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Fußball
Heidstock versaut Saarfels die Party

Am Boden zerstört: Der Saarfelser Luca Pink sinkt nach dem Abpfiff enttäuscht auf den Rasen. Mit dem 1:3 gegen Heidstock verspielte Saarfels den Aufstieg.
Am Boden zerstört: Der Saarfelser Luca Pink sinkt nach dem Abpfiff enttäuscht auf den Rasen. Mit dem 1:3 gegen Heidstock verspielte Saarfels den Aufstieg. FOTO: Ruppenthal
Saarfels/Elm. Erst gab es einen heftigen Regenguss, dann eine kalte Dusche: Im Finale der Aufstiegsrunde haben die SF Saarfels am Mittwoch den Sprung in die Bezirksliga knapp verpasst. Gegen Heidstock unterlag die Mannschaft in Elm mit 1:3. Von David Benedyczuk

Nach dem sintflutartigen Regen lacht am Mittwoch über der Fußball-Anlage des FC Elm wieder die Sonne. Der grüne Rasen, auf dem um 19 Uhr das Finale der Kreisliga-Relegation zwischen den Sportfreunden aus Saarfels und Heidstock beginnen sollte, ist dennoch 40 Minuten nach dem geplanten Anpfiff noch immer menschenleer. Mallorca-Hits dröhnen aus den Boxen, während die mehr als 700 Zuschauer warten, dass es nach der Verzögerung durch die Wetterkapriolen endlich losgeht. Kurz vor 20 Uhr ist es dann soweit.


Knapp zwei Stunden später ist die Szenerie eine ähnliche: Statt der Sonne scheint jetzt das Flutlicht. Der Rasen ist erneut leergefegt, wieder schallen Ballermann-Hits über die Anlage – und die Spieler der SF Heidstock feiern inmitten der Anhänger nach ihrem 3:1 (1:1)-Sieg über Saarfels den Aufstieg in die Bezirksliga.

„Der Sieg geht definitiv in Ordnung. Der Gegner hatte auch gefährliche Aktionen, keine Frage. Aber die klareren Chancen hatten wir. Der Saarfelser Torwart war sehr gut, aber wir haben auch zwei Mal Latte und Pfosten getroffen“, sagt Heidstocks Spielertrainer Marco Lauer.

Der 29-Jährige war mit seinem Freistoß von halblinks auch Ausgangspunkt der frühen Führung. Lauer fand am zweiten Pfosten Jannik Ehlen, dessen Kopfball-Ablage Justin Mahle aus sieben Metern zum 1:0 ins Tor wuchtete (6. Minute). Danach entwickelte sich eine kurzweilige Partie mit Chancen hüben wie drüben. Der Saarfelser Novaf Özgün ließ gleich drei Großchancen ungenutzt, jeweils nach starker Vorarbeit von Torjäger Christian Schlosarek. Erst scheiterte er am gut reagierenden Heidstocker Torhüter David Dittgen (13.), später legte sich Özgün den Ball allein auf weiter Flur zu weit vor (25.), ehe er bei der größten Chance freistehend nur eine „Rückgabe“ zustande brachte (39.). Sein Pendant beim Gegner war in Hälfte eins Torjäger Michael Hirtz, dem mehrfach nur ein Tick zum Tor fehlte. Zudem traf Heidstocks Patrick Ewen per Schlenzer (26.) ebenso Aluminium wie Mahle, als er nach einem Ehlen-Zuspiel den linken Pfosten anvisierte (38.).

Somit kam Saarfels vor der Pause zurück: Schlosarek behauptete im Strafraum stark den Ball und traf überlegt ins linke untere Eck – 1:1 (40.). Doch der psychologisch günstig gefallene Ausgleich verpuffte: „Heidstock hat in Halbzeit zwei aufgedreht. Die Jungs haben dagegen gehalten und sich nicht abschießen lassen. Aber man muss die verdiente Niederlage anerkennen“, räumte Saarfels-Verteidiger Frank Burbach-Tiné fair ein.



Matchwinner für den Vizemeister der Kreisliga A Warndt war schließlich Ewen. Erst scheiterte er noch an Peter Roman im Tor der Saarfelser (54.), dann ließ er links am Strafraum Nicolas Benzrath aussteigen und traf wuchtig ins linke Eck – 2:1 (62.), wobei Roman beim Einschlag im Torwart-Eck nicht gut aussah.

Danach ging für Saarfels nach vorne nichts mehr, erst recht als Ewen einen weiteren Lauer-Freistoß zum 3:1-Endstand einnickte (72.). „Die Enttäuschung ist natürlich groß. Aber man muss sagen, dass Heidstock verdient gewonnen hat. Bei uns wurde das Fehlen von Alexander Burbach-Tiné und Roberto Guercio, die leider in Urlaub sind, im Offensivspiel klar deutlich“, fand Saarfels-Trainer Otmar Jenal. „Wir haben dennoch eine super Runde gespielt, auf die ich stolz bin, und eigentlich mehr erreicht als erwartet. Wir probieren es nächste Saison halt wieder, personell werden wir uns ja nicht verschlechtern.“ Alle Spieler werden bleiben, zudem kommen Kevin Feiersinger (FV Siersburg) und Mark Reinert (SV Merchingen).

Bei Heidstock war die Freude dagegen groß. Wie der Erfolg nun gefeiert werde? „Lange“, antwortete Lauer kurz und knapp: „Die meisten haben morgen frei – wir waren da selbstbewusst.“ Das war auf dem Rasen zu sehen. Und auch danach beim Feiern mit Ballermann-Musik. Gut möglich, dass die Party noch bis nächsten Freitag weiterläuft. Dann geht es kurz in den Flieger – um mit Mallorca-Hits auf der Partyinsel selbst nochmal so richtig Gas zu geben.