Imposante Klänge aus ebenso beeindruckenden Instrumenten

Imposante Klänge aus ebenso beeindruckenden Instrumenten

Mit 80 Alphörnern waren Alphorngruppen und Einzelmusiker aus Südwestdeutschland, Frankreich und Belgien in Oppen zu Gast. Hier gab es viel über die Besonderheiten dieses traditionellen Instruments zu erfahren.

Ungewohnte Klänge erschallten am Wochenende im Haustadter Tal: Die Sportanlage Lücknerarena des SSV Oppen war Schauplatz des fünften saarländischen Alphorntreffens, das von den Jagd- und Alphornbläsern St. Hubertus aus Reimsbach organisiert worden war.

Alphorngruppen und Einzelspieler aus ganz Südwestdeutschland, Frankreich und Belgien waren nach Oppen gekommen, insgesamt waren rund 80 Alphörner dort zu hören.

Er versuche schon lange, hinter das Geheimnis zu kommen, wie man diesen mächtigen Instrumenten solch vielfältige Töne entlocken könne, hatte Beckingens Bürgermeister Erhard Seger (CDU ) beim Fassanstich zu dem Treffen erklärt. Josef Wagner, Mitglied der Gastgeber-Formation, gab im Gespräch mit der SZ einen Tipp: "Die Töne werden allein mit Hilfe des Drucks, mit dem das Alphorn geblasen wird, erzeugt." Dafür müsse man gut bei Puste sein, sagte Wagner, der 1998 den Anstoß dafür gegeben hatte, dass aus dem einstigen Jagdhorn-Bläserensemble eine Alphorngruppe geworden ist - heute mit acht Musikern eine der größten Formationen in Südwestdeutschland, wie Wagner sagte.

Aus dem oberschwäbischen Eberhardzell war Alphornbauer Josef Neumann angereist. Seit 1983 fertigt er weitgehend in Handarbeit in seinem Familienbetrieb die traditionellen Instrumente an. "Wir verwenden dafür ausschließlich Holz aus dem Gebirge , und zwar von der Haselfichte", sagte der 68-Jährige. Sechs bis zehn Jahre müsse das Holz gelagert werden, ehe es verarbeitet werden könne. Rund 60 Arbeitsstunden dauert es, bis ein neues Alphorn fertig gestellt ist.

Mit viel Enthusiasmus waren Daniel Hubert, Didier Depienne und Jean-Francois Claisse mit von der Partie: Die drei Freunde bilden die Formation "Les Coralpins Gaumais", nach eigenem Bekunden die einzige belgische Alphorngruppe. "Wir waren in diesem Jahr schon in vier verschiedenen Ländern auf Alphorntreffen. Aber in Deutschland ist es immer am schönsten. Die Deutschen sind so herzlich - das ist super", schwärmte Claisse.

Das bestätigte auch Holger Kraus aus dem hessischen Stockstadt: Der 55-Jährige war als "Einzelkämpfer" beim Treffen in Oppen dabei. "Ich spiele seit 1975 in verschiedenen Blechbläser- und Jagdhorn-Formationen. Zum 40. Geburtstag habe ich dann beschlossen, es auch einmal mit dem Alphornspielen zu versuchen", erzählte er.