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Oppen macht die Nacht zum Tag

Oppen. Sonntagnachmittag, kurz vor 15 Uhr, Rasenplatz Weiherbergstadion in Losheim: Torhüter Sebastian Böhm von der SSV Oppen läuft an, verlädt seinen Losheimer Kollegen und verwandelt einen Foulelfmeter zum 6:0. Es ist gleichzeitig der Endstand, denn der Schiedsrichter pfeift das Spiel wenige Minuten später ab Von SZ-Mitarbeiter Erich Brücker

Oppen. Sonntagnachmittag, kurz vor 15 Uhr, Rasenplatz Weiherbergstadion in Losheim: Torhüter Sebastian Böhm von der SSV Oppen läuft an, verlädt seinen Losheimer Kollegen und verwandelt einen Foulelfmeter zum 6:0. Es ist gleichzeitig der Endstand, denn der Schiedsrichter pfeift das Spiel wenige Minuten später ab. "Der beste Elfer der gesamten Saison, der sollte immer schießen", feixen einige Mitspieler an der Außenlinie zu Trainer Jürgen Engel. Mit seinem Treffer hat Böhm nicht nur den 100. Treffer seiner Mannschaft erzielt, sondern auch eine erfolgreiche Saison für die SSV Oppen gekrönt: Meisterschaft in der Kreisliga A Hochwald und Aufstieg in die Bezirksliga lauten die Erfolge. "Das ist der größte sportliche Erfolg unserer Fußballer in der Vereinsgeschichte", stellt Vorsitzender Ralf Selzer freudestrahlend fest. 2002 war der Verein aus der Kreisliga B Losheim in die Hochwaldliga aufgestiegen, hat sich seitdem zu einer Spitzenmannschaft dieser Liga gemausert. "Das ist auch eine Belohnung für unsere kontinuierliche Vereinsarbeit", betont der Vereinschef. Am Ende lag das Team einen Punkt vor der SG Perl/Besch II und Scheiden/Mitlosheim. Erstmals hatte man zu Saisonbeginn auf ein Trainertrio gesetzt: Der bisherige, schon einige Jahre erprobte Co-Spielertrainer Abdel Said sowie der vom FC Reimbach gekommene Jochen Engel sollten die überwiegend junge Mannschaft auf dem Sportplatz führen. An der Außenlinie hatte Jürgen Engel das Sagen. "Das war ein echter Glücksgriff", findet Selzer. "Innerhalb des Trainertrios wurde mit viel Harmonie gearbeitet, das färbte sich auch auf die Mannschaft ab", sagt "Meistermacher" Jürgen Engel und stellt die Vorzüge seiner Elf heraus. "Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit. Keiner hebt ab. Auch zwischen erster und zweiter Mannschaft klappt das Zusammenspiel gut. Dazu passen Rahmen und Umfeld im Verein." Mit diesen Tugenden konnte auch die Durststrecke vor der Winterpause, bei der in fünf Spielen nur zwei Punkte eingespielt werden konnten, überbrückt werden. Bis dahin hatte Oppen eine eher mäßige Rolle in der Meisterschaft gespielt, dümpelte im Mittelfeldfeld herum. Nachwuchskicker aus der Jugend wurden nach der Winterpause in den Kader übernommen, um Lücken zu schließen.Mit konstanten Leistungen hievte sich die Mannschaft dann kontinuierlich nach oben. In den direkten Kräftemessen gab sich Oppen keine Blöße. Auch das vorentscheidende Spiel gegen den damaligen Tabellenführer SG Perl/Besch II wurde mit einem Treffer in der Nachspielzeit mit 1:0 gewonnen. "Am vorletzten Spieltag hatten wir damit erstmals die Tabellenführung übernommen. Nachdem die Qualifikation schon vorher klar war, wollten wir auch die Meisterschaft, weil das einfach das Geilste ist", erzählte Engel. "Teamgeist" war auf den grünen Meister-T-Shirts zu lesen, der Garant für den Erfolg. Klassenleiter Josef Kreis gratulierte der Mannschaft und überreichte unter lautstarkem Jubel der Akteure den Meisterteller.Mit dem Traktor auf Tour Und was ist mit Feiern? "Im offenen Anhänger mit Traktor geht es zunächst nach Rissenthal, weil wir von dort einige Spieler in unserem Kader haben. Und anschließend wird bei einer Kneipentour durch Oppen die Nacht zum Tag gemacht", prophezeite Vorsitzender Selzer in dem Augenblick, als Böhm seinen Elfer verwandelte. Gerüchten zufolge wurde die dritte Halbzeit ebenfalls mit viel Teamgeist erledigt. "Das ist der größte Erfolg unserer Fußballer in der Vereinsgeschichte." Ralf Selzer, Vorsitzender der SSV Oppen