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Fußball
Reimsbacher Rumpelrunde

Beim Spiel gegen den FC Brotdorf (blau) im Oktober hat sich Reimsbach ein 1:1 erkämpft. Im Bild (von links): Ulrich Braun (Reimsbach) gegen Tom Schreiner (Brotdorf).
Beim Spiel gegen den FC Brotdorf (blau) im Oktober hat sich Reimsbach ein 1:1 erkämpft. Im Bild (von links): Ulrich Braun (Reimsbach) gegen Tom Schreiner (Brotdorf). FOTO: Achim Thiel / Kerosino
Reimsbach. Statt Ambitionen für eine Rückkehr in die Saarlandliga zu zeigen, läuft es in Reimsbach derzeit eher nicht. Von David Benedyczuk

Seit 50 Jahren ist Norbert Buchheit Vorsitzender des 1. FC Reimsbach. Doch eine solch schwierige Phase, wie sie die Fußballer aus Beckingen aktuell durchmachen, hat der 77-Jährige selten erlebt. Ehemals Saarlandliga-Spitze, krebst der FCR inzwischen in den Niederungen der Verbandsliga herum. Mit 18 Zählern aus 17 Partien ist die Elf des Trainerduos Uli Braun und Marco Buchheit enttäuschender Zwölfter, liegt zur Winterpause nur zwei Punkte vor einem möglichen Abstiegsplatz – dabei wollte sich der Verein nach Rang sechs in der Vorsaison eigentlich weiter nach oben orientieren.



Dass der FCR eher dem Landesliga-Absturz denn einer Rückkehr ins ehemalige „Wohnzimmer“ Saarlandliga ins Auge sieht, hat vor allem einen Grund: „Wenn vorne keiner trifft, kann man schwer gewinnen“, sagt Clubchef Buchheit mit Blick auf das eigene Torverhältnis von 14:26 Treffern. Als schwächster Angriff der Liga hat Reimsbach sogar ein Mal weniger genetzt als Schlusslicht SV Karlsbrunn – trotz arrivierter Offensiv-Neuzugänge wie Klaus-Peter Schröder vom Ligarivalen FC Brotdorf oder Christopher Wendel vom SV Mettlach aus der Saarlandliga. Letzterer fügte sich mit vier Toren in fünf Spielen stark ein, seitdem aber wartet der häufiger angeschlagene 29-Jährige auf ein Tor. Auch Schröder blieb mit vier Treffern hinter den Erwartungen. Reimsbachs Vorsitzender führt das schwache Abschneiden primär auf Personalprobleme zurück: „Wir hatten sehr viele Ausfälle. Und wenn vier oder fünf Stammspieler fehlen, macht das eben viel aus“, so Buchheit. Durch die ständigen Umstellungen fehle es dem Team an der nötigen Stabilität.

Auch Abwehrchef Michael Magard konnte nicht immer mitwirken. Der 29-Jährige ist neben dem nur noch selten spielenden Marco Buchheit der dienstälteste Akteur im Kader. Bis vor kurzem war Magard auch Kapitän des FCR, ehe er das Amt während der Vorrunde abgab. Abwehrkollege Dominik Schaufler übernahm. Die Gründe dafür wollte Magard nicht näher erläutern, die für das schwache Abschneiden sind aus seiner Sicht vielfältig – es liege nicht nur an den Ausfällen: „Wir haben alle unseren Anteil, dass es so schlecht gelaufen ist. Jeder Einzelne ist gefordert, es nach dem Winter besser zu machen“, nimmt er das Team in die Pflicht. Es gehe nun darum, ab Januar mit einer intensiven Vorbereitung die Basis für ein erfolgreicheres zweites Halbjahr zu legen. „Ich bin optimistisch, dass es in der Rückrunde wieder besser wird. Wir haben eigentlich ein gutes Team mit viel Potenzial“, meint Magard. Mit den Übungsleitern, die seit 2013 im Amt sind, habe der Absturz nichts zu tun: „Zum Trainerduo besteht weiterhin ein gutes Verhältnis. Das ist für mich nicht der Grund“, so der Ex-Kapitän, der seine zehnte Saison im FCR-Trikot spielt. Deren Verlauf hätte er sich natürlich anders vorgestellt.

Gleiches gilt für den langjährigen Vorsitzenden, der Braun und seinem Sohn Marco ebenfalls den Rücken stärkt: „Wir beschäftigen uns nicht damit, in dieser Richtung was zu ändern. Wenn alle fit sind, brauchen wir auch keine neuen Spieler. Das Team ist stark genug, um zumindest im gesicherten Mittelfeldplatz zu landen“, hofft Buchheit, dass auch nach dem feierlichen Jubiläum nicht tatsächlich doch das böse Erwachen folgt.