Lücknerchor Oppen verabschiedete sich mit Adventskonzert

Letztes Konzert : Lücknerchor Oppen verabschiedet sich

Zum letzten Mal sind die Sängerinnen und Sänger gemeinsam aufgetreten. Neben Musik gab es viele Worte des Dankes und der Wehmut.

Der Lücknerchor Oppen ist bald Geschichte, denn er löst sich nach seinem gelungenen letztmaligen Konzert am dritten Adventssonntag in der Reimsbacher Pfarrkirche St Andreas und Maria Himmelfahrt zum Jahresende auf. Genau 30 Jahre erfreute der gemischte Chor mit Gesangs- und Theaterauftritten die Mitbürger des Dorfes und darüber hinaus. Er war ein wichtiger Pfeiler im örtlichen Kulturleben, der nun fehlen wird.

Dabei hatte alles 1988, im Jahr des 500-jährigen Bestehens des Ortes, hoffnungsvoll begonnen. Zu diesem Jubiläum formierte sich eine gemischte Gesangsgruppe unter Leitung von Alfons Sibille und trat im Rahmen des Festprogramms mit zum Teil umgetexteten Oppener Liedern auf, wofür es viel Applaus gab. „Dann stellte sich die Frage nach einer weiteren musikalischen Beschäftigung der Sängerinnen und Sänger“, berichtet der damalige Initiator Norbert Pitzius. Die große positive Resonanz habe ein Jahr später, also 1989, zur Vereinsgründung unter dem Namen „Lücknerchor“ geführt, berichtet Pitzius weiter, der anschließend bis zum bevorstehenden Ende ununterbrochen als sehr engagierter Vorsitzender die Geschicke des Vereins leitete.

In seinen Glanzzeiten zählte der Chor 35 Sängerinnen und 17 Sänger. Von ihnen sind noch neunzehn Frauen und fünf Männer übrig geblieben. „Der große Schwund ist altersbedingt sowie durch Krankheits- und Todesfälle entstanden. Es ist daher an der Zeit aufzuhören. Wir wurden oft aus der Bevölkerung auf unseren Entschluss angesprochen und dieser wurde mit Bedauern zur Kenntnis genommen“, sagt Pitzius. Er blickt mit seinen Vereinsmitgliedern gerne auf die vielen Konzerte bei Jubiläen und in der Kirche, die Teilnahme an den Sing-City-Veranstaltungen, die Auftritte mit dem Chor „Ein Licht für Afrika“, die schönen Jahresabschlüsse, erlebnisreichen Vereinsreisen und vieles mehr zurück.

Unvergessen sind auch die tollen, stets gut besuchten Aufführungen der Theatergruppe. Diese waren die Haupteinnahmequelle für die Vereinskasse. In bester Erinnerung werden auch die vier Dirigenten Alfons Sibille, Jürgen Dietrich, Christoph Görgen und Stefan Christian bleiben. Auf die Frage, was aus den verbliebenen Sängerinnen und Sänger wird, meint der Vorsitzende: „Es gibt einige Damen, die sich gerne einer ähnlichen Gruppierung anschließen würden.“

Dies wird der 87-jährige Josef Wagner, der seit der Gründung im Chor singt und ältester Sänger beim Konzert war, nicht mehr tun. „Norbert Pitzius hatte mich damals gleich angesprochen, im Chor mitzusingen, und ich sagte selbstverständlich ja“, erzählt er. In keinster Weise hatte er in den 30 Jahren ans Aufhören gedacht. Gerne hätte er noch weiter im Lücknerchor gesungen. „Ich habe mich auch persönlich gerne dort eingebracht. Die Kameradschaft im Chor, der von Norbert Pitzius toll geführt und von hervorragenden, motivierenden Dirigenten geleitet wurde, war unnachahmlich“, betont der noch rüstige Senior, der nun zum letzten Mal bei dem Adventskonzert aktiv mitmachte, mit Wehmut.

Neben dem Lücknerchor wirkten bei dem letzten Advents- und Weihnachtskonzert unter dem Motto „Licht der Weihnacht – Licht des Friedens“ auch das Gitarrenduo Gerd Friedrich und Kurt Schiffmann sowie die Kammermusik-AG des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (siehe Info) mit Beiträgen, die ebenfalls mit viel Beifall bedacht wurden, mit. Die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Musiklehrer Stefan Christian. Die verbindenden Texte sprach die Kassenwartin Doris Braun.

Überraschend nahm auch das Gründungsmitglied und langjährige Sänger Gerd Colesie, der aufgrund seiner schweren Erkrankung nicht mehr mitwirken kann, die Gelegenheit wahr, dem Chor und dem Vorsitzenden Pitzius, seinem Mitstreiter, für die gute Zusammenarbeit mit bewegenden Worten zu danken. Den Verlust eines wichtigen Vereins im Dorf bedauert auch Ortsvorsteher Ralf Selzer sehr. Es wird künftig was im kulturellen Leben fehlen.