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Wahlkampf in den Betrieben"Entwicklungschancen unserer Kinder verbessern"

Wahlkampf in den Betrieben"Entwicklungschancen unserer Kinder verbessern"

Erbringen. Heimspiel für Erhard Seger: Der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Beckingen macht an diesem Tag Hausbesuche in Erbringen, dort wo er geboren wurde. In wenigen Tagen, am Sonntag, 5. Dezember, wird er sich erneut den Beckingern zur Wahl um das Bürgermeisteramt stellen. Treffpunkt mit der SZ ist das Dorfgemeinschaftshaus "Erwringer Scheier"

Erbringen. Heimspiel für Erhard Seger: Der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Beckingen macht an diesem Tag Hausbesuche in Erbringen, dort wo er geboren wurde. In wenigen Tagen, am Sonntag, 5. Dezember, wird er sich erneut den Beckingern zur Wahl um das Bürgermeisteramt stellen. Treffpunkt mit der SZ ist das Dorfgemeinschaftshaus "Erwringer Scheier". "Unweit von hier steht mein Elternhaus, das heute mein Bruder bewohnt", erzählt Seger, Sohn eines Friseurs. Seger ergriff allerdings den Beruf des Lehrers, nachdem er einem Nachbarsjungen eher unansehnlich die Haare geschnitten habe, wie er lachend erzählt.Die anstehenden Besuche - in Begleitung vom CDU-Gemeindeverbands-Vorsitzenden Frank Finkler und Mitgliedern der CDU Erbringen - führen Seger zu örtlichen Betrieben. Ob Autohaus, Kebap-Grill oder Heilpraktikerin, ob Bauunternehmer oder Blumenladen: Erhard Seger erkundigt sich nach der Situation der Gewerbetreibenden, nach ihrer wirtschaftlichen und privaten Lage. "Hausbesuche bei allen Bürgern habe ich vor sieben Jahren gemacht, bei meiner ersten Wahl, um bekannt zu werden", erläutert Seger die Konzentration auf die Unternehmen. "Jeder, der zu mir möchte, wird auch vorgelassen. Bürgerarbeit und Erreichbarkeit für die Menschen in der Gemeinde waren stets Teil meiner Arbeit als Bürgermeister", hält Seger fest und verweist auf rund 1500 Bürgergespräche, die er im Jahr führe.

"In der letzten Zeit hat die Gemeinde rund sechs Millionen Euro an Zuschüssen, etwa aus EU-Förderprogrammen, bekommen. Das ist mir wichtiger als das Kleinklein um die Frage, wer wie viele Bürgersteige gebaut hat." sagt Seger. Gewerbe- und Wirtschaftsförderung seien nach wie vor wichtige Themen für ihn, wenn er Bürgermeister bleibe. "Ab Januar oder Februar wollen wir unter dem Motto 'Alles bei uns' eine Kampagne starten mit Anzeigen im Amtsblatt: alle 14 Tage eine Auflistung von Geschäften mit ihrem Angebot", führt der Bürgermeister aus. So sollen die Bürger das Angebot der Betriebe in der Gemeinde besser kennenlernen und annehmen.

"So möchte ich erreichen, dass weniger Firmen mit ihren Arbeitsplätzen abwandern", sagt Seger. Allerdings war der Bürgermeister auch bei Familien mit Kindern, behinderten und unter Inkontinenz leidenden Familienmitgliedern, um mit ihnen über ein weiteres Projekt zu sprechen, den Windelzuschuss. "Wir wollen einen Barzuschuss für Bedürftige von 30 Euro im Jahr einführen, dafür haben auch schon alle fünf Fraktionen im Gemeinderat die Zustimmung im Hauptausschuss Mitte Dezember zugesagt", führt Seger aus. Zum Verkehrsproblem im Haustadter Tal meint Seger: "Es ist schwierig, wie wollen Sie das lösen? Allerdings zeigt der Verkehr uns, dass wir eine florierende Gemeinde sind." Aber im Gemeinderat arbeite man an einer Resolution zugunsten der Nordsaarlandstraße, stellt Seger fest.

Zum "sparsamen Wahlkampf", den der SPD-Gegenkandidat angekündigt hatte, sagt Frank Finkler, als Gemeindeverbandsvorsitzender für die Organisation des Wahlkampfes verantwortlich: "Unser Budget liegt etwa bei 10 000 Euro, das werden wir aber bei Weitem nicht ausschöpfen." Das Werbematerial umfasse neben einer Info-Broschüre einen Kugelschreiber und für die Kinder Gummibärchen.

www.erhard-seger.de

Welche Prioritäten setzen Sie als Bürgermeister?

