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Vor Gericht
Sohn getötet: Anklage gegen Beckinger (65)

Wegen Todesschüsse auf  seinen Sohn muss sich demnächst ein Beckinger vor Gericht verantworten (Symbolbild):
Wegen Todesschüsse auf seinen Sohn muss sich demnächst ein Beckinger vor Gericht verantworten (Symbolbild): FOTO: picture alliance / dpa / Peter Steffen
Beckingen. Drei Schüsse soll ein Mann auf seinen Sohn abgefeuert haben. Jetzt soll er sich wegen Totschlags verantworten. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Ein blutiges Familiendrama, das sich am Neujahrstag im Beckinger Ortsteil Haustadt zugetragen hat, wird jetzt zum Fall fürs Saarbrücker Landgericht. Denn die Staatsanwaltschaft hat wegen Totschlags Anklage erhoben. Der 65-Jährige soll nach Ansicht der Ermittlungsbehörde seinen Sohn am 1. Januar dieses Jahres erschossen haben. Der Angeklagte sei geständig und befindet sich auf freiem Fuß.


Der tragische Fall, wie er sich nach Angaben von Staatsanwaltssprecher Christoph Rebmann zugetragen haben soll: Demnach stieg das spätere Opfer, der 29 Jahre alte Sohn, an jenem Tag um 13.30 Uhr über den Balkon ins Wohnhaus des Vaters. Damit war dieser überhaupt nicht einverstanden und drohte mit einer Pistole, um sich gegen eventuelle Angriffe zur Wehr zu setzen. Die Schusswaffe habe er einige Zeit zuvor „in den Sachen seines Sohnes gefunden“, wie es schriftlich von der Staatsanwaltschaft heißt. Der Vater verlangte von dem Sohn, das Haus zu verlassen. Der marschierte eine Etage höher, um private Dinge einzupacken. Als er wieder die Treppe hinunter kam, schoss der Vater auf den Sohn und traf ihn am Becken. Der Verletzte brach zusammen. Dann zielte der Vater noch zweimal auf das Opfer, traf es im Herzen und in der Lunge. Diese Schüsse sollen nach Ansicht der Rechtsmediziner tödlich gewesen sein.

Der Schütze flüchtete ins Wohnzimmer, „da er den Anblick seines leblosen Sohnes auf der Treppe nicht ertragen habe“. Dann alarmierte er die Polizei. Später erklärte der jetzt Angeklagte, er sei verzweifelt gewesen und hätte nicht mehr weitergewusst. Der Mann, einst kommunalpolitisch in seinem Heimatort tätig, ist nicht vorbestraft. Ein Prozesstermin steht noch aus.