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Kalkbrennerhütte ist fertigKalkbrennen hatte Tradition

Kalkbrennerhütte ist fertigKalkbrennen hatte Tradition

Honzrath. Die Hütte wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Betrieb der dortigen Kalkbrennöfen errichtet. HV-Vorsitzender Werner Reinert konnte nun zu der Helferfeier rund 40 Personen, darunter Bürgermeister Erhard Seger nebst einigen Mitarbeitern und Ortsvorsteher Joachim Gratz, begrüßen. Für die Bewirtung sorgte das bewährte Damenteam

Honzrath. Die Hütte wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit dem Betrieb der dortigen Kalkbrennöfen errichtet. HV-Vorsitzender Werner Reinert konnte nun zu der Helferfeier rund 40 Personen, darunter Bürgermeister Erhard Seger nebst einigen Mitarbeitern und Ortsvorsteher Joachim Gratz, begrüßen. Für die Bewirtung sorgte das bewährte Damenteam.Eine gemeinsame Aufgabe "Das ganze Ensemble mit Kalksteinbruch, Kalkbrennerhütte und den zwei Kalkbrennöfen ist als Industriedenkmal erhaltenswert", hob Reinert hervor. Er wies darauf hin, dass dies eine gemeinsame Aufgabe des Zweckverbandes Wolferskopf und des Heimatvereins ist, dem die Betreuung übertragen wurde. Die Hütte wird vom Verein für seine Zwecke genutzt und ist ein Anlaufpunkt im Rahmen des Panoramahöhenwanderweges. Hier bietet sich ein besonderer Aussichtspunkt mit Blick über das Blies-Prims-Bergland und das Haustadter Tal. "Die Renovierung der beiden noch vorhandenen, aber stark in Mitleidenschaft gezogenen Kalkbrennöfen und die Einrichtung eines Steinbrecher- und Kalkbrennermuseums hat sich der Verein noch zum Ziel gesetzt", sagte Reinert. Ortsvorsteher Gratz lobte das Engagement des Heimatvereins. "Er hat Initiative für unser Dorf gezeigt", unterstrich er. Bürgermeister Erhard Seger wies auf den Slogan "Beckingen - schöne Aussichten" hin, der an diesem Aussichtspunkt auch besonders zutreffe. Er bezeichnete die Hütte als Dependance zum Fischerberghaus. "Die Betreuung der 3. und 4. Schuljahrgänge im Rahmen der Beckinger Wanderwoche besorgt der Heimatverein Honzrath hier mit tollen Aktionsprogrammen", lobte Seger. HV-Vorsitzender Reinert zeigte sich erfreut, dass es in Verhandlungen mit dem Eigentümer gelungen ist, das Gelände anzukaufen und wieder einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Durch den Zweckverband Wolferskopf wurden die Arbeiten für das Dach und die Außenholzverkleidung der Hütte ausdeführt. Der Bauhof sorgte für eine Verbesserung des Außenbereichs und den Kamin. Für die Innenrenovierung brachte das Rentnerteam des Heimatvereins unter Leitung von Herbert Engstler rund 550 Stunden auf, um die Decke, den Fußboden, die Wandvertäfelung und die Fenster zu erneuern. Auch eine Behelfstoilette mit Herzchen wurde von Engstler und Winfried Lauer errichtet. Reinert bedankte sich bei allen, die mitgeholfen haben oder die Maßnahme unterstützen, für das gelungene Werk. Honzrath. Das Kalkbrennen hatte in Honzrath Tradition. Zunächst standen am Weg nach Düppenweiler Kalköfen der Gebrüder Alfred und Ernst Reiter sowie von Heinrich Rein (zeitweise von Josef Selzer genutzt). Die Steine wurden auf der Merchinger Höhe, oberhalb des Hanges, der nach Honzrath abfällt, gebrochen. Vermutlich um Transportkosten zu sparen, hat Josef Selzer dann in unmittelbarer Nähe beim Kalksteinbruch einen Ofen mit zwei Brennkammern gebaut. Hier wurden Baukalke durch Brennen von Kalksteinen unterhalb der Sintergrenze gewonnen. Der von Selzer hergestellte Kalk kam als Stückkalk in den Handel. Abnehmer waren die Bauherren im Haustadter Tal, denn es gab nach dem Krieg wieder viel aufzubauen, und die Baustoffe waren knapp. Heute wird Kalk in unserer Gegend nicht mehr zur Mörtelherstellung beim Wohnhausbau verwandt. Aber die Erinnerung an die früheren Zeiten soll mit der Renovierung der Kalkbrennerhütte als erstem Schritt sowie der angestrebten Instandsetzung des Kalkbrennofens und der Einrichtung des Museums wachgehalten werden, war bei dem Fest zu hören. nb