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Beckingen: Jagdfieber im idyllischen Herbstwald

Beckingen : Jagdfieber im idyllischen Herbstwald

Echte Füchse brauchen die sportliche Jagd des Reitvereins Beckingen nicht zu fürchten. Auch in diesem Jahr übernahm diese Rolle ein Reiter.

Er hat Tradition, der Jagdritt beim Reitverein (RV) Beckingen. Und heute wie früher zeichnet diese Veranstaltung ihre ganz spezielle Atmosphäre aus: Unisono erschallt das dreifache „Horrido“ zum Gruß aus dem Munde der Jagdgesellschaft. Kaum ist der Jagdruf verklungen, geht es auch schon los. Der Fuchs – natürlich in Menschengestalt und ebenfalls im Sattel sitzend – ist schon eine ganze Weile unterwegs und legt die Schleppen, denen die Jagd folgt. In zwei Feldern, jeweils angeführt vom Master, brechen nun auch die adrett gewandeten Jagdreiter auf. Die wohlklingenden Hörner der Jagdbläser untermalen den Abritt, bei Reitern und Gästen kommt Gänsehautfeeling auf.

Ihr mehrstündiger Ritt führt die Truppe durch den idyllischen und farblich ansprechenden Herbstwald bei Beckingen. Es geht über Stock und Stein, die Wiesen und Felder laden zu einem flotten Galopp ein. Auch Sprünge über feste Naturhindernisse sind Teil des Geschehens. Die Sonne strahlt mit Ross und Reiter um die Wette. Der Tross, eilig in die Autos gesprungen, folgt den aus nah und fern angereisten Anhängern dieser schönen Tradition und versorgt die Zwei- und Vierbeiner bei der Rast mit Speis und Trank.

Am Ende der Jagd kehren alle wohlbehalten auf die Reitanlage zurück und freuen sich über das große Feuer, das zu Ehren der Jagdgesellschaft lodernd auf dem Platz brennt. Die Jagdknöpfe werden überreicht und es geht ums Schüsseltreiben, dem Essen im Anschluss an die Jagd. Mit dem Jägerlatein, das in diesem Rahmen natürlich nicht fehlen darf, endet dann ein erfolgreicher Tag für die Jagdreiter und ihren Tross beim gemütlichen Zusammensein.

„Unsere Jagdstrecke führte auch in diesem Jahr wieder durch den Beckinger Wald und den Saar Forst Wald. Sie war insgesamt 15 Kilometer lang und mit 21 festen Jagdhindernissen gespickt. Wer nicht springen wollte, konnte im zweiten Feld an den Hindernissen vorbei reiten“, informierte Josef Gehl, der Vorsitzende des RV Beckingen, stolz. Der Einladung seines Vereins zur Jagd waren an diesem Samstag erfreulich viele Jagdreiter gefolgt. Auch einige Zuschauer kamen zur Reitanlage „Auf den Kiefern“ und folgten begeistert dem Geschehen – eigens für sie hatte der Verein etwas vorbereitet. „Wir haben die letzte Schleppe so gelegt, dass ein  etwa fünf Meter breiter Sprung auf der Wiese direkt unterhalb vom Stall für das Publikum einsehbar ist und man so quasi live dabei ist. Unsere Idee kam gut an, es gab ein positives Feedback von allen Seiten“, freute sich der Chef des Beckinger Reitvereins.

Da war es dann auch nicht mehr schlimm, dass die Hundemeute, die an diesem Tag die Jagdgesellschaft hätte begleiten sollen, kurzfristig wegen Krankheit ausgefallen war. „Auch Tieren können eben mal plötzlich krank werden. Ich denke aber, wir haben das Beste daraus gemacht.“ Diese Meinung teilten die Anwesenden und lobten das Jagdtreiben. Gehl: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf unserer Jagd, das ist wirklich eine schöne Veranstaltung. Vielleicht gelingt es uns ja beim nächsten Mal auch, ein paar Reitern mehr die Teilnahme an unserer Jagd schmackhaft zu machen – das wäre echt toll. Denn der RV Beckingen hält an der Tradition des Jagdreitens fest und möchte der leider stetig fortschreitenden Tendenz, dass die Jagdreiterei ins Schattendasein abwandert, auf jeden Fall entgegenwirken.“