Von Bremen nach Honzrath

Acht Rennen stehen am Sonntag beim Honzrather Pferderenntag auf dem Programm. Titelverteidiger beim Großen Hindernispreis des Saarlandes ist „Stromberg“. Der Lokalmatador wiehert im Stall schon in gespannter Vorfreude.

Der siebenjährige Wallach ist spürbar gut gelaunt. Er wiehert vergnügt in die Runde und schüttelt den riesigen Kopf samt wilder Mähne aufgeregt hin und her. Vorfreude ist die schönste Freude - und fast scheint es so, als wüsste "Stromberg ", was ihn am Sonntag auf der Pferderennbahn in Honzrath erwartet.

Ein echtes Heimspiel

Wo noch vor einigen Wochen ein riesiges Maisfeld stand, richtet der Reit- und Rennverein wieder seinen traditionellen Pferderenntag aus. Acht Vollblut-Rennen mit rassigen Pferden und internationalen Spitzenjockeys werden Tausende von Besucher auf die Honzrather Heide locken. Nur zwei Kilometer vom Rennstall von Matthias Schwinn entfernt darf "Stromberg " um 17 Uhr im Jagdrennen um den Großen Hindernispreis des Saarlandes laufen. Im 3400 Meter langen Hauptrennen wird er die Hufe schwingen. Er wird über zwölf Hindernisse springen und versuchen, seinen Titel zu verteidigen. Im Vorjahr erlebten rund 8000 Zuschauer den Siegesritt des Wallachs mit Jockey Oliver Schnakenberg mit. Erst auf den letzten Metern schob sich der mehrfache deutsche Meister der Amateur-Rennreiter an Favorit "Sekundant" vorbei.

Oliver Schnakenberg wird dieses Mal nicht im Sattel sitzen. Er würde gerne, aber er darf nicht. "Ich habe als Trainer vier Pferde in diesem Rennen. Das geht nicht", sagt der Wahlsaarländer und krault seinem Champion den Hals. Schnakenbergs Freundin Eva Herresthal steht daneben und schaut zu. Eifersüchtig ist die erfolgreiche Rennreiterin nicht. Die gebürtige Saarlouiserin und der Norddeutsche haben sich auf der Galopprennbahn kennengelernt. Nach vier gemeinsamen Jahren in Bremen siedelte das Jockey-Paar nach Honzrath um, wo es sich seit März um mehrere Pferde kümmert. "Die Lage ist optimal. Wir haben fast nur Hindernispferde im Stall. In Deutschland gibt es kaum Rennen, in Frankreich aber viele. Da ist man dann schnell", erzählt Schnakenberg. Von Rennstall-Besitzer Matthias Schwinn kam im Jahr 1984 die Idee, auf der Honzrather Heide ein Pferderennen zu veranstalten. Am Hindernisrennen wird der mehrmalige deutsche Meister der Besitzertrainer nicht teilnehmen. "Ich habe dafür in den Flachrennen sieben Pferde am Start und rechne mir schon etwas aus", sagt Schwinn.

Flachrennen? Das stimme nicht ganz, berichtigt Selina Ehl schmunzelnd. "Dieser Rundkurs ist speziell. Auf der Gegenbahn geht es bergab, auf der Zielgeraden hoch. Da hat man als Einheimischer schon Vorteile", verrät die Honzrather Rennreiterin, die drei Mal startet und den 52. Sieg anpeilt.

Höhepunkt um 17 Uhr

Der Renntag beginnt um 14 Uhr mit einem Wertungslauf zum German-Junior-Cup Südwest. Um 17 Uhr steigt der Höhepunkt des Tages. Ihrem "Stromberg " mit Jockey Julian Marinov drücken Schnakenberg und seine Freundin fest die Daumen. "Es ist nach der Sommerpause sein erster Auftritt. Da weiß man nie so genau, wo er denn steht. Aber ich hoffe natürlich, dass er den Titel verteidigen kann. Doch die Konkurrenz ist groß", weiß Oliver Schnakenberg.