| 20:15 Uhr

Haustadt
Vom Teerfassrollen und dem hautfarbenen BH

Das Ehepaar Jupp (Michael Kiefer) und Dorle (Ilka Theis), sorgte mit seinem Sketch für viel Heiterkeit.
Das Ehepaar Jupp (Michael Kiefer) und Dorle (Ilka Theis), sorgte mit seinem Sketch für viel Heiterkeit. FOTO: Norbert Becker
HAUSTADT. Beim Mundartabend in Haustadt drangen allerlei Schabernack und kuriose Geschichten aus dem Dorfleben ans Tageslicht.

Der traditionelle Mundartnachmittag des Kultur- und Heimatvereins Haustadt (KHV) hat einen festen Platz im kulturellen Leben des Dorfes und lockte auch diesmal viele interessierte Gäste aus Haustadt und Umgebung in den Saal Urhahn-Adam, wo sie vom ersten Vorsitzenden Paul Remmel begrüßt wurden. Als Moderatorin fungierte wiederum Friedel Brack, die mit ihrer lockeren Saarbrigger Schniss durch die Veranstaltung führte, zu der auch Kaffee und Kuchen gehörten.


Den Anfang machte Ursula Kerber (Altforweiler) mit vier Geschichten: von einer Schifffahrt, einem von Wasservögeln gezogenen Kahn, einer Krokodilsepisode im Kongo und vom Wirken eines Straßenkehrers. Rosemarie Lehnen, gebürtiges Haustadter Mädchen und nun in Rissenthal wohnhaft, erinnerte an viele unvergessliche Kindheitserlebnisse wie Teerfassrollen oder Handwagenrennen mit „Nachbarsjongen aus dem Burrenecken“, berichtete von Asylanten und Lyoner, den man kalt oder heiß essen kann.

Lussis kleine Bühne (Michael Kiefer als Jupp und Ilka Theis als Dorle) trat als Ehepaar Jupp und Dorle auf. In einem Sketch beschäftigte es sich mit allerlei Dorfgeschehnissen, wie dem bevorstehenden Ortsvorsteherwechsel und den Ladenschließungen, beide machten sich Gedanken über den Urlaub. Birgit Klein ist in Kastel aufgewachsen und wohnt nun in Nalbach. Sie erinnerte an den Fußball-Virus bei der Weltmeisterschaft, an einen Geburtstag, an einen SZ-Artikel über einen Torwart und an Episoden in einem Internat in Speyer. Auch ein fehlender Einkaufszettel, die einst beliebte Eierschmier sowie das Amtsgeschäft der Kuh-Kätt vor 100 Jahren hatte sie als Themen ausgewählt.



Mit dabei war auch wieder der Honzrather Mundartautor Hans-Peter Spelz. Er erzählte von den früher üblichen Hausschlachtungen, befasste sich mit Vater- und Muttertag, dem Befehl und Gehorsam beim Barras und der heutigen Putzfrauenarbeit. Um allerlei Dinge drehten sich die Schilderungen von Karin Peter aus Wadgassen, etwa um die Herkunft einer Frau aus Lothringen, den Markttag, einen Mann, der einen hautfarbenen BH für seine Frau suchte, oder Soldaten-Suppe für die Bürger. Auch über eine Parisreise, Karten in der Wirtschaft, einen Lehrbuben im Lagerhaus und den Hl. Antonius als Helfer bei Verlusten berichtete sie. Zum Schluss brachte der Saarbrücker Klaus Schneider alte Geschichten wie zur Schwiegermutter und Rasenpflege. Abschließend bedankte sich Friedel Brack bei allen Mitwirkenden, darunter auch Techniker Frank Schneider, denen der Vorsitzende Remmel ein Präsent überreichte.