Kotelettenbraten: Koteletten-Braten wie einst am Kalten Mittwoch

Kotelettenbraten : Koteletten-Braten wie einst am Kalten Mittwoch

Heimat- und Kulturverein Hargarten lässt die alte Tradition des ehemaligen Feiertages wieder aufleben.

Neben vielen anderen Bräuchen hält der Heimat- und Kulturverein Hargarten die Tradition des „Koteletten-Bratens“ weiter aufrecht, wie es früher an Buß- und Bettag (Kalter Mittwoch), der vor einigen Jahren als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde, üblich war. Es findet am Samstag, 25. November, ab 11 Uhr statt, wozu die Bevölkerung aus nah und fern in und an die Flachsstube bei der Weidentalhalle eingeladen ist.

Dort werden „Hargarter Pfannen-Koteletts“ mit Bratkartoffeln zum „Billiger-geht`s-nicht-Preis“ angeboten. Darüber hinaus gibt es Kaffee und selbstgebackenen Herbstkuchen. Auch für die durstigen Kehlen ist gesorgt, denn im Ausschank ist alles, was das Herz begehrt.

Wo liegt der Ursprung des Koteletten-Essens? Es hat in der Hochwaldregion eine lange Tradition. Sie geht wohl auf die Holzkohleherstellung für die Mettlacher Keramikindustrie zurück. Damals bewachten Köhler wochenlang die in den Wäldern angelegten Meiler und garten sich in der Glut auch ihr Essen. Auf dem „Hahn“, dem bewaldeten Bergrücken zwischen Hargarten, Rissenthal und Reimsbach befanden sich ebenfalls Meiler, deren Holzkohleproduktion seinerzeit für die Dillinger Hütte bestimmt war. Heute kann man noch verschiedene Standorte der Meiler im Hahn erkennen. Der Name „Kalter Mittwoch“ erinnerte an einen äußerst strengen Winter 1709, in dem viele Waldtiere erfroren und die Saar komplett zugefroren war. Ihm folgte zudem eine Dürreperiode, während der viele Menschen verhungerten. Die Kirche führte am „Kalten Mittwoch“ eine Bannprozession durch, um für das Vermeiden solcher Naturkatastrophen zu beten.

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