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Hargarten
Heißer Genuss in der Kälte

Auch in diesem Jahr brät der Heimat- und Kulturverein Hargarten seine wohlschmeckenden Koteletts in der großen Pfanne.
Auch in diesem Jahr brät der Heimat- und Kulturverein Hargarten seine wohlschmeckenden Koteletts in der großen Pfanne. FOTO: Norbert Becker
HARGARTEN . Das „Koteletten-Braten“ ist eine alte Tradition, die in Hargarten gepflegt wird. Diesen Samstag geht sie in eine neue Runde.

Der sehr agile Heimat- und Kulturverein Hargarten pflegt neben vielen anderen Bräuchen auch die Tradition des „Koteletten-Bratens“. Dies war früher an Buß- und Bettag ( „Kalter Mittwoch“) üblich, der  1995 als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde. Nun findet es an diesem Samstag, 24. November, ab 11 Uhr in und um die Flachsstube neben der Weidentalhalle statt. Dort werden „Hargarter Pfannen-Koteletts“ mit Bratkartoffeln zubereitet und zu einem bürgerfreundlichen Preis angeboten. Zudem werden Kaffee und selbst gebackenen Herbstkuchen gereicht. Dazu gibt es Erfrischungen in flüssiger Form.


Manch einer fragt sich, wo der Ursprung des Koteletten-Essens liegt. Fest steht, dass es im Hochwald eine lange Tradition besitzt. Diese geht wohl auf die Holzkohleherstellung für die Mettlacher Keramikindustrie zurück. Damals bewachten Köhler wochenlang die in den Wäldern angelegten Meiler und garten sich in der Glut auch ihr Essen. Auf dem  „Hahn“, dem bewaldeten Bergrücken zwischen Hargarten, Rissenthal und Reimsbach, der 1902 an die Dillinger Hütte verkauft wurde, um mit dem Erlös im Dorf dessen erste öffentliche Wasserleitung verlegen zu können, befanden sich ebenfalls Meiler, deren Holzkohleproduktion für die Dillinger Hütte bestimmt war. Auch heute noch sind verschiedene ehemalige Standorte der Meiler zu  erkennen.

Der Name „Kalter Mittwoch“ erinnerte an einen äußerst strengen Winter 1709, in dem viele Waldtiere erfroren und die Saar komplett zugefroren war. Dem anhaltenden Frost folgte eine Dürreperiode, durch die  viele Menschen den Hungertod starben. Daraufhin führte die Kirche am „Kalten Mittwoch“ eine Bannprozession durch, um ihre Bitten an den Herrgott zur Vermeidung solcher Naturkatastrophen vorzutragen.



(nb)