Pater Siegfried Elbert feiert goldenes Jubiläum

Pater Siegfried Elbert feiert goldenes Jubiläum

In der Pfarrkirche St. Leodegar Düppenweiler hat dieser Tage Pater Siegfried Elbert goldenes Priester-Jubiläum gefeiert. Ehe Elbert seine Dienstzeit in Düppenweiler begann, engagierte er sich etwa über 16 Jahre als Missionar in Ghana.

Gut ein Jahr ist es her, dass Pater Siegfried Elbert nach 23-jähriger Dienstzeit in Düppenweiler Abschied genommen hatte. Dieser Tage feierte der Geistliche, der für seine Verdienste im Dezember vergangenen Jahres die Bürger-Plakette erhielt, in der Pfarrkirche St. Leodegar goldenes Priester-Jubiläum. Zum Priester geweiht wurde Elbert, der in Düppenweiler heute noch Messen liest, Taufen spendet und Beerdigungen begleitet am 3. Juli 1965 in Horb am Neckar.

Humorvolle Art

Wie er in den Beckinger Ortsteil gekommen war, hatte der Priester aus dem Orden der Weißen Väter einmal geschildert. Nachdem er viele Jahre sich als Missionar im afrikanischen Ghana engagiert hatte, zwischendurch als Priester in Deutschland tätig war, wieder in seinem Orden in Dillingen gelebt hatte und dorthin zurückgekehrt war, habe sein Mitbruder Pater Lojo zu ihm gesagt: "Es ist Zeit, dass du wegkommst von der Straße. Suche dir ein Zuhause." In verschiedenen Pfarreien half Elbert aus, ehe er nach dem Ausscheiden von Pfarrer Karl Fischer in Absprache mit dem mittlerweile verstorbenen Regionaldekan Albert André in St. Leodegar Düppenweiler zunächst die Vakanz-Vertretung übernahm. Danach wurde ihm die Pfarrerstelle übertragen, die der sympathische Geistliche mit seiner humorvollen Art mehr als zwei Jahrzehnte prägte. Dicht an dicht drängten sich die Gläubigen, um dem Geistlichen, der sich im Laufe von 23 Jahren Respekt und Anerkennung erarbeitet hatte, zum 50. Priesterjubiläum zu gratulieren, vier Priester zelebrierten mit Pater Elbert das Hochamt, umringt von Messdienern.

Pfarrei half geächteter Familie

In seiner sehr persönlich gehaltenen Predigt erinnerte er sich an ein Erlebnis in Ghana, in dem Land, in dem er von 1966 bis 1982 als Missionar arbeitete. "Zwei Männer gerieten bei einem Glas Bier in heftigen Streit." Bei der anschließenden Messerstecherei wurde laut dem Pater ein Mann getötet. Der Täter wurde verurteilt, die Familie wegen dieses Tabubruches aus der Gesellschaft ausgeschlossen und quasi geächtet. Die Folge: Die Mutter des Verurteilten und seine Geschwister waren auf sich alleine gestellt. Die Pfarrei half nach seinen Worten gelegentlich mit Almosen. "Ein bis zwei Jahre ging das so, bis ein Gemeinderatsmitglied dazu aufrief, den Zustand zu beenden und der Familie aktiv bei der dort lebensnotwendigen Feldarbeit zu helfen. Die Antwort der Mutter auf diese Unterstützung lautete: "Oh, wie gut ist Gott!" Siegfried Elbert rief dazu auf, auch heute das Gute zu sehen, das Gott durch viele Menschen in der Welt bewirkt.

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Zur PersonSiegfried Elbert wurde am 25. Mai 1938 als jüngstes von vier Kindern in Aschaffenburg geboren. Ab 1944 besuchte er die dortige Volksschule und nach der sechsten Klasse das neusprachliche Deutsche Gymnasium, ehe er zum humanistischen Gymnasium der Weißen Väter in Großkrotzenburg wechselte, wo er 1959 sein Abitur machte. Zwei Jahre studierte er in Trier Philosophie, gefolgt vom Noviziat (geistliches Jahr) in Hörstel (Westfalen) und dem Theologiestudium in London. Die Priesterweihe erhielt er im Jahre 1965 in Horb am Neckar. Seine erste Ausreise als Missionar erfolgte 1966 in die Diözese Navrongo in Ghana (Afrika). Von 1972 bis 1976 war er wieder in Deutschland, und zwar in Dillingen, im Einsatz, ehe von dann wieder bis 1982 nach Ghana ging. Dann kam er wieder nach Dillingen, wo er unter anderem für die missionarische Bewusstseinsbildung tätig war, zurück. Im Oktober 1991 erfolgte seine Ernennung zum Pastor der Pfarrei St. Leodegar Düppenweiler . Nachdem zum 31. Mai 2014 wurde sein Rücktritt angenommen wurde, ist er nun Pastor im Ruhestand. nb

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