Nimmt Biber Fred bald reißaus?

Nein sagen die Bewohner des Speiser-Sägewerkes zu dem Plan, eine Fotovoltaikanlage in ihrer Nähe zu errichten. Grund: Der Tourismus werde beeinträchtigt. Ein weiterer Kritikpunkt: Bagger haben die Natur auf dem Terrain zerstört.

Noch sucht der junge Biber am Mühlenbach seine Nahrung. Ein untrügliches Zeichen: Erst vor wenigen Stundenhat er seine Zähne in einem Baum am Ufer verewigt. Doch wie lange noch wird Fred, wie Raphaela Speiser, Ehemann Steve Trauth und Hermann Barth den Nager liebevoll getauft haben, das Terrain gegenüber dem historischen Beckinger Bahnhof bleiben? Eine bange Frage, welche die Anwohner des Speiser-Sägewerks umtreibt.

Denn mit der Rodung des Geländes an der B 51 haben nach ihren Worten Füchse, Rehe und Eisvögel das Areal bereits verlassen. Geplant ist, auf dem Gewerbegebiet der Gemeinde eine Fotovoltaik-Anlage zu errichten - ein fataler Fehler, wie die drei sagen. "Es ist ein intaktes Stück Natur verloren gegangen", klagen sie. "Nicht, dass wir gegen Fotovoltaik-Anlagen sind, ganz im Gegenteil. Wir sind für erneuerbare Energien. Doch nicht auf diesem Gelände." Das sollte Tourismus und Naherholung dienen, wie es in dem Leitbild für Beckingen 2020 verankert sei. Eine Fotovolktaik-Anlage gehört nach Ansicht von Hermann Barth auf Freiflächen, die zuhauf in der Gemeinde vorhanden sind. Um diese Anlage doch noch zu verhindern, haben er und das Ehepaar eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, eine Unterschriftenaktion und eine Petition auf der Internetseite Openpetition erstellt.

"Künftig gucken die Leute, die in dem für teures Geld errichteten Saargarten spazieren gehen, auf diese Anlage. Dies trägt nicht zur Verschönerung des Ortseinganges bei", befürchten die drei.

Hoffen auf Sinneswandel

Vorher: Blick ins satte Grün.
Jetzt: Blick auf Steppe.

Auch die Wanderer, die die Traumschleife Beckinger "SaarBlicke" erkunden, würden am Ende der Wanderung die Anlage und nicht wie vorher ein Idyll vorfinden. "Noch im Herbst haben die Verantwortlichen im Beckinger Rathaus bei der Einweihung des neuen Wanderweges gerade von dieser idyllischen Enklave geschwärmt, die über unser Grundstück führt. Ein paar Monate später wird das wunderschöne Stück Natur zerstört", klagt Raphaela Speiser.

"Statt das Terrain mit Fotovoltaik zuzupflastern, wäre es vorteilhafter gewesen, Standplätze für Wohnmobile herzurichten, wie es auch vom Bürgermeister angedacht war", sagt Hermann Barth. "Ich glaube, da wäre im Sommer mehr Pacht zusammengekommen wie die Gemeinde das ganze Jahr erhält." 700 Euro, so weiß er, muss der Unternehmer aus Haustadt pro Jahr zahlen - "17 500 Euro in 25 Jahren", wie er ergänzt. "Rechnet man pro Nacht für einen Stellplatz für die Wohnmobile zehn Euro an Miete, so würde dieser Betrag sicherlich bei weitem überschritten.

Nicht nur, dass ihrer Ansicht nach Bagger das beschauliche Fleckchen Erde zwischen dem Saargarten und dem historischem Bahnhof zerstört haben, das Trio kritisiert auch "die Nacht- und Nebelaktion", mit der die Baumaschinen das Gelände umgepflügt haben - und dies ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung, die dringend notwendig gewesen wäre und daher noch nachträglich erfolgen muss. "Völlig überraschend für uns sind die Bagger im Februar angerückt und haben die Bäume auf dem Grundstück gefällt", sagt Raphaela Speiser.

"Hätte ich nicht mein Veto eingelegt, hätten die Arbeiter vermutlich auch noch Bäume auf unserem Grundstück gerodet." Die drei hoffen jetzt, dass möglichst viele Beckinger sich ihnen anschließen, damit die Verantwortlichen doch noch von ihren Plänen abrücken.

www.openpetition.de/

petition/online/bi-gegen-

die-geplante-

photovoltaikanlage-

am-ortseingang-beckingen