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„Hier war das System der Fehler“

Beckingen. Dagmar Ensch-Engel und Elmar Seiwert von der Linkspartei gehen mit dem Whitesell-Management der Landesregierung hart ins Gericht. CDU und SPD täten nicht genug für den Erhalt des Beckinger Sch´raubenwerks. mst

Nur warme Worte helfen den Mitarbeitern von Whitesell nicht. Diese Ansicht vertreten Dagmar Ensch-Engel und Elmar Seiwert von der Linkspartei. Sie sehen die CDU-SPD-Landesregierung in der Pflicht, mehr für den Erhalt des Beckinger Schraubenwerkes zu tun. "Von einer Lösung zum Wohle der Betroffenen, wie die CDU-Abgeordneten Finkler und Palm es nennen, kann man beim jetzigen Stand der Dinge kaum reden", sagt die Kreisvorsitzende und Beckinger Landtagsabgeordnete Dagmar Ensch-Engel. Sie nennt es einen Fortschritt, dass eine Transfergesellschaft auf den Weg gebracht worden ist. "Es stellt sich die Frage, warum diese auf drei Monate befristet werden soll, wo alle Erfahrungen zeigen, dass dieser Zeitraum viel zu kurz ist." Auch bei der Ursachenforschung fehle den Koalitionären die Einsicht. Ensch-Engel spricht von gravierenden Unternehmensfehlern. "Man muss aber auch die Frage stellen, ob dahinter nicht auch Absicht und Kalkül lagen. Herr Whitesell hat schlicht die gesetzlichen Möglichkeiten zu seinem Profit genutzt, die ihm SPD , Grüne, Union und FDP erst geschaffen haben. Das war kein Fehler im System, hier war das System der Fehler."

Gegen Unrecht vorgehen



Wer es zulasse, dass sämtliche Unternehmenswerte ausgelagert werden könnten, der müsse sich nicht wundern, wenn genau das geschehe. "Herr Whitesell ist durch die Tür gegangen, die ihm die Regierungsparteien geöffnet haben." Der Kreisvorsitzende Elmar Seiwert ergänzt: "Wenn der SPD-Abgeordnete Stefan Krutten erklärt, der US-Konzern habe kein Recht dazu, die beruflichen Existenzen von Menschen und die industrielle Tradition in Beckingen weiter zu gefährden, dann ist das richtig." Seiwert fordert den Sozialdemokraten auf, dessen Parteifreundin, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger , zu fragen, wann sie ihre rechtliche Prüfung endlich abgeschlossen habe. "Wir erwarten von der Landesregierung, über Unrecht nicht nur zu jammern, sondern entschieden dagegen vorzugehen." Seiwert verlangt das Ausschöpfen aller rechtlichen Mittel gegen die Auslagerung. Zudem mahnte er an, auf Bundesebene für eine Gesetzesänderung initiativ zu werden, um ein solches zerstörerisches Geschäftsgebaren künftig zu verbieten.