Erhard Seger: Ein Schwerpunkt ist für mich das Bemühen, die Lebensqualität in den Orten der Gemeinde spürbar zu verbessern. Dazu zähle ich Sanierungsmaßnahmen in den Ortskernen, um ein Ausbluten der Orte zu verhindern. Priorität besitzt für mich auch die Verbesserung der Lebensverhältnisse und Entwicklungschancen unserer Kinder. Dazu zählen die Ausstattung der Schulen und Kindergärten und der Ausbau von vorschulischen und schulischen Betreuungsangeboten, Investitionen in die Sportförderung oder Angebote zur musisch-kulturellen Bildung. Einen weiteren Schwerpunkt setze ich in die Verbesserung der Außendarstellung der Gemeinde durch Investitionen in Naherholungs- und Tourismusangebote.

Beckingen hat für die Jahre 2010 und 2011 einen ausgeglichenen Doppelhaushalt, Kredite von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro sind zugesichert. Was kann man noch verbessern?

Seger: Wir befinden uns in Beckingen in der bemerkenswerten Situation, dass unsere Finanzen geordnet sind, worum uns andere Gemeinden im Saarland beneiden. Dies trotz der in den letzten Jahren durchgeführten Investitionsmaßnahmen in Millionenhöhe. Unsere Gebühren und Abgaben gehören landesweit zu den niedrigsten. Nie zuvor erhielt die Gemeinde Beckingen so viel Zuschüsse wie in den letzten sieben Jahren. Viel verbessern kann man von daher also nicht. Ich denke aber, dass wir ein verstärktes Augenmerk auf Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden richten müssen, um Kosten zu sparen.

Angenommen, der Gemeinde fallen 10 Millionen Euro in den Schoß. Was machen Sie damit?

Seger: Wenn mir diese Summe in den Schoß fiele, würde ich nicht gleich alles ausgeben, weil zukünftig mit weniger Zuschüssen von Land und Bund zu rechnen ist. Einen Teil würde ich in die Sanierung unserer Ortskerne stecken. Den größeren Teil des Geldes würde ich für unvorhergesehene Haushaltsnotlagen zurückhalten.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Gemeinde Beckingen?

Seger: Es gibt sehr viele schöne Plätze und Aussichtspunkte, wo man die Seele baumeln lassen kann. Allerdings will ich nicht verhehlen, dass ich mich vor allem an den Wochenenden und bei schönem Wetter sehr gerne im Saargarten in Beckingen aufhalte. Es macht mir Spaß, dort den vielen Kindern beim Spielen oder den Besuchern, die im Garten flanieren und die aufgestellten Skulpturen bewundern, zuzusehen.

Warum sollen die Bürger der Gemeinde Beckingen ausgerechnet Sie wählen?

Seger: Weil ich glaube, dass ich in den vergangenen sieben Jahren meiner Amtszeit Beckingen weit nach vorne gebracht habe. Wer ehrlich und mit offenen Augen durch diese Gemeinde geht, wird anerkennen, dass sich viel getan hat.

Zur Person

Erhard Seger, geboren am 25. Mai 1949 in Erbringen, verheiratet, zwei Kinder, ein Enkelkind, wohnhaft in Düppenweiler.

Schulischer und beruflicher Werdegang: Volksschule Erbringen; 1968: Abitur, Aufbaugymnasium Lebach; Wehrdienst; Studium Lehramt und Erziehungswissenschaften, PH und Universität Saarbrücken, Abschluss als Diplom-Pädagoge; 1972 bis 2000: Lehrer und Schulleiter; Schulratsprüfung; 2000 bis 2003 Referatsleiter im Kultusministerium.

Politischer Werdegang: 1970 Eintritt in die CDU und in die Jungen Union (JU); 1970 bis 1974 Vorsitzender der JU Erbringen; 1976 bis 1994 Vorsitzender der CDU Düppenweiler; 1974 bis 2003 Mitglied des Gemeinderates Beckingen; 1979 bis 1984 CDU-Fraktionsvorsitzender; 1984 bis 2003 Fraktionsgeschäftsführer der CDU; 1994 bis 2003 Erster Beigeordneter der Gemeinde Beckingen; 1979 bis 2003 Mitglied des Ortsrates Düppenweiler; 1984 bis 2003 Ortsvorsteher von Düppenweiler; seit 2003 Bürgermeister in Beckingen. hcr