Keine Praxis kann ohne Arzthelferin funktionieren

Merzig/Beckingen. Sie müssen Spritzen aufziehen, Verbände anlegen, hoch komplexe Bestrahlungsapparate bedienen können und zwischendurch Telefonate erledigen. Den ganzen Tag über sorgen sie dafür, dass in der Praxis alles reibungslos abläuft. Arzthelferinnen haben fraglos einen stressigen Job. Korrekterweise spricht man seit 2006 von Medizinischen Fachangestellten (MFA)

Merzig/Beckingen. Sie müssen Spritzen aufziehen, Verbände anlegen, hoch komplexe Bestrahlungsapparate bedienen können und zwischendurch Telefonate erledigen. Den ganzen Tag über sorgen sie dafür, dass in der Praxis alles reibungslos abläuft. Arzthelferinnen haben fraglos einen stressigen Job. Korrekterweise spricht man seit 2006 von Medizinischen Fachangestellten (MFA). Sie sind Angestellte im Dienste der Patienten. In einem Zeitalter, in dem Patienten als Kunden betrachtet werden, müssen sie viele Service-Qualitäten haben.So bieten immer mehr Praxen ihren Patienten Zusatzangebote an, die über die reine medizinische Versorgung hinausgehen. "Recall-Systeme", mittels derer Patienten an Impftermine und Vorsorgeuntersuchungen erinnert werden, Schulungen zu Diabetes, Bluthochdruck und gesunder Ernährung - Meistens sind hierfür die MFAs zuständig. "Sprechstundenhilfe" ist also längst kein korrekter Ausdruck mehr. Die Ärzte selbst sprechen bei den 90% weiblichen MFAs in der Regel von Arzthelferinnen.

Einfühlungsvermögen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die eine Arzthelferin mitbringen muss. Das sieht auch Dr. Josef Schmitt so, der zusammen mit seinem Kompagnon Dr. Bruno Selzer eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin in Beckingen betreibt: "Manche Patienten brauchen viel Zuwendung, andere weniger - Arzthelferinnen müssten das richtige Gespür für Menschen haben." Sie müssen verunsicherten Patienten Halt geben, sich gleichzeitig aber gegen unfreundliche oder distanzlose Menschen durchsetzen können. Sie müssen Ruhe bewahren, in Notsituationen aber auch anpacken können.

"In einer Praxis ist auch nicht alles planbar, manchmal ist es eher ruhig, ein anderes Mal kommen vier schwere Fälle nacheinander. Das erfordert eine hohe Toleranzschranke bei den Helferinnen." Schmitt, in dessen Praxis vier Vollzeit- und sechs Teilzeitkräfte arbeiten, spricht aus, was für jeden Bürger, der zum Arzt geht, schnell offensichtlich ist: "Eine Praxis zu führen wäre heute ohne Arzthelferinnen nicht möglich." Alleine den enormen Verwaltungsaufwand kann Praxis-Chef alleine gar nicht stemmen. Doch obwohl sie quasi unentbehrlich sind, scheint die Gesellschaft die Arbeit der Medizinischen Fachangestellten nicht angemessen zu würdigen - zumindest was das Finanzielle angeht. Zwischen 1300 und 2200 Euro brutto verdient ein ausgelernter Fachangestellter. "Das ist deutlich unterbewertet", so Schmitt. "Viele wechseln daher in andere Branchen und nehmen oft weit weniger qualifizierte Jobs an, weil diese besser vergütet sind." Für die Ärzte ist es nicht leicht, gutes und belastbares Personal zu finden.

Doch trotz aller Hemmnisse: Noch gehört der MFA zu den beliebtesten Ausbildungsberufen. Und zu einem, der immer wichtiger wird.

Im Landkreis Merzig-Wadern gibt es etwa 134 Arztpraxen mit über 500 Medizinischen Fachangestellten und über 100 Auszubildenden.

HINTERGRUND

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