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Glocke kehrt zum zweiten Mal in die Kapelle zurück

Glocke kehrt zum zweiten Mal in die Kapelle zurück

Hargarten. Die 65 Kilogramm schwere Bronze-Glocke mit der Inschrift "Sancta Anna, mater virginis, intercede pro communitate Hargarten (Hl. Anna, Mutter der Jungfrau, schütze die Gemeinde Hargarten)" gehört unzertrennbar zu der Kapelle, dem Kleinod des Ortes. Im Jahre 1839 wurde die Glocke in Dienst gestellt

Hargarten. Die 65 Kilogramm schwere Bronze-Glocke mit der Inschrift "Sancta Anna, mater virginis, intercede pro communitate Hargarten (Hl. Anna, Mutter der Jungfrau, schütze die Gemeinde Hargarten)" gehört unzertrennbar zu der Kapelle, dem Kleinod des Ortes. Im Jahre 1839 wurde die Glocke in Dienst gestellt. Sie sollte 1944 nach dem Willen des Nazi-Regimes wie die drei größeren Glocken der Pfarrkirche Reimsbach und anderer Gotteshäuser für Kriegsmaterial eingeschmolzen werden. Gemäß amtlicher Verfügung wurde sie von dem kleinen Turm geholt und weggebracht. Es mag Zufall gewesen sein - viele Hargarter werten es aber als ein besonderes Zeichen, dass die Glocke der Hargarter Kapelle im Jahre 1949 im Osten Deutschlands unbeschadet wiedergefunden wurde. Und dank des Bemühens des Pfarrers Hubertus Zimmer aus Reimsbach kam sie wieder zurück nach Hargarten, dem Filialort seiner Pfarrei. Feier zur HeimkehrDie Heimkehr wurde gebührend gefeiert. Am Ortseingang wurde sie von der Bevölkerung empfangen und von dieser mit einem festlich geschmückten Wagen nebst Musikkapelle und Reitern zur Kapelle begleitet. Nun, nach 60 Jahren Dienst, zeigte sich die Notwendigkeit einer Reparatur an der Glocke. Sie war am Schlagring ausgeschlagen und auch der Klöppel schlug zu tief an, da die Belederung ebenfalls Verschleißerscheinungen aufwies. Ein Fachbetrieb wurde von der Pfarrgemeinde mit den Reparaturarbeiten beauftragt. Nach der ersten Heimkehr 1949, kommt die jetzt 170 Jahre alte Glocke, nun zum zweiten Mal in den Ort zurück. Generationen haben ihr Läuten tagein, tagaus und zu vielen kirchlichen Anlässen gehört. Aber nur noch wenige der heutigen Hargarter haben sie 1949 zu sehen bekommen. Die von Staub und Schmutz gereinigte und reparierte Glocke wird jetzt neben dem Altar in der Kapelle aufgestellt, ehe sie wieder im Kapellenturm installiert wird. Im Rahmen eines von der Frauengemeinschaft und den Landfrauen gestalteten Wortgottesdienstes am Freitag, 27. März, um 18 Uhr wird sie feierlich begrüßt. Günter Gehl, zweiter Vorsitzender des Verwaltungsrates, und Helmut Lubitz, erster Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, werden über die Geschichte der Glocke erzählen. Fotos zur ErinnerungAlle Bürger können die Glocke mittels eines Gummihammers erklingen zu lassen. Ortsvorsteher Robert Schomers wird dabei Erinnerungsfotos machen. Von der Kapelle geht es anschließend zum Feuerwehrhaus, wo das historische Ereignis mit einem gemütlichen Beisammensein gefeiert wird. Auch der Kindergarten Erbringen-Hargarten wird die Gelegenheit zum Anschauen der Glocke nutzen.