Rettungslücke wird geschlossen

Läuft alles nach Plan, wird ab Mitte kommenden Jahres ein Rettungswagen im 24-Stunden-Betrieb in Erbringen stationiert sein, um von dort aus die Einsatzorte, insbesondere im Haustadter Tal, schneller erreichen zu können.

In der Ortsmitte von Erbringen ist seit kurzem eine Baustelle eingerichtet. Doch es ist kein normales Wohnhaus, das dort an der L 156 entsteht, sondern eine neue Rettungswache. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung im Saarland (ZRF-Saar), ein Verband aller saarländischen Landkreise, ist für eine flächendeckende rettungsdienstliche Versorgung im Saarland verantwortlich.

Für die Planung der Standorte orientiert er sich an der vom Gesetzgeber vorgegebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten. In dieser Zeit sollte in der Regel bei einem medizinischen Notfall der Rettungsdienst vor Ort sein. Zum offiziellen Spatenstich für den Bau der neuen Rettungswache in Erbringen , wozu die Arbeiten bereits angelaufen sind, hatte der ZRF-Saar kürzlich eingeladen. Geschäftsführer Bernhard Roth konnte zu diesem Termin zahlreiche Gäste begrüßen.

"Warum in Erbringen eine neue Rettungswache", fragte er und gab die Erklärung: "Durch ein unabhängiges Gutachten kennen wir die Regionen des Landes, in denen durch lange Anfahrtszeiten die Hilfsfrist nicht immer eingehalten werden kann. Dies gilt auch für die Ortschaften des Haustadter Tales, weshalb wir die neue Rettungswache brauchen."

Er sprach von einer guten Lösung. Staatssekretär Georg Jungmann zeigte sich erfreut über den Spatenstich, der eine symbolische Handlung für den Baubeginn markiere. "Der Bau der hiesigen Rettungswache Beckingen-Erbringen wurde zum einen erforderlich aus der gesetzlichen Verankerung der Zwölf-Minuten-Hilfsfrist vom Eingang einer Notfallmeldung bis zum Eintreffen des Rettungsmittels an jedem an einer öffentlichen Straße gelegenen Notfallort, zum anderen aufgrund eines im Jahr 2009 in Auftrag gegebenen unabhängigen Gutachtens zur Optimierung der räumlichen Verteilung von Rettungswachenstandorten im Saarland . Diese beiden Faktoren haben die Entscheidung für dieses Vorhanden untermauert", betonte er.

Der Neubau werde durch seine zeitgemäße Ausstattung allen technischen und funktionalen Anforderungen einer modernen Rettungswache gerecht werden. Die Gesamtbaukosten bezifferte er mit zirka 450 000 Euro inklusive Nebenkosten. Hierzu gewährten das Saarland und der ZRF jeweils Zuschüsse von zirka 112 000 Euro. Die Restfinanzierung erfolge durch Leistungsentgelte der Krankenkassen . "Dies ist viel Geld, aber gut angelegt", meinte er.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, zuständig für das Rettungswesen im Kreis, bezeichnete den Bau der im Haustadter Tal bisher fehlenden Rettungswache als eine super Sache. Sie dankte dem ZRF, dem Land, den Krankenkassen und der Gemeinde.

Bürgermeister Erhard Seger gab seiner Freude Ausdruck, dass eine Rettungslücke geschlossen werde. Von der Gemeinde sei das Baugrundstück in Erbpacht zur Verfügung gestellt worden. Der ZRF habe sich überzeugen lassen, dass dies der richtige Standort ist. Bauherrin der Wache ist die RettungsDienst und Service (RDS) GmbH in Bexbach als Dienstleistungspartner und Tochterunternehmen der ZRF Saar.

So wird die neue Feuerwache in Erbringen aussehen. Foto: Architekturbüro bochem.schmidt Foto: Architekturbüro bochem.schmidt

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Auf einen BlickNach den Projektdaten ist der Standort unmittelbar an der L 156, der Hauptstraße durch das Haustadter Tal, sehr verkehrsgünstig und auch einsatztaktisch hervorragend gelegen. Der Neubau der Rettungswache trägt durch seine zeitgemäße Ausbildung allen technischen und funktionalen Anforderungen einer zeitgemäßen Rettungswache in der Gemeinde Beckingen unter Beachtung der örtlichen Bauvorschriften Rechnung und wird sich in die dörfliche Struktur einfügen. Das Architekturbüro bochem.schmidt aus Merzig setzt ein energetisch optimiertes Gebäudekonzept mit einer hoch wärmegedämmten Gebäudehülle und Nutzung regenerativer Energien um. So werden die Außenwände aus vorgefertigten hoch wärmegedämmten Holrahmenkonstruktionen bestehen. Die Einteilung des Gebäudes erfolgt in einen Aufenthalts- und Wohnbereich sowie Garagenbereich und Nebenräume.Der Betrieb (Sicherstellung der personellen Besetzung) der neuen Wache wird ausgeschrieben. Der Betreiber steht daher noch nicht fest. Es werden aufgrund der Vorjahre jährlich zirka 700 Einsätze erwartet. nb