

Bürgermeister Seger meinte: "Mit der Traumschleife, die den Bereich um den Bahnhof noch attraktiver macht, ist das Wanderwegekonzept der Gemeinde, Landschaft, Kultur und Industrie zu verbinden, jetzt abgeschlossen." Die herrlichen Blickmöglichkeiten von oben und unten trügen dem Leitbild der Gemeinde "Beckingen - gute Aussichten" Rechnung. Seger dankte Kulturamtsleiter Armin Buchheit für die Leitung der Wanderung, dem Bauhof und der Gruppe von Eugen Krüger für die gute Arbeit, dem Losheimer Achim Laub für die Beratung, den fachkundigen Mitwanderern, Schnitzer Hermann Müller und besonders Axel Jungmann, der die Idee zu diesem Wanderweg hatte und sich für deren Umsetzung sehr engagierte.

Dank galt auch der Sparda-Bank, vertreten durch Jürgen Engel, die als Sponsor 3000 Euro für den neuen Weg gestiftet hatte. "Es war wunderschön, einer der schönsten Wege. Die Veranstaltung war sehr gelungen, angenehm und abwechslungsreich. Die große Vielfalt, die der Weg beinhaltet, war beeindruckend", so das überwiegende Fazit der Wanderer.

 Bürgermeister Erhard Seger (M.) begrüßte die Wanderer zur Eröffnung des neuen Weges „Beckinger SaarBlicke“ am Alten Bahnhof.
Bürgermeister Erhard Seger (M.) begrüßte die Wanderer zur Eröffnung des neuen Weges „Beckinger SaarBlicke“ am Alten Bahnhof.

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stichwortDie Traumschleife "Beckinger SaarBlicke" führt vom Historischen Bahnhof ins Naturschutzgebiet Wolferskopf mit herrlichen Aussichten ins südliche und nördliche Saarland. Sie steigt ab ins Haustadter Tal und verläuft durch das Kondelerbachtal an den Saaraltarmen vorbei und durch den SaarGarten zurück zum Alten Bahnhof, wo Start und Ziel ist. Die 14 Kilometer lange Strecke ist nur bis zum Fischerberghaus stark ansteigend. Sie ist ganzjährig begehbar und mittelschwer einzustufen. Die Begehung erfolgt auf eigene Gefahr. Besonderheiten: Geschichte mit Grenzsteinweg, Westwallanlagen und Römerstraße; Industriegeschichte mit Bahnhof, Karcher, Weinbau; Geologie mit Kalk- und Sandsteinboden sowie Steinbrüchen und Kalkofen ; Naturschutzgebiet Wolferskopf; Saaraue mit dem Altarm sowie Kondlerbachtal; SaarGarten nebst Fußballgolfanlage.Einkehrmöglichkeiten bestehen direkt am Weg oder nicht weit entfernt. So im Fischerberghaus, dem Hotel Felsmühle, dem Imbiss an der Fußballgolfanlage, dem Clubhaus "Auf den Kiefern", dem Restaurant "Conor Ranch", den Pizzerias Grizzanti und "San Marcello". nbInfos: Tourist-Info Beckingen , Tel. (0 68 35) 5 51 06, 5 51 05.