Traditionsverein im Dienst der Solidarität

Traditionsverein im Dienst der Solidarität

Reimsbach/Oppen. Sie gehören zu den Institutionen mit ganz großer Tradition in unserem Land: die Berg- und Hüttenarbeitervereine. Ein besonders ehrwürdiges Jubiläum feiert am letzten Juniwochenende der Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach-Oppen: Runde 130 Jahre alt wird der Verein. Auf diese jahrzehntelange Vereinshistorie wird im Rahmen eines Kommersabends am Samstag, 26. Juni, ab 19

Reimsbach/Oppen. Sie gehören zu den Institutionen mit ganz großer Tradition in unserem Land: die Berg- und Hüttenarbeitervereine. Ein besonders ehrwürdiges Jubiläum feiert am letzten Juniwochenende der Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach-Oppen: Runde 130 Jahre alt wird der Verein. Auf diese jahrzehntelange Vereinshistorie wird im Rahmen eines Kommersabends am Samstag, 26. Juni, ab 19.30 Uhr in der Reimsbacher Mehrzweckhalle zurückgeblickt.Gründung 1880 Dabei waren die Anfänge eher bescheiden: 24 Bergleute waren es, die 1880 in Reimsbach und Oppen eine zu dieser Zeit schon starke Tradition aufgriffen. Sie gründeten eine "Bergmanns-Unterstützungskasse", wie der Verein sich anfangs nannte. Diese Unterstützungskassen waren Ende des 19. Jahrhunderts ein Zeichen der Zeit: In der Hochzeit der Industrialisierung, als der Kohle-Bergbau florierte, wurden in den Zechen-Regionen überall solche Gemeinschaften gegründet. Ihr Ziel: Unterstützung und Hilfe für ihre Mitglieder und Angehörigen, denn oft genug forderte der Bergbau seine Opfer. Umbenennung 1903 Und es gab Bedarf für solch einen Verein: Allein in Reimsbach war, wie aus einer Gemeindestatistik zu entnehmen ist, rund ein Drittel der damals 500 Bewohner im Bergbau beschäftigt. Drei Jahre nach seiner Gründung konnte sich der junge Verein eine eigene Fahne zulegen, die für die Berg- und Hüttenarbeiter-Vereine eine wichtige symbolische Bedeutung hatte. 1903 nannte sich der Verein in "Katholischer Bergmannsverein zu Reimsbach-Oppen" um. Wie viele Mitglieder der Verein bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte, ist nicht mehr zu ermitteln. Nachdem die Kriegsjahre erhebliche Einschränkungen für die Vereinsarbeit brachten, ging es nach 1918 rasch wieder aufwärts. Die Mitgliederzahl wuchs binnen kurzer Zeit auf über 200 an. Diese Blüte währte nicht lange, die Wirtschaftskrise Ende der 20er Jahre und schließlich der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brachten die Vereinsarbeit völlig zum Erliegen. Nach Kriegsende war wieder ein völliger Neuaufbau des Vereins von Nöten. Am 7. August 1949 kam es im Reimsbacher Lokal Huwig zur Wiedergründung. Die Bergleute trugen dem industriellen Wandel im Nachkriegsdeutschland Rechnung und beschlossen 1958, künftig auch Hüttenarbeiter in ihre Reihen aufzunehmen. Dennoch gingen die Mitgliederzahlen zurück: Zählte der Verein 1956 noch über 200 Mitglieder und war damit zu dieser Zeit einer der größten in beiden Ortschaften, so schrumpfte diese Zahl bis 1969 auf rund 140 - Ausdruck der Tatsache, dass immer weniger Jugendliche den schweren Bergmanns-Beruf ergriffen. Im Jahr 1969 wurde die Umstrukturierung erst faktisch vollzogen, als es zur Umbenennung in "Berg- und Hüttenarbeiter-Verein" kam. Zu dem reinen Unterstützungswesen waren längst weitere Aufgaben für den Verein hinzugekommen. Schon seit den 50er Jahren widmeten sich die Bergarbeiter in ihrem Verein intensiv der Kameradschaftspflege und Geselligkeit, was sich in Ausflügen, Besuchen bei anderen Vereinen oder Theater- und Tanzabenden ausdrückte. 108 Mitglieder Dies ist auch im Jubiläumsjahr eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins, der immer noch rund 108 zahlende Mitglieder zählt. Schon seit 22 Jahren steht Werner Selzer an der Spitze des Berg- und Hüttenarbeiter-Vereins - auch Ausdruck dessen, was diesen Verein auszeichnet: Traditionspflege und Kontinuität. Der Festkommers zum 130-jährigen Bestehen beginnt am Samstag, 26. Juni, um 19.30 Uhr in der Reimsbacher Mehrzweckhalle. Schirmherr ist Beckingens Bürgermeister Erhard Seger. Der Festabend wird musikalisch begleitet vom Musikverein Reimsbach-Oppen, dem Lücknerchor Reimsbach-Oppen und dem Knappenchor Schmelz.