1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Beckingen

Letzter Auftritt beim Konzert am Samstag

Letzter Auftritt beim Konzert am Samstag

Rainer Dietrich, warum geben Sie die Leitung des Musikvereins Reimsbach-Oppen ab? Dietrich: Die Entscheidung stand für mich schon seit längerem fest. Ausschlaggebend war vor allem die große räumliche Distanz zwischen meinem Wohnort bei Forbach und dem Einsatzort hier in Reimsbach. Ich wollte eigentlich schon im vergangenen Jahr meine Tätigkeit beenden

Rainer Dietrich, warum geben Sie die Leitung des Musikvereins Reimsbach-Oppen ab?Dietrich: Die Entscheidung stand für mich schon seit längerem fest. Ausschlaggebend war vor allem die große räumliche Distanz zwischen meinem Wohnort bei Forbach und dem Einsatzort hier in Reimsbach. Ich wollte eigentlich schon im vergangenen Jahr meine Tätigkeit beenden. Aber die Verantwortlichen konnten mich überzeugen, noch bis zum Jubiläumsjahr 2009 weiterzumachen. Der Kontakt zum Musikverein Reimsbach-Oppen hatte sich im Jahr 2003 eher zufällig ergeben. Am Samstag werde ich nun das siebte Konzert mit den Musikern leiten. Angesichts dessen, wie alles begonnen hat, war das doch eine recht lange und fruchtbare Zusammenarbeit. In Zukunft möchte ich mich erstmal auf meine Arbeit mit dem Polizei-Musikkorps des Saarlandes konzentrieren.Überwiegt bei Ihnen die Freude auf das Konzert am Samstag oder eher die Wehmut, weil damit ein Abschied einhergeht? Dietrich: Die Wehmut schimmert schon durch. Ich hätte diese Aufgabe auch nicht so lange gemacht, wenn nicht das Verhältnis zu den Leuten hier so gut und die Zusammenarbeit so fruchtbar gewesen wären.Worin sehen Sie die Stärken dieses Orchesters? Dietrich: Eine große Stärke ist seine Zuverlässigkeit. Wir haben immer einen guten Probenbesuch. Auch der Zusammenhalt innerhalb des Orchesters ist groß. Wir hatten in all den Jahren eine gute Zusammenarbeit. Außerdem gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand - was nicht selbstverständlich ist. Die Reibereien, wie es sie anderswo zwischen Dirigent und Vorstand schon mal gibt, kennt man hier nicht. Hier läuft alles sehr harmonisch. Darum gibt es auch nicht diese Generationenkämpfe wie in anderen Orchestern, jeder kommt mit den verschiedenen Musikrichtungen klar.Haben die Vorbereitungen auf das anstehende Konzert unter dem Vorzeichen Ihres nahenden Abschieds gestanden? Dietrich: Die Musiker knien sich immer vor den Jahreskonzerten ganz besonders rein. Das ist in diesem Verein doch der Höhepunkt des musikalischen Jahres für jeden Mitwirkenden.Was ist für den Dirigenten das Anstrengendste bei den Vorbereitungen auf solche Konzerte? Dietrich: Aufwendig ist meistens das Literaturstudium. Das bedeutet, wenn klar ist, welches Programm gespielt wird, dann geht es darum, die entsprechenden Partituren zu studieren und entsprechend der Besetzung zusammenzustellen. Später, wenn es dann ans Feilen im Detail geht, das ist auch schon mit Aufwand verbunden. Es kommt dann auch schon mal vor, dass man dann aus einer Probe rausgeht und sich fragt, was denn heute eigentlich so gelaufen ist. Das ist aber durchaus normal, denn in der Musik geht vieles über Gefühle. Und wenn die Musiker irgendwas tief im Inneren mit sich herumschleppen, dann wirkt sich das auch auf ihre Leistung im Orchester aus.Wie sieht die musikalische Laufbahn des neuen Dirigenten aus? Axel Schnur: Ich habe vor einigen Jahren auch schon für fünf Jahre den Musikverein Honzrath-Haustadt dirigiert, habe aber in den vergangenen Jahren eine Dirigenten-Pause eingelegt. Der Kontakt zum Reimsbach-Oppener Verein kam dadurch zu Stande, weil ich jeden Donnerstag hier mit der Formation Philharmonic Brass im Vereinshaus "Uus Haus" probe. Auch zu einzelnen Musikern des Orchesters pflege ich schon seit längerem gute, persönliche Kontakte. Im vergangenen Jahr kam dann die Anfrage des Vereins, ob ich den Posten übernehmen wollte, und nach einer gewissen Bedenkzeit habe ich letztlich auch zugesagt.Wie haben Sie sich auf Ihre neue Aufgabe vorbereitet? Schnur: Ich bin schon seit einigen Wochen in den Proben mit dabei und spiele im Orchester auch mit der Posaune mit. Beim Konzert am Samstag werde ich dann auch ein Stück, bei dem Rainer Dietrich als Gesangssolist mitwirken wird, dirigieren - das wird dann sozusagen den Übergang darstellen.Ihr erster Eindruck von Ihrem neuen Orchester? Schnur: Wir haben hier einen sehr konstanten Probenbesuch, die Leute sind in den Proben stets konzentriert dabei. Sie setzen viel von dem um, was man von ihnen verlangt.Wo setzen Sie Ihre musikalischen Schwerpunkte? Schnur: Ich bevorzuge eher die konzertante Richtung, wobei es vom Stil her eine bunte Mischung sein darf. Das ist auch bei diesem Orchester relativ problemlos machbar, weil es sehr ausgewogen besetzt ist.Wie sehr muss ein Dirigent eigentlich Diktator sein und wie sehr Kumpel? Schnur: Meine Erfahrung ist: Wenn man versucht, einem Orchester mit Gewalt etwas aufzudrücken, was es partout nicht will, dann geht das in die Hose. Dietrich: Gerade in Laienorchestern kann der Dirigent nicht mit der Peitsche rangehen. Das Verhältnis zwischen Dirigent und Orchester ist immer ein Geben und Nehmen.

Auf einen blickDas Jahreskonzert des Musikvereins Reimsbach-Oppen beginnt am Samstag, 17. Januar, um 19.30 Uhr. Es steht unter dem Motto "Das Beste von 2000 bis 2008". Neben den Musikern des Orchesters werden als Solisten Jennifer Fröhlich, Rainer Dietrich, Marion Meiß und Silke Schnubel auftreten. Als besondere Überraschung wird bei einigen Stücken auch ein Musikinstrument zum Einsatz kommen, das in unserer Gegend nicht sehr verbreitet ist, aber stets für viel Stimmung sorgt.