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Turmkreuz und Hahn von Kirche St. Leodegar Düppenweiler eingesegnet

St. Leodegar in Düppenweiler : Turmkreuz und vergoldeter Hahn eingesegnet

Kirchturm der Pfarrkirche St. Leodegar in Düppenweiler ist mit einer neuen Spitze versehen – der Abschluss der Turmsanierung.

Wenn auch aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen nur wenige Pfarr­angehörige an diesem Sonntagmorgen zum Hochamt in die Kirche St. Leodegar in Düppenweiler kommen durften, war es für diese aber ein besonderes Ereignis. Denn: Sie konnten das dort ausgelegte neue Turmkreuz mit vergoldetem Hahn bewundern und dessen Segnung erleben. Zunächst feierte der bisherige Pfarrverwalter und jetzige Kooperator Wolfgang Goebel zusammen mit seinem Nachfolger, Dechant Patrick Schmidt als Mitzelebranten, die Heilige Messe zum Christ-Königs-Fest. Dieses sah der Dechant, der anschließend die Segnung der erneuerten, symbolisch wichtigen Gegenstände vornahm, als passenden Tag hierzu.

Der Lektor und Pfarrverwaltungsratsvorsitzende Michael Fritsch trug eine für diesen Tag und spätere Generationen wichtige verfasste und später beigefügte Chronik zu der im Jahre 1900 von Bischof Felix Korum konsekrierten Pfarrkirche, deren Renovierung, Turmkreuz und -hahn, der Pfarrei sowie besonderen kirchlichen und weltlichen Ereignissen vor. „Zur Ehre Gottes und als sichtbares christliches Zeichen steht die Pfarrkirche St. Leodegar auf dem Hügel über dem alten Dorf. Dieses Gotteshaus als Ort des Gebetes auch für kommende Generationen zu erhalten war der Wunsch des Verwaltungs- und Pfarrgemeinderates. Am 22. November 2020 wurden Turmkreuz, Hahn und Kugel in der Sonntagsmesse gesegnet und kurz darauf auf dem Kirchturm angebracht“, heißt es in der Einleitung, ehe die durchgeführten Arbeiten an der Kirche aufgeführt sind. Sie wurden in drei Bauabschnitten ausgeführt. 2017 erfolgte die Renovierung und Neueindeckung der Südseite des Daches nebst damit verbundener weiterer Klempnerarbeiten, die Überprüfung und teilweise neue Verfugung des Mauerwerks sowie Restaurierung der Kirchenfenster. 2018 wurden ebenfalls die gleichen Dacharbeiten an der Nordseite und Errichtung eines neuen Kreuzes über dem Chorraum ausgeführt und 2019 die Erneuerung des Heizungskellerdaches und der Leiter am Schornstein.

Im Jahr 2020 folgte die Sanierung des Turmes, der aus zwei Bauabschnitten, nämlich dem unteren Teil aus dem Jahre 1765 und dem oberen Teil mit Glockenstube von 1958 besteht. Weil im oberen Teil auch eine Betonsanierung notwendig gewesen wäre und es vom Stil her nicht harmonisch zum alten Teil passte, stimmte der Verwaltungsrat dem Vorschlag der bischöflichen Baubehörde in Trier zu, den oberen Turmteil mit Schiefer zu verkleiden.

Auch die Turmzier war sehr renovierungsbedürftig und das alte Kreuz im Verhältnis zu dem im Jahre 1958 von dem einheimischen Handwerksmeister geschmiedeten Hahn, dessen besonderes Merkmal der nach oben gerichtete Schweif ist, zu klein. Es wurde nun ebenso wie die anderen nebst Bekrönungen, Schaft und Kugel von der Kunstschmiede Jenal aus Schmelz im alten Stil vergrößert und wie der Hahn erneuert.

Im kommenden Jahr ist noch die Renovierung der Kirchentüren vorgesehen. Bauherr und zuständig für die Vermögensverwaltung der Pfarrei St. Leodegar Düppenweiler ist deren Verwaltungsrat mit seinem Vorsitzenden Michael Fritsch. Die gesamten Baukosten belaufen sich auf etwa 850 000 Euro. Hiervon trägt zwar das Bistum einen großen Teil, aber vor allem muss sich auch die Pfarrei erheblichen Mitteln finanziell engagieren. Zwei Spender sind besonders zu erwähnen. So stiftete ein einheimisches Unternehmerehepaar das große Kreuz über dem Chor. Ein in Düppenweiler geborener Geschäftsmann spendete das neue Turmkreuz mit dem neu vergoldeten Hahn, dem Fuß und der Kugel.

Die unter Leitung von Architekt Siegbert Barth von etlichen Fachfirmen ausgeführten Baumaßnahmen begleiteten Architekt Marcell Hürtgen von der Bischöflichen Behörde und deren Denkmalpfleger Dr. Andreas Weiner. Die Kirche ist nun wieder in einem würdigen Zustand. Nach Abbau des Gerüstes wird das neue fünf Meter hohe, geschmiedete Kreuz mit seinem Hahn, die zusammen rund 130 Kilogramm wiegen, gut sichtbar sein und weit ins Dorf am Litermont hinein grüßen.