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Ausblick
„In Schulen und Kindergärten investieren“

Thomas Collmann
Thomas Collmann FOTO: Norbert Becker
Beckingen. Was bringt das Jahr 2018 den Städten und Gemeinden im Landkreis? Das haben wir die Bürgermeister der sieben Kommunen im Landkreis gefragt. Sie blicken auf die wichtigsten Neuerungen des Jahres voraus. Heute: Beckingens Verwaltungschef Thomas Collmann.

Nur zu gerne hätte Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann zu seiner Premiere dem Rat einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. Doch das war nicht möglich: Das Zahlenwerk für die Jahre 2018 und 2019, das der Rat mit Stimmenmehrheit Ende vergangenen Jahres verabschiedet hat, ist nicht ausgeglichen. Ein Haushalts-Sanierungskonzept muss laut Collmann nicht erstellt werden, weil trotz des strukturellen Fehlbetrages die Defizit-Obergrenzen eingehalten werden. „Wir haben immer ordentlich gewirtschaftet, und unsere Finanzierung ist solide“, sagt er.


Was ihn in den nächsten beiden Jahren umtreibt: Schulen und Kindergärten umzubauen und für die Zukunft fit zu machen. Die Kernthemen Familie, Gemeinschaft, Sicherheit und Leben sollten sich nach Worten von Collmann widerspiegeln. „Darum werden wir  hauptsächlich in die Schulen und Kindergärten sowie in die kommunale Infrastruktur investieren“, verrät der Beckinger, der seit 1. Juni vergangenen Jahres im Amt ist. Zudem sind gut ausgestattete Schulen und Kindergärten nach seiner Ansicht eine Voraussetzung für eine familienfreundliche Gemeinde wie Beckingen, das vergangenes Jahr das Landessiegel „Familienfreundliche Kommune“ erhielt. So werden nach seinen Worten Schulen und Kindergärten in vielen Ortsteilen aufgepeppt. Im Bereich der Beckinger Grundschule wird in diesem Jahr ein Minispielfeld errichtet. Geschätzte Kosten: 50 000 Euro. Für die Grundschule in Düppenweiler steht eine Brandschutzmaßnahme mit Sanierung an. Die Kosten beziffert er auf rund 300 000 Euro. Für den Kindergarten in Haustadt steht ein neuer Windfang für 100 000 Euro an.

Das neue Dach für den Oppener Kindergarten berechnet er mit 120 000 Euro, die Brandschutzmaßnahmen und die neuen Fenster für den Kindergarten Reimsbach mit 370 000 Euro. Für das kommende Jahr ist die Sanierung des Haustadter Kindergartens auf die Agenda gestellt worden. „Wir werden rund 1,5 Millionen Euro investieren – über die Jahre 2019 und 2020“, verrät er. Was ihn ärgert: „Wir sind erneut nicht in das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz aufgenommen worden, in das Programm, mit dem die Bundesregierung bis zu 85 Prozen die Sanierung von Schulen fördert. Von den Millionengeschenken des Bundes hätten die Beckinger gerne einen Teil genommen. „Wären wir berücksichtigt worden, hätten wir nur 15 Prozent der Kosten zu schultern. Jetzt müssen wir schauen, ob wir Bedarfszuweisungen erhalten.“ Für das kommende Jahr ist laut Collmann eine Brandschutzmaßnahme an der Grundschule Reimsbach anvisiert.



Was ihm ebenfalls am Herzen liegt: Die Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen, die das Vereinsleben hochhalten und sich engagieren. „Es gilt, diese Vereinsstrukturen zu erhalten und zu fördern.“ Damit das gelingt, müssen die Vereine unterstützt werden. Beispiel: SSV Oppen. Auf rund  253 000 Euro schätzt er die Kosten für den Dachausbau des Clubhauses. Für die Düppenweiler Feuerwehr in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug für 135 000 Euro. Die Garagen am Feuerwehrgerätehaus in Reimsbach schätzt er auf 30 000 Euro. Im kommenden Jahr steht die Sanierung des Daches am Feuerwehrgerätehaus in Erbringen auf dem Plan. Geschätzte Kosten: 40 000 Euro.

„Leuchtturmprojekte haben wir für 2018 und 2019 nicht geplant. Wir werden aber jeden Gemeindebezirk bedenken“, sagt er mit Blick auf die Aufgaben, die anstehen. Die neue Ladestation für Elektroautos und E-Bikes am Beckinger Bahnhof schlägt laut Rathauschef mit 90 000 Euro zu Buche. Im kommenden Jahr stellt er weitere Parkflächen am Beckinger Bahnhof in Aussicht. Rund 250 000 Euro sollen diese kosten. 120 000 Euro soll die Lüftungsanlage kosten, die in diesem Jahr in der Deutscherrenhalle eingebaut werde. In Düpppenweiler stehe der Endausbau der Straße im Gewerbegebiet „Auf Wacken“ ins Haus. Als Kosten nennt er rund 69 000 Euro. Die Erweiterung der Urnenwand wird laut Collmann mit 25 000 Euro zu Buche schlagen: „In diesem Jahr soll die ‚Annastraße’ in Hargarten ausgebaut werden – für rund 42 000 Euro. Der Endausbau der Straße „Ober Kubsborn“ in Reimsbach ist mit 55 000 Euro kalkuliert und der im Neubaugebiet „Weißland“ in Saarfels mit 120 000 Euro.“ Fest eingeplant für dieses Jahr sei der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen in der gesamten Gemeinde. Die Kosten schätzt er auf 100 000 Euro. „Für das kommende Jahr ist die Sanierung der Mauer in der Talstraße in Beckingen geplant. Dafür haben wir 45 000 Euro in den Haushalt eingestellt.“ Gerne sehe er, wenn die Gewerbegebiete erweitert oder neue geschaffen werden können. „Doch dafür müssen wir dicke Bretter bohren.“

Von der neuen Aufgabe schwärmte der Sozialdemokrat nach 100 Tagen: „Das Schöne am Bürgermeisteramt ist, dass ich nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitze. Ich habe viel mit den Bürgern zu tun, bin aber auch in der Gemeinde unterwegs und vertrete deren Interessen in verschiedensten Gremien.“ Auch nach sieben Monaten ist seine Begeisterung für das Amt ungebrochen, wie er gesteht. „Ich habe ein tolles Team im Rathaus. Und die Zusammenarbeit im Rat mit den Fraktionen klappt hervorragend. Die Arbeit in den letzten sieben Monaten war konstruktiv, sachlich und fair“, charakterisiert er die Kooperation. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass das so weitergeht.“