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Oppen
Bei der SSV wird die Inklusion vorgelebt

Die siegreiche Mannschaft des Werkstattzentrums für Behinderte in Neunkirchen sicherte sich den Siegerpokal. Rechts Turnierleiter Jürgen Ehl.
Die siegreiche Mannschaft des Werkstattzentrums für Behinderte in Neunkirchen sicherte sich den Siegerpokal. Rechts Turnierleiter Jürgen Ehl. FOTO: Erich Brücker
Oppen. In der Oppener Lückner-Arena spielten Menschen mit Behinderung ein Fußballturnier aus. Sechs Teams kämpften um den Sieg.

„Schieß doch“, „Gib ab“, „Tor“, „Geh enger ran“, „So ein Pech“ – solche und ähnliche Rufe hallten  über den Rasenplatz in der Lückner-Arena in Oppen. Der im Frühjahr 2017 gegründete Verein „Kultur- und Sportverein für Menschen mit Behinderung“ (KuS MB) hatte unter seinem Vorsitzenden Jürgen Ehl sein erstes Fußballturnier ausgerichtet. „Das Turnier wurde ins Leben gerufen, weil wir damit junge Menschen trotz ihrer Behinderungen die Möglichkeit geben, sich sportlich zu betätigen und untereinander ihre Leistungsfähigkeit mit viel Spaß einbringen zu können“, nannte Ehl den Grund für das neue sportliche Angebot.


Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann durfe als Schirmherr den Anstoß vornehmen - jedoch nur  verbal. „Schön, dass ein solches Turnier aus der Taufe gehoben wurde, noch dazu in unserer Gemeinde. Besonders hier bei der SSV Oppen wird Inklusion vorgelebt und praktiziert. Das Turnier sollte seinen festen Platz bekommen“, sagte der Verwaltungschef.

Jeweils zwei Fußballspiele gingen gleichzeitig über jeweils 15 Minuten über den Platz. Und man kann sicherlich festhalten, die Spieler im Alter von zehn bis 46 Jahren in den sechs beteiligten Mannschaften aus dem Saarland waren mit viel Begeisterung und Eifer, aber auch mit viel Spaß bei der Sache. Da gab es keinen Ballbesitz-Fußball, taktische Feinheiten oder Zeitschinderei, faire Zweikämpfe und Spielfreude pur zeichneten die Jungen aus. Die sechs Mannschaften waren in zwei Gruppen eingeteilt.



Nach den Gruppenspielen, im Modus „jeder gegen jeden“, standen sich im ersten Halbfinale das Werkstattzentrum für Behinderte (WZB) Neunkirchen und Lebenshilfe Obere Saar (LH OS) Dillingen gegenüber, das die WZB mit 2:1 für sich entscheid. Im zweiten Halbfinale waren KuS MB 1 und LH OS Bübingen die Gegner. Mit Heimvorteil und einem 3:0 zog die KuS MB 1 ins Endspiel ein. Dort konnte der Heimvorteil jedoch nicht genutzt werde. Daniel Rebele vom Gegner WZB sicherte seiner Truppe mit dem einzigen Tor im Finale den Turniersieg.

Riesengroß war der Jubel bei ihm und seinen Mitspielern als sie aus den Händen von Turnierchef Jürgen Ehl den Siegerpokal erhalten hatten. „So ein Fußballturnier, wenn es dann noch mit dem Turniersieg gekrönt wird, ist für meine Jungen immer eine stets willkommene und schöne Sache“, freute sich Dirk Baudis, der WZB-Betreuer zusammen mit seinem Team. Vor allem wissen alle nun, dass ihr allwöchentliches Training Früchte trägt. Aber auch der Endspielverlierer freute sich über seinen Pokal, der sicherlich mehr als ein Trost war. Gleiches gilt für die Nächstplatzierten. Im Spiel um den dritten Platz behielt LH OS 2 mit 4:0 über LH OS 1 die Oberhand, Schnecken Paulus Merzig siegte im Spiel um den fünften Platz über KuS MB 2 mit 7:0.

Turnierchef Ehl zog ein zufriedenstellendes Fazit. „Alle haben heute gewonnen“, freute sich der Vereinschef. Zudem gab er bekannt, dass er nur positive Rückmeldungen seitens der Mannschaftsbetreuer erhalten habe, die im nächsten Jahr gerne wieder kommen wollen.