Gemeinschaftsschule Beckingen: Grundschüler individuell betreuen

Gemeinschaftsschule Beckingen : Grundschüler individuell betreuen

Beckinger Grundschulen erhalten für das kommende Schuljahr passgenaue Konzepte für die Nachmittagsbetreuung.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Frank Wagner, lobt die Neuausrichtung der Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen der Gemeinde Beckingen im Rahmen des Projektes „Fit für die Regelstruktur“. „Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert – das bekommen auch die Schulen zu spüren. Neben der Bewältigung des Schulalltages fällt es einigen Schülern immer schwieriger ihren festen Platz in der Regelstruktur der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) einzunehmen. Mit dem Start des neuen Projektes „Fit für die Regelstruktur“ in der Gemeinde Beckingen geht der Landkreis Merzig-Wadern hier einen völlig neuen Weg. Es wird im kommenden Schuljahr an allen drei Beckinger Grundschulen ein passgenaues Konzept für die freiwillige Nachmittagsbetreuung geben, in dem auch die verhaltensauffälligen Schüler eine echte Chance haben. Der Kreistag Merzig-Wadern hat hier die Situation richtig erkannt und dieses neue Projekt einstimmig beschlossen“, sagt Wagner.

Die Gemeinde Beckingen wird ab dem kommenden Schuljahr Modellregion zur Umsetzung des Projektes „Fit für die Regelstruktur“. (Die SZ berichtete am 14. Juli darüber) Das Konzept: Der Landkreis stellt je eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung, die in den Räumen der Beckinger Grundschulen mit einer Kleingruppe intensiv arbeitet. Man orientiert sich bei diesem Projekt an der Erfahrung mit der flexiblen Förderung in den Familienzentren der einzelnen Kommunen im Kreis. Durch diese Jugendhilfemaßnahme gibt es einen permanenten Bezug zur Familie des Kindes und die Schüler werden von Sozialpädagogen individuell betreut. Beim neuen Projekt arbeitet diese Kleingruppe in den Räumen der FGTS und es besteht ein enger Austausch mit den Regelgruppen der FGTS. Ziel ist es, die betroffenen Kinder zu festigen, in ihrer Persönlichkeit zu stärken und das nächste Leistungsspektrum „Hilfe zur Erziehung“ zu vermeiden.

Wagner: „Die Inklusion und die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen sind zunehmend nun auch in der FGTS angekommen. Aus diesem Grund brauchen wir eine intensive Kooperation mit der Jugendhilfe. Die Einrichtung einer Kleingruppe mit sozialpädagogischer Leitung ist hier der richtige Weg. Durch diese individuelle Betreuung können verhaltensauffällige Schüler aufgefangen werden und für die Regelstruktur in Ruhe vorbereitet werden. Ansonsten ist der Ausschluss aus der FGTS für diese Schüler meist unvermeidbar. Dieses Projekt könnte meines Erachtens Vorbild für weitere Standorte sein“, ist er zuversichtlich was den zu erwartenden Erfolg betrifft.

Darüber hinaus fordert der CDU-Bildungspolitiker, auch die Regelstruktur der FGTS zu überarbeiten: „Unter anderem sollte der Einsatz der Lehrkräfte überdacht werden. Die Lehrkräfte sollten nicht nur für starre Hausaufgabenbetreuung eingesetzt werden. Denkbar wären beispielsweise Sport- und Musik-Workshops, kulturelle Angebote oder eine Lese- bzw. Rechtschreibwerkstatt. Das Thema ‚multiprofessionelle Teams’ muss ebenfalls in der Konzeption der FGTS verankert werden. Aus diesem Grund brauchen wir neben einer intensiven Kooperation mit der Jugendhilfe auch Experten von außen: Sozialarbeiter, Schoolworker und Schulpsychologen sollten zu fest vereinbarten Terminen unterstützend hinzukommen.“