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Rotes Kreuz Beckingen braucht Nachwuchs

Mitgliederehrung beim DRK-Ortsverein Beckingen mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher Elmar Seiwert (von links), dem Beigeordneten Daniel Minas, den Jubilaren Roman und Lenka Turner, Ewald Preuß, Anton Graf, Siegbert Baum und Jutta Preuß. Es fehlt Hannelore Krebel. Fotos: Norbert Becker
Mitgliederehrung beim DRK-Ortsverein Beckingen mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher Elmar Seiwert (von links), dem Beigeordneten Daniel Minas, den Jubilaren Roman und Lenka Turner, Ewald Preuß, Anton Graf, Siegbert Baum und Jutta Preuß. Es fehlt Hannelore Krebel. Fotos: Norbert Becker
Beckingen. Seit 1966 führt das Rote Kreuz Beckingen regelmäßig Blutspendetermine durch. Etliche der treuesten Spender haben bereits 100 oder gar 125 Mal gespendet, so wie Rudolf Leinen und Johann Engel. Norbert Becker

Auch die Ehrung langjähriger Mitglieder stand am Sonntag auf dem Programm des DRK-Ortsvereins Beckingen . Der erste Vorsitzende Siegbert Baum betonte, dass es ihm ein Herzensanliegen sei, neben den Blutspendern auch Mitgliedern des Ortsvereins zu danken. Es sei heute nicht mehr einfach, neue und vor allem junge Mitglieder zu gewinnen.

"Der Idealismus, den Organisationen wie das DRK für ihren ehrenamtlichen Einsatz brauchen, ist nicht mehr so oft vorhanden", bedauerte Baum einen insgesamt spürbaren Wandel in der Gesellschaft. "Wir merken dies schon seit Jahren. Der Altersdurchschnitt unserer aktiven Helfer sinkt rapide." Was ihm besondere Sorgen bereitet: "Wegen fehlendem Nachwuchs stellt sich über kurz oder lang die Existenzfrage für das DRK Beckingen ."

Das DRK zeigt nach Baums Worten an vielen Stellen Präsenz, begleitet unzählige Veranstaltungen das Jahr über. Dies könnte sich ändern, wenn nicht mehr junge Menschen für die Mitarbeit gewonnen werden könnten. Ein Szenario von Siegbert Baum: "Vereine, die auf Sanitätsdienst angewiesen sind, werden künftig eigene Mitglieder ausbilden lassen müssen, die dann diesen Dienst übernehmen. Oder es müssen zu zahlende hauptamtliche Kräfte der Rettungswachen angefordert werden." Das Problem will man nicht anstehen lassen. Der Vorstand werde sich bald intensiv mit dem Thema Mitgliederwerbung beschäftigen.

Für 10 Jahre Dienst wurde dem Ehepaar Roman und Lenka Turner gedankt. 40 Jahre dabei sind Hannelore Krebel sowie das Ehepaar Ewald und Jutta Preuß, das schon seit über 20 Jahren Vorstandsämter bekleidet.

65 Jahre wirkt Anton Graf. Als Hausmeister im gesamten Schulbereich hat er die meisten Erste-Hilfe-Leistungen erbracht und sich so bei den Schülern und Lehrern wertvollstes Ansehen erarbeitet. Für 50 Jahre aktiven Dienst stand der erste Vorsitzende - diesen Posten hat er seit 45 Jahren inne - Siegbert Baum selbst zur Ehrung an. Die Laudatio hielt sein Vorstandskollege Ewald Preuß.

Auch der erste Gemeindebeigeordnete Daniel Minas und der stellvertretende Ortsvorsteher Elmar Seiwert gratulierten. Traditionsgemäß hatte der DRK-Ortsverein Beckingen am Sonntagnachmittag wiederum treue Blutspender zu einer kleinen Feier in die Alte Wäscherei eingeladen. "Blutspender sind stille Lebensretter", sagte der erste Vorsitzende Siegbert Baum. Ein ganz besonderer Gruß galt Kerstin Schmitt mit einer Abordnung von der Beckinger DLRG-Ortsgruppe, die den DRK-Ortsverein bei den Blutspendeterminen tatkräftig unterstützt.

"Seit 1966, also fast 49 Jahren, führen wir bereits Blutspendetermine in Beckingen durch. Bei diesen 150 Terminen wurden insgesamt 15 860 Blutkonserven gefüllt. Allein im vergangenen Jahr waren es bei vier Terminen 562 Vollblutkonserven", bilanzierte Baum, der erläuterte wie wichtig nach wie vor Vorräte an Blutkonserven sind. Für Baum steht fest: "Wir müssen weiter dafür werben, denn in den kommenden Jahren werden viele Stammspender altersbedingt ausscheiden und es fehlen junge Neuspender. Diese sind besonders wichtig, damit der lebensrettende Strom des gespendeten Blutes nicht abreißt." Er zitierte den Friedensnobelpreisträger Dag Hammarskjöld: "Das Leben hat nur einen Sinn durch seinen Dienst für andere."

Beigeordneter Minas zollte den Mehrfachblutspendern seine Hochachtung: "Ich habe Respekt davor." Auch der stellvertretende Ortsvorsteher Seiwert bedankte sich bei allen, die Blut spenden, um Leben zu retten, "Ohne Blut geht nichts", unterstrich er.


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NamenZur Ehrung standen an: Für 125 Mal: Rudolf Leinen und Johann Engel.Für 100 Mal: Jürgen Reinhard, für 75 Mal: Al-fred Ewen, Roland Tietz und Alfred Reiter, für 60 Mal: Stefan Schiffmann, Jörg Ehm, Fridolin Hewer und Dr. Helmut Rappold. Für 50 Mal: Mathilde Hellbrück, Bernd Mosbach, Patrick Proietti, Roman Turner und Michael Wagner, für 40 Mal: Doris Jannasch, Engelbert Orth, Friedel Jiranek, Harald Groß und Werner Gier. Für 25-maliges Spenden: Roland Michels, Jürgen Mohr, Josef Puhl, Rudolf Schug, Jürgen Magar, Stephan Koch, Bruno Moritz und Michael Schmidt nb

Die Blutspender Jürgen Reinhard (100-maliges Spenden), Rudolf Leinen und Johann Engel (125-maliges Spenden).
Die Blutspender Jürgen Reinhard (100-maliges Spenden), Rudolf Leinen und Johann Engel (125-maliges Spenden).