Hochwassereinsatz in der Gemeinde Beckingen Helfer kämpfen gegen Fluten und Hangrutsche

BECKINGEN · Menschen in Sicherheit bringen, vor Überflutungen schützen, Hänge absichern und vieles mehr: Zu mehr als 100 Einsätzen mussten die Rettungskräfte aus Beckingen ausrücken – auch bei den Nachbarn.

Mit dem Gabelstapler wurden die Sandsäcke aus der Halle des Bauhofs ins Freie transportiert.

Mit dem Gabelstapler wurden die Sandsäcke aus der Halle des Bauhofs ins Freie transportiert.

Foto: Norbert Becker​

Insgesamt 150 Feuerwehrleute aus allen neun Löschbezirken der Gemeinde Beckingen und 20 Helfer des THW-Ortsverbandes waren wegen des vom Starkregen verursachten Hochwassers im Einsatz. Den ersten Alarm gab es am Freitag um 11.28 Uhr. Aufgrund der wachsenden Anzahl von Notrufen wurde im Beckinger Gerätehaus die technische Einsatzleitung, mit Wehrführer Andreas Michely sowie seinen beiden Stellvertretern Andreas Hoffmann und Robert Gottfrydziak an der Spitze, in Betrieb genommen. In den nächsten Stunden folgten etwa 100 Einsatzstellen innerhalb der Gemeinde Beckingen und zwei zusätzliche Unterstützungseinsätze in der Nachbarkommune Rehlingen-Siersburg. Hinzu kamen zwei Einsätze der Drohnen-Einheit in der Stadt Merzig und in der Gemeinde Mettlach, wo auch später noch geholfen wurde.

Im Bereich Beckingen und Haustadt kam es zu vier größeren Erdrutschen. Mit fatalen Folgen: Der Zugverkehr von und nach Trier ist laut Bahn die gesamte Woche eingestellt.

Wegen des steigenden Pegels der Saar mussten abends knapp 40 Personen aus Teilen des Gewerbegebietes Rehlinger Straße evakuiert und zur Deutschherrenhalle gebracht werden. Dort hatten Feuerwehr, Malteser, DLRG, Bauhof und Ordnungsamt Notbetten aufgestellt. Zum Schluss übernachtete von den verbliebenen Personen ein Ehepaar mit zwei Hunden, während die anderen acht in einer Ferienwohnung und einem gemeindeeigenen Haus unterkamen.

 Bürgermeister Thomas Collmann informiert sich bei der technischen Einsatzleitung: Wehrführer Andreas Michely (links) mit seinen beiden Stellvertretern Andreas Hoffmann (rechts) und Robert Gottfrydziak (Zweiter von rechts).

Bürgermeister Thomas Collmann informiert sich bei der technischen Einsatzleitung: Wehrführer Andreas Michely (links) mit seinen beiden Stellvertretern Andreas Hoffmann (rechts) und Robert Gottfrydziak (Zweiter von rechts).

Foto: Norbert Becker​

An vielen Gebäuden entstand nach den Worten der Feuerwehr hoher Sachschaden durch das Hochwasser. Zu einem sehr hohen Schaden ist es wohl bei einem Pharma-Unternehmen gekommen. Der vordere Teil des Gebäudes in der Rehlinger Straße wurde demnach überflutet. Weitere Gewerbebetriebe sind ebenfalls betroffen. An der Bahnunterführung wurde das angestaute Wasser abgepumpt, um den Verkehr halbwegs aufrecht halten zu können.

Es folgten weitere Einsatzorte im Gemeindebereich und auch darüber hinaus. Beckingens Bürgermeister Thomas Collmann verfolgte viele davon vor Ort. So kam er auch am Samstagmorgen nochmals in das Notquartier und den stark betroffenen Bereich des Gewerbegebiets in der Rehlinger Straße, um sich über die Lage zu informieren. Betroffen war auch Geschäftsführer Jörg Kaiser von dem Hochbau- und Zimmereibetrieb. Das Untergeschoss seiner Firma mit Büroräumen sowie Werk- und Maschinenhalle standen ebenfalls unter Wasser.

Am Samstagmorgen schaute sich Bürgermeister Thomas Collmann (rechts) nochmals im überfluteten Gewerbegebiet in der Rehlinger Straße, wie hier bei der Firma Kaiser, um. Mit dabei waren (von links) die Landtagsabgeordneten Martina Holzner und Sebastian Schmitt, Geschäftsführer Jörg Kaiser und Ortsvorsteher Elmar Seiwert.

Am Samstagmorgen schaute sich Bürgermeister Thomas Collmann (rechts) nochmals im überfluteten Gewerbegebiet in der Rehlinger Straße, wie hier bei der Firma Kaiser, um. Mit dabei waren (von links) die Landtagsabgeordneten Martina Holzner und Sebastian Schmitt, Geschäftsführer Jörg Kaiser und Ortsvorsteher Elmar Seiwert.

Foto: Norbert Becker​

Der Bürgermeister bedankte sich bei seinen Feuerwehrleuten für die geleistete Arbeit sowie bei THW, DLRG und TEL für die Unterstützung. Auch lobte er die technischen Einsatzleitungen, die übergeordneten Führungsstellen in Merzig und auf dem Winterberg für die super Zusammenarbeit – ebenso die Fachzüge des Landkreises, der Gemeinde Rehlingen und der Werkswehr von Dillinger für die Materialbereitstellungen. Ein Dankeschön gab es auch für lokale Geschäfte, die die die Einsatzkräfte mit Lebensmittel versorgten. Nach seinen Worten haben Mitarbeiter des Rathauses und des Bauhofes Leistungen über den normalen Dienst hinaus erbracht.

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