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Halloween-Lauf
Schaurig-schöner Laufspaß in Oppen

Beim Halloweenlauf gab es Gruseliges auf und neben der Strecke. Viele der Teilnehmer hatten sich dem Anlass entsprechend geschminkt.
Beim Halloweenlauf gab es Gruseliges auf und neben der Strecke. Viele der Teilnehmer hatten sich dem Anlass entsprechend geschminkt. FOTO: Ruppenthal
Oppen. Weit über 700 schaurige Kreaturen sausten am vergangenen Mittwoch beim 14. Halloweenlauf der LG Reimsbach-Oppen über die Geister-Rennbahn im Wohngebiet „Auf Schlädt“. Grusel- und Lauf-Spaß waren wie immer garantiert. Von Roland Schmidt

Einfach gruselig, echt furchteinflößend und nicht minder eindrucksvoll ist der Spuk, der im Wohngebiet „Auf Schlädt“ heute über 2000 Besuchern bei Anbruch der Dunkelheit in die Knochen fährt. Nur wenige Meter von der Lückner-Arena entfernt hat sich ein Tor zur Unterwelt geöffnet. Bucklige Zombies, blutdürstige Vampire, klapprige Skelette, schaurige Hexen und grausig zerzauste Werwölfe taumeln in der Nacht des Grauens durch schaurig dekorierte Gassen. Blanker Horror, wohin das Auge schaut.


Einmal im Jahr fällt eine Armee finsterer Schreckgestalten über Oppen her – das hat Tradition. Bei dem ursprünglich in Irland verbreiteten „All Hallows` Eve“ wandeln Untote dem Volksglauben zufolge am Abend vor Allerheiligen zwischen den Welten.

Die weit über 700 dämonischen Starter beim 14. Halloweenlauf der LG Reimsbach-Oppen wandeln nicht. Diese Kreaturen im Alter zwischen drei und 70 Jahren laufen lieber. Sie schnaufen und hecheln um die Wette, wobei Bestmarken völlig nebensächlich sind. „Darum geht es uns nicht. Dieser Lauf ist ein Event. Zeiten sind unwichtig. Spaß ist wichtiger“, beschreibt Stefan Speicher die Idee hinter der Horrorshow. Von der Erfolgsgeschichte des Laufs ist der Spartenleiter überrascht – und irgendwie auch nicht. „Wer mal in Ruhe die Strecke ab­geht, weiß, warum die Resonanz so groß ist. Was die Anwohner hier jedes Jahr aufziehen, ist phänomenal“, schwärmt Speicher.



Und es ist echt verrückt, auf welche Ideen die kreativen Hausbesitzer kommen: Grabsteine ragen aus
Vorgärten, Skelette baumeln an Galgen, Totenschädel übersäen Blumenbeete. Von Laserkanonen projizierte Gespenster schweben an Hauswänden. Kürbisfratzen leuchten. Ketten rasseln. Werwölfe heulen vom Band. Der 850 Meter lange Rundkurs ähnelt einer Geister-Rennbahn und gleich am Anfang der Strecke wabern unheimliche Nebelschwaden über den dunklen Asphalt. Nach dem „Tunnel des Grauens“ warten die ersten Schock-Szenarien. „Unsere Dekoration ändert sich jährlich. Das hier ist eine Unterwasser-Horrorwelt mit Arielle der Grusel-Meerjungfrau“, beschreibt Manuela Engel lachend ihr Werk. Drei Wochen Arbeit im Keller, ein Tag Aufbau, drei Stunden Grusel, ein Tag Abbau – ein kurzer Spaß. „Die Läufer sind begeistert von der schaurigen Atmosphäre – die Arbeit lohnt sich“, findet Engel. Sechs Runden hatten die Senioren-Monster im 5100-Meter-Lauf Zeit, grausige Details einzufangen. 350 bis 1900 Meter absolvierten davor die Nachwuchs-Ungeheuer.

„Ich bin ein Horror-Pirat und die Mama ist mitgelaufen“, erzählt die fünf Jahre alte Lina, die in ihrer Altersklasse weit vorne lag. Tim hatte ebenfalls flinke Füße. „Und ich habe Lukas abgehängt“, lacht der drei Jahre alte Horror-Ninja
und zwinkert dem befreundeten Skelett zu. Hexe Amelie war aufgeregt. Nach 750 Metern kommt die Lokalmatadorin von der LG Reimsbach-Oppen als Zweite ins Ziel. Im hoch konzentrierten Rennen erhaschte sie den Horror nur aus den Augenwinkeln. Also besteht Nachholbedarf. „Ich werde mit Papa noch eine Runde durch die Gruselgassen drehen. Das muss ich mir unbedingt genauer ansehen“, schwärmt die Siebenjährige vom gespenstischen Rundkurs in Oppen, dem Hotspot für sportive Fans des Halloween-Horrors.