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Vor 20 Jahren wurden Museumsschmiede und Besuchersteinbruch in Hargarten eröffnet

Hargarten : Damit die Schmiede nicht vergessen wird

Seit 20 Jahren kümmert sich der Heimat- und Kulturverein Hargarten darum, dass Menschen den alten Steinbruch beim Ort besuchen können.

Zu den noch vorhandenen, historischen Zeugnissen in dem kleinsten Ortsteil der Gemeinde Beckingen zählen auch der Steinbruch nebst Feldschmiede in der „Burheck“. Diese alten Stätten einst mühevoller, schweißtreibender Arbeit für die Nachwelt zu erhalten, hat sich der 1995 wieder gegründete Heimat- und Kulturverein Hargarten (HKVH) neben der Brauchtumspflege des Dorfes auf die Fahne geschrieben.

Um diese Aufgabe zu erfüllen, scheut der Verein unter seinem erste Vorsitzende Helmut Lubitz und dessen Stellvertreter Herbert Dewes weder Kosten noch Mühen. So jährte sich kürzlich das Fest zur Eröffnung der Museumsschmiede und des Besuchersteinbruchs zum 20. Male. Bis es im August 2000 soweit war, hatten die Mitglieder des HKVH und viele freiwillige Helfer seit März 1998 einen großen Teil ihrer Freizeit damit verbracht, den aus dem 19. Jahrhundert stammenden, 1954 stillgelegten und dann nach und nach verwilderten Sandsteinbruch in der „Burheck“ wieder in einen ansehnlichen, parkähnlichen Zustand zu versetzen und so der Bevölkerung zugänglich zu machen.

Ebenfalls kümmerte sich der Verein um das im Verfall begriffene, vor dem Jahre 1924 errichtete Gebäude der Feldschmiede am Rande des Steinbruchs, das als ein wichtiger Bestandteil für dessen Betrieb notwendig war. Die Schmiede diente einst der Instandhaltung und Schärfung der Werkzeuge, die zum Steinbrechen und zur Bearbeitung der gebrochenen Steine zu Formsteinen für Tür- und Fensterbogen und zu Bausteinen notwendig waren. Die Sandsteine, die man ausschließlich für den Bau von Wohnhäusern, Scheunen, Ställen, Stützmauern und öffentlichen Gebäude verwendete, wurden nicht auf Vorrat gebrochen, sondern nur auf Bestellung.

 Ein altes Gruppenfoto ehemaliger Steinbrucharbeiter
Ein altes Gruppenfoto ehemaliger Steinbrucharbeiter Foto: nb/repro: nb

Bereits im Winter begannen die vorbereitenden Arbeiten mit der Abtragung des Erdreiches über den betreffenden Sandsteinfelsen. Der anfallende Abraum wurde zunächst mit Schubkarren und dann mit auf den verlegten Schienen geschobenen Kipploren wegtransportiert. Erst wenn ein ausreichend großer Steinfels freigelegt war, konnte von oben mit dem Brechen der Steine begonnen werden.

In mühevoller, mehr als zweijähriger Arbeit rodeten Mitglieder des HKVH die wild gewachsenen Bäume und Sträucher im ehemaligen Steinbruch, so dass dessen Felswände wieder frei waren und er als solcher zu erkennen war. Auch die Gleise nebst Kipploren und Arbeitsgeräte wie die Steinsäge, die vor sich hin rosteten, wurden wieder instandgesetzt oder ergänzt, denn sie sind Bestandteil des Steinbruchs, ebenso wie die alte Feldschmiede, die nach gründlicher Restaurierung zu einer Museumsschmiede hergerichtet wurde. In ihr fanden neben den früher erforderlichen Arbeitsgeräte Zweispitz, Keile, Steinaxt und andere, deren Abbildungen das Hargarter Wappen mit zieren, auch der Amboss und weitere Schmiedewerkzeuge eine bleibende Stätte, wo sie gut aufgehoben sind und von Besuchern bestaunt werden.

„Aufgrund ansehnlicher Zuschüsse durch den Kreis und die Gemeinde sowie tatkräftiger Unterstützung durch den Gemeindebauhof und die unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden durch unsere Mitglieder konnten wir damals unsere Idee der Wiederherrichtung des Steinbruchs und der Schmiede, die vom Beckinger Standesamt auch seit Jahren als einer der Trauorte der Gemeinde in Gottes freier Natur genutzt wird, in die Tat umsetzen“, blickten der Vorsitzende Lubitz und sein Stellvertreter Dewes im Beisein von SR-Redakteur und Vereinsmitglied Willibrord Ney, der die Internetseite des HKVH betreut, bei einem Termin vor Ort zurück.

Auch 20 Jahre nach dem Eröffnungsfest wird die Anlage ständig gepflegt und befindet sich in einem guten Zustand. Doch nicht nur hierüber herrschte bei dem Treffen Freude, sondern auch über den Geburtstag des ersten Vorsitzenden Helmut Lubitz, der am 19. September sein 80. Lebensjahr vollendete. Der noch rüstige letzte Leiter der ehemaligen Grundschule steht schon seit der Vereinsgründung vor 25 Jahren an dessen Spitze und bleibt so dem Ort seiner früheren Berufstätigkeit weiterhin verbunden.