„Sprooche“ bei Kaffee und Kuchen

„Sprooche“ bei Kaffee und Kuchen

Die Mundartfreunde im Saal Urhahn-Adam bekamen nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch ein buntes Potpourri an Mundartgeschichten kredenzt, vorgetragen von verschiedenen Akteuren in ihren je eigenen Dialekten.

Alljährlich lädt der Kultur- und Heimatverein Haustadt (KVH) zu seinem Mundartnachmittag bei Kaffee und Kuchen ein. Der erste Vorsitzende Paul Remmel konnte dazu wieder viele Besucher im Saal Urhahn-Adam begrüßen. Unter ihnen war auch Ortsvorsteher Jürgen Kredteck. Remmel wünschte ein paar schöne Stunden. Moderatorin Friedel Brack bedankte sich bei den Mundartfreunden aus Haustadt und Umgebung für ihr Kommen.

Erinnerungen an die Kinderzeit

Die in Altforweiler lebende Autorin Ursula Kerber beschäftigte sich im Rodener Platt ihres Geburtsortes mit dem Krautwisch. Ihre weiteren Texte drehten sich um den "Fuchs mit golden Schwänzen" und die Begegnung mit einem Wildschwein in einem Wildpark. In ihrem Gedicht "Mondnaat" erzählte sie, wie sich der Mond auf Tour machte. Ferner ging sie auf die Kinderzeit ein, wo es nicht jeden Tag Geschnäks gab, ebenso wie genau nachgerechnet wurde, ob geheiratet werden musste sowie en Kinnerbild vom Wunschkind.

Albert Henz aus Haustadt brachte ein Gespräch zwischen Hannes und Pitter über eine vermeintlich bei Gericht erwirkte Strafzeitverkürzung, erzählte vom 90. Geburtstag der Oma Kätt, die sich einen Mann für das Bett wünschte, erinnerte an die Schlachtfeschde, was mer alles aangestallt hott, machte sich Gedanken über die scheen Haustadter Sproch und meinte: "Es ess hegschd Zeit sich se wiehren, um die Sproch net zu verlieren."

Ihren scheenen Platz auf dem Berg ihres Geburtsortes Haustadt lobte die nun in Rissenthal lebende Rosemarie Lehnen in einem Gedicht. Des Weiteren trug sie Geschichten vom Glück auf der Bank, dem Feierowend, dem Sesselrock für Senioren und diversen Problemen mit dem Schrägen vor. Hans-Peter Spelz aus Honzrath beschäftigte sich mit den Themen "Opa", "Wie wor dat so scheen", dem "Gaaten", der zum Biergarten wird, ausgestorbenen Sachen des Alltags und mit dem "Abhollen", wobei aber nicht das Körpergewicht, sondern die Maschen beim Stricken gemeint waren.

Im ihr angeborenen Hochwälder Dialekt brachte die in Nalbach wohnhafte Birgit Klein ein Gedicht von Nickla und Marie, die sich so gär hotten, vom Lehrbub ihres Vaters, der den Stecker raus gezogen hatte, der Geburt eines weiteren Mädchens, das schwarz gehalten werden sollte, da eigentlich l ein Junge erwartet wurde, schilderte den 100. Geburtstag einer Altenheimbewohnerin, die bemängelte, dass der Jahrgang nicht gratuliert hatte, wie eine Tante sich mit ihrer Hinterlist selber bestrafte, dem früher üblichen "Offschreiwen" bei Handwerkern und Gastwirten sowie dem Flüchtling, der nach einigem Misstrauen dann zum "gudden Kerl" wurde.

Die in Wadgassen wohnende Saarlouiserin Karin Peter beschrieb in einem Beispiel, wie schnell sich geheime Neuigkeiten verbreiten und was am Ende dabei raus kommt, den Huddel mit ihrem Hond sowie Probleme mit falschen Autos und erzählte von ihrer Geiß Liesel.

Große Diskussionen gab es in dem Sketch "Das Geburtstagsgeschenk " mit Michael "Lussi" Kiefer und Ilka Theis vom veranstaltenden Verein.

Klaus Schneider aus Saarbrücken ließ auch diesmal die Veranstaltung mit seinem Akkordeon ausklingen. Für alle Akteure gab es Lob, Applaus und ein Präsent